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Berlin (ots) - Die Rentenkommission hat heute offiziell ihren Bericht
vorgestellt. Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas
sind sich einig: Die Vorschläge sollen als Gesamtpaket und so schnell wie
möglich umgesetzt werden. Noch in diesem Jahr sollen entsprechende
Gesetzentwürfe vorliegen. "Mit ihrem Bericht hat die Rentenkommission die
Vorlage für eine echte Reform in der Altersversorgung geschaffen. Wenn die
Umsetzung dieser Reformvorschläge gelingt, wäre endlich ein Kompromiss für seit
Jahrzehnten überfällige Reformen gefunden, die ein steigendes Rentenniveau bei
niedrigeren Beitragssätzen ermöglichen sollen. Wir begrüßen die Empfehlungen der
Kommission für eine nachhaltige Absicherung der Gesetzlichen Rentenversicherung
daher ausdrücklich", erklärt Roland Angst, Präsident des Deutschen
Führungskräfteverbands ULA.
Gesetzliche Kapitalrente ist ein Meilenstein
Besonders hervorzuheben ist die Stärkung der Gesetzlichen Rentenversicherung
durch die Einführung einer gesetzlichen Kapitalrente. Die Beteiligung der
Versicherten am wirtschaftlichen Erfolg globaler Unternehmen ist die beste
Möglichkeit, den Herausforderungen des demografischen Wandels auf die
Gesetzliche Rentenversicherung zu begegnen und eine deutliche Steigerung des
Rentenniveaus zu erzielen. Mit der gesetzlichen Kapitalrente nach schwedischem
Vorbild übernimmt die Kommission nahezu eins zu eins den Vorschlag der
"Gesetzlichen Aktienrente" der FDP, für den sich in den vergangenen zwei
Legislaturperioden keine politische Mehrheit finden ließ. Mit ihren nachhaltigen
Maßnahmen, die keine Beitragssteigerungen und keine Anhebung der
Beitragsbemessungsgrenze für einzelne Gruppen vorsehen, trägt die Kommission
auch zur Sozialverträglichkeit der Reform und zu gesellschaftlicher Kohäsion
bei.
Auch die vorgeschlagene Koppelung des Renteneintrittsalters an die
Lebenserwartung trägt zur Generationengerechtigkeit bei, indem sie jüngere
Generationen entlastet und der steigenden Lebenserwartung Rechnung trägt. Dazu
zählt auch die Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig
Versicherte. Dennoch ist eine Beschäftigung bis zum Erreichen des
Regeleintrittsalters bereits heute für einige Berufsgruppen eine
Herausforderung. Viele Führungskräfte können nicht bis zum Erreichen des
Regelrenteneintrittsalters auf ihrer Stelle tätig bleiben, weil sie bereits
vorher durch jüngere Nachfolgerinnen und Nachfolger ersetzt werden. Dieses
Phänomen wird sich absehbar mit einem steigendem Renteneintrittsalter
verstärken.
Späterer Renteneintritt erfordert attraktive Modelle für Unternehmen und
Beschäftigte
Daher plädiert der Deutsche Führungskräfteverband ULA dafür, die Dynamisierung
des Renteneintrittsalters neben den im Bericht beschriebenen gesundheitlichen
Präventionsmaßnahmen auch mit weiteren Maßnahmen zu begleiten, die eine längere
Erwerbstätigkeit für Arbeitnehmende wie Arbeitgebende attraktiv macht. Die
bereits beschlossene Aktivrente ist ein erster Schritt, aber nicht ausreichend,
um eine längere Erwerbstätigkeit für einen Großteil der Beschäftigten
sicherzustellen.
"Wenn Fach- und Führungskräfte künftig bis zu einem höheren Renteneintrittsalter
arbeiten können sollen, müssen wir sie dazu befähigen und eine längere
Beschäftigung gemeinsam mit den Sozialpartnern attraktiv ausgestalten: mit
attraktiven Altersteilzeitmodellen, einer altersgerechten Ausstattung der
Arbeitsplätze und Anreizen für betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen. Am
wichtigsten ist jedoch ein notwendiger Mentalitätswandel unserer Gesellschaft
hin zu mehr Wertschätzung gegenüber erfahrenen Mitarbeitenden", sagt
ULA-Präsident Roland Angst.
Bei Berufsgruppen, für die ein früheres Renteneintrittsalter gesetzlich
festgelegt ist, besteht bereits heute eine Finanzierungslücke gegenüber
Versicherten, die bis zum Erreichen des regulären Renteneintrittsalters
einzahlen. Wenn diese Lücke durch die Anhebung des regulären
Renteneintrittsalters wächst, sollten hierfür geeignete Finanzierungsmodelle
gefunden werden, die nicht zulasten der Beitragszahlenden gehen.
Ganzheitliche Stärkung aller drei Säulen der Altersversorgung notwendig
Der Deutsche Führungskräfteverband befürwortet zudem die Stärkung aller drei
Säulen in der Altersversorgung. Neben der überfälligen Stabilisierung der
Gesetzlichen Rentenversicherung zählt hierzu insbesondere auch die Verbreitung
und Portabilität der betrieblichen Altersvorsorge. Positiv ist zudem die
konsequente Finanzierung versicherungsfremder Leistungen aus Mitteln des
Bundeshaushalts sowie Entbürokratisierung und Transparenz zu bewerten, die etwa
durch den Ausbau der Digitalen Rentenübersicht gewährleistet werden soll.
Erwerbstätigenversicherung ist Nullsummenspiel - und mit Herausforderungen
verbunden
Von der Ausweitung des Versichertenkreises auf weitere Erwerbstätigengruppen
erwartet der Deutsche Führungskräfteverband keine Verbesserungen für die
finanzielle Stabilisierung der Rentenversicherung. Die Herausforderungen dieser
Ausweitung, insbesondere auf Beamtinnen und Beamte, werden im Bericht bereits
aufgeführt. Positiv zu bewerten ist, dass die Ausweitung in pragmatischen,
teilweise langfristigen, Schritten stattfinden soll.
Der Bericht der Rentenkommission kann ein großer Wurf für die Rente werden.
Jetzt kommt es darauf an, inwiefern die bei der heutigen Pressekonferenz zur
Schau getragene Einigkeit zwischen SPD und Union auch in der Umsetzung
fortbesteht.
Über die ULA
Der Deutsche Führungskräfteverband ULA ist der Dachverband und das politische
Sprachrohr von Führungskräften in Deutschland. Er vertritt ihre Interessen
gegenüber Regierung, Parlament und internationalen Institutionen. Auf
europäischer Ebene ist die ULA Gründungsmitglied der CEC European Managers.
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