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Osnabrück (ots) - Nach der Digitalmesse "Republica" beklagt der Philosoph Hanno
Sauer einen kalkulierten Eklat. Im Streit über ungleiche Bezahlung im
Buchgeschäft wirft er der Autorin Mareice Kaiser Selbstdarstellung vor. Im
Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz) sagte Sauer, Kaiser habe
versucht, "sich rhetorisch als Opfer von Diskriminierung zu inszenieren. Die
Forschung nennt das 'Victim Bragging', also Stigma-Prahlerei." Bei einer
Podiumsdiskussion hatten beide Autoren ihre unterschiedlich hohen Buchvorschüsse
offengelegt. Demnach hat Kaiser für eines ihrer Bücher 15.000 Euro vorab
erhalten. Sauer hat nach eigenen Angaben für zwei Bücher insgesamt 160.000 Euro
als Vorschuss erhalten. In der Folge kam es zu einer Debatte über Sexismus im
Buchgeschäft.
Sauer sagte noz, er halte es für "sinnvoll", über einen "Gender Pay Gap" in der
Publizistik zu sprechen. "Aber komplexe Debatten sollten auf hohem Niveau und
mit Daten geführt werden, nicht mit öffentlichkeitswirksamen Stunts." Zwei
Einzelfälle zu vergleichen, sei "sensationalistisch", schließlich sei es
möglich, dass ein Buch "zehnmal besser ist als das andere", sagte Sauer
gegenüber noz.
Sauer bekräftigte, dass es "sehr, sehr schwer" sei, als Buchautor seinen
Lebensunterhalt zu verdienen. "Dass Menschen vom Schreiben leben können, bleibt
eine absolute Ausnahme", sagte der in Düsseldorf lebende Sauer. "Meine
Düsseldorfer Freunde waren von den genannten Summen jedenfalls nicht
beeindruckt."
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