|
Köln (ots) - ACV präsentiert Pilotprojekt bei Spezialausgabe des Formats ACV
Connect
Der ACV Automobil-Club Verkehr schreibt Pannenhilfe-Geschichte: Als erster
deutscher Automobilclub setzt der ACV seit heute einen
Wasserstoff-Abschleppwagen im regulären Pannenhilfebetrieb ein. Nach gut einem
halben Jahr Planungs- und Aufbauzeit geht das vollwertige Arbeitsfahrzeug nun
beim Kölner ACV Partner LS Pannenservice auf die Straße - mit dem Anspruch,
einem klassischen Diesel-Abschleppwagen im Arbeitsalltag in nichts nachzustehen.
Mit dem Pilotprojekt will der ACV zeigen, wie sich emissionsärmere
Antriebstechnologien unter realen Bedingungen in der Pannen- und Abschlepphilfe
bewähren. Damit übernimmt der Club Verantwortung über den eigenen
Pannenhilfe-Alltag hinaus und leistet einen Beitrag zur Weiterentwicklung der
gesamten Abschleppbranche. ACV Geschäftsführer Holger Küster: "In Deutschland
finden jedes Jahr mehrere Millionen Abschleppvorgänge statt. Jeder einzelne
verursacht heute in der Regel Emissionen. Für uns ist das Grund genug,
alternative Antriebstechnologien nicht nur zu beobachten, sondern auch unter
realen Bedingungen im Alltagseinsatz zu testen."
Vor dem Start in den Regelbetrieb hatte der ACV das Fahrzeug zunächst auf der
Internationalen Fachmesse für Bergen und Abschleppen (IFBA) in Kassel
präsentiert. Anschließend stellte der Club den H2-Truck im Rahmen einer
Spezialausgabe des Diskussionsformates "ACV Connect" in Köln seinem Netzwerk,
der Presse und der Öffentlichkeit vor. Dort diskutierten Experten im Anschluss
über die Zukunft lokal emissionsfreier Nutzfahrzeuge und die Rolle von
Wasserstoff im Straßenverkehr. Auf dem Podium sprachen ACV Geschäftsführer
Holger Küster, hylane-Gründerin und Geschäftsführerin Dr. Sara Schiffer und H2
MOBILITY Geschäftsführer Martin Jüngel, moderiert von Thorsten Breitkopf,
Chefreporter Wirtschaft des Kölner Stadt-Anzeigers.
Warum Wasserstoff?
Mit der Wahl der Wasserstofftechnologie setzt der ACV bewusst auf eine Lösung,
die sich besonders für hohe Kilometerleistungen, kurze Standzeiten und flexible
Einsatzprofile eignet. Abschleppwagen legen täglich bis zu 400 Kilometer zurück
- häufig ungeplant, oft nachts und immer unter Zeitdruck. Batterieelektrische
Alternativen können im 24/7-Betrieb mit derzeit noch längeren Ladezeiten an
praktische Grenzen stoßen; für die Zukunft schließt der ACV sie jedoch
ausdrücklich nicht aus. ACV Geschäftsführer Holger Küster: "Im Vordergrund steht
für uns das Einsparen von Emissionen. Wir sind dabei keinesfalls auf eine
Antriebstechnologie festgelegt. Im Gegenteil: Wir beobachten den Markt und
werden die Praxiserfahrungen aus dem Pilotprojekt in künftige Entscheidungen
einfließen lassen."
Der H2-Abschleppwagen
Basis des Fahrzeugs ist der PH2P Truck von Paul Nutzfahrzeuge, aufgebaut auf
einem Mercedes-Atego-4x2-Chassis. Angetrieben wird er von einer
80-Kilowatt-Brennstoffzelle von Toyota sowie einem Zentralantrieb von Voith mit
200 kW Dauerleistung und 3.100 Nm Drehmoment. Für den Abschleppeinsatz hat
Wellmeyer Fahrzeugbau ein hydraulisches Schiebeplateau mit vier Tonnen Traglast
aufgebaut. Das zulässige Gesamtgewicht im Anhängerbetrieb liegt bei 24 Tonnen.
Mit 30 Kilogramm Wasserstoff in sechs Tanks kommt der H2-Truck rechnerisch bis
zu 450 Kilometer weit. Sind die Tanks leer, kann das Fahrzeug ähnlich schnell
wie ein Diesel-Lkw wieder betankt werden: An H2 MOBILITY-Stationen dauert der
Tankvorgang rund 15 Minuten. Danach ist der Abschleppwagen sofort wieder
einsatzbereit.
Wissenschaftliche Begleitung durch die TH Köln
Um über den praktischen Alltagseinsatz hinaus belastbare Erkenntnisse zu
gewinnen, lässt der ACV das Pilotprojekt ein Jahr lang durch das Institut für
Fahrzeugtechnik der Technischen Hochschule Köln wissenschaftlich begleiten. Das
Abschleppunternehmen LS Pannenservice stellt den Wissenschaftlern um Prof.
Dr.-Ing. Rainer Haas dafür alle notwendigen Betriebsdaten zur Verfügung,
darunter Verbrauchswerte, Einsatzprofile, abgeschleppte Fahrzeuge und Tankdaten.
Ziel ist es, den Wasserstoff-Abschleppwagen möglichst genau an einem
vergleichbaren Diesel-Fahrzeug zu messen. Die Ergebnisse sollen zeigen, wie
praxistauglich Wasserstoff im Abschleppbetrieb ist und welche Rolle die
Technologie künftig für eine emissionsärmere Pannenhilfe spielen kann.
Weitere Informationen zum Pilotprojekt stellt der ACV auf seiner Website zur
Verfügung: http://www.acv.de/h2-abschleppwagen
Pressekontakt:
Philipp Mathey
Pressesprecher
An der Wachsfabrik 5
50996 Köln
Telefon: +49 2236 94 98 104
E-Mail: mailto:mathey@acv.de
http://www.acv.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/116025/6298924
OTS: ACV Automobil-Club Verkehr
|