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WIESBADEN (ots) - Der Öffentliche Gesamthaushalt war beim nicht-öffentlichen
Bereich zum Ende des 1. Quartals 2026 mit 2 726,5 Milliarden Euro verschuldet.
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt,
stieg die öffentliche Verschuldung damit gegenüber dem 4. Quartal 2025 um 2,4 %
oder 64,9 Milliarden Euro. Zum Öffentlichen Gesamthaushalt zählen die Haushalte
von Bund, Ländern, Gemeinden und Gemeindeverbänden sowie der Sozialversicherung
einschließlich aller Extrahaushalte. Zum nicht-öffentlichen Bereich gehören
Kreditinstitute sowie der sonstige inländische und ausländische Bereich, zum
Beispiel private Unternehmen im In- und Ausland.
Schulden des Bundes erhöhen sich gegenüber dem Vorquartal um 2,4 %
Die Schulden des Bundes stiegen zum Ende des 1. Quartals 2026 gegenüber dem
Vorquartal um 44,4 Milliarden Euro (+2,4 %) auf 1 884,9 Milliarden Euro.
Ursächlich hierfür waren insbesondere die Anstiege der Schulden bei zwei
Sondervermögen: Das "Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität" erhöhte
seine Verschuldung gegenüber dem Vorquartal um 44,7 % oder 10,9 Milliarden Euro
auf 35,2 Milliarden Euro. Die Verschuldung des "Sondervermögen Bundeswehr" stieg
gegenüber dem Vorquartal um 10,2 % oder 4,4 Milliarden Euro auf 47,4 Milliarden
Euro.
Schulden der Länder steigen um 2,8 %
Die Länder waren zum Ende des 1. Quartals 2026 mit 642,2 Milliarden Euro
verschuldet, dies war ein Zuwachs von 17,6 Milliarden Euro (+2,8 %) gegenüber
dem Vorquartal.
Der stärkste prozentuale Schuldenanstieg wurde für Sachsen-Anhalt mit +10,2 %
ermittelt, gefolgt von Niedersachsen (+6,4 %) und Nordrhein-Westfalen (+4,6 %).
Der Anstieg der Verschuldung in Sachsen-Anhalt ist auf die Ausgabe neuer
Wertpapiere zurückzuführen, nachdem alle im Jahr 2025 ausgegebenen Wertpapiere
vor Jahresende zurückgezahlt wurden. Niedersachsen nimmt im 1. Quartal eines
Jahres neue Wertpapierschulden für das komplette Jahr auf, sodass zu diesem
Zeitpunkt ein höherer Anstieg der Verschuldung gegenüber dem Vorquartal zu sehen
ist.
In Nordrhein-Westfalen ist die Verschuldung durch die Altschuldenübernahme der
Kommunen aufgrund des Altschuldenentlastungsgesetzes NRW gestiegen. Zudem wurden
im Vorgriff auf die im weiteren Verlauf des Jahres fälligen Wertpapiere neue
Wertpapierschulden aufgenommen.
Die Schulden sanken prozentual am stärksten in Bremen (-4,2 %), gefolgt von
Schleswig-Holstein (-1,5 %) sowie Bayern (-1,2 %).
Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände wachsen um 1,5 %
Auch bei den Gemeinden und Gemeindeverbänden nahm die Verschuldung zum Ende des
1. Quartals 2026 gegenüber dem Vorquartal zu. Sie stieg um 3,0 Milliarden Euro
auf 199,3 Milliarden Euro beziehungsweise um +1,5 %.
Den höchsten prozentualen Schuldenanstieg gegenüber dem Vorquartal wiesen die
Gemeinden und Gemeindeverbände in Bayern (+7,6 %) auf, gefolgt von den Kommunen
in Brandenburg und Baden-Württemberg (jeweils +5,6 %). Einen Schuldenrückgang
zum Vorquartal wiesen die Gemeinden/Gemeindeverbände in Nordrhein-Westfalen
(-2,8 %) aufgrund des Altschuldenentlastungsgesetzes auf. Auf dieser Grundlage
übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen anteilig Schulden seiner Gemeinden und
Gemeindeverbände.
Die Verschuldung der Sozialversicherung sank im 1. Quartal 2026 gegenüber dem
Vorquartal um 0,2 Millionen Euro (-1,8 %) auf 9,3 Millionen Euro.
Methodische Hinweise:
Die Verschuldung der Länder beinhaltet auch die empfangenen Barsicherheiten aus
Derivatgeschäften der Länderkernhaushalte (zum Beispiel Nordrhein-Westfalen in
Höhe von 516,0 Millionen Euro, Hessen in Höhe von 418,4 Millionen Euro).
Die Schulden der Kernhaushalte der Sozialversicherung wurden auf Basis des
Ergebnisses der jährlichen Schuldenstatistik 2024 mit Null fortgeschrieben, da
diese im Jahr 2024 komplett abgebaut wurden.
Detaillierte methodische Hinweise einschließlich der Erläuterungen zu
Abweichungen der haushaltsrechtlichen Darstellung von der amtlichen Statistik
bieten die "Informationen zur Statistik" im Statistischen Bericht
"Vierteljährliche Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts" unter "Vorläufiger
Schuldenstand" sowie der Qualitätsbericht zur Statistik.
Weitere Informationen:
Detaillierte Ergebnisse bieten der Statistische Bericht "Vierteljährliche
Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts" sowie die Tabellen 71311 in der
Datenbank GENESIS-Online.
Endgültige Ergebnisse der Verschuldung des Öffentlichen Gesamthaushalts zum
Jahresende 2025 veröffentlicht das Statistische Bundesamt Ende Juli 2026.
Monatsergebnisse zur Verschuldung des Bundes und seiner Sondervermögen sind im
"Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de) im Themenbereich "Finanzen"
verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt
hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu
den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Öffentliche Schulden, öffentliches Vermögen
Telefon: +49 611 75 3588
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OTS: Statistisches Bundesamt
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