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Düsseldorf (ots) - Perspektivenwechsel: Kein Entweder-oder sondern respektiertes
Miteinander
Die Zukunft der Arzneimittelversorgung, die Weiterentwicklung heilberuflicher
Kompetenzen von Apothekerinnen und Apothekern und die Rolle der Apotheken in
einer zunehmend angespannten Gesundheitsversorgung stehen heute im Mittelpunkt
der 5. Sitzung der XVIII. Kammerversammlung der Apothekerkammer Nordrhein
(AKNR).
In seinem Bericht stellte Kammerpräsident Dr. Armin Hoffmann am Morgen seine
Ausführungen unter das Leitmotiv "Perspektivenwechsel". Angesichts des
demografischen Wandels, zunehmender Multimorbidität, des Fachkräftemangels und
steigender Versorgungsbedarfe sei es notwendig, die Zukunft des
Gesundheitswesens aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und
vorhandene Versorgungspotenziale konsequent zu nutzen.
"Wer die Gesundheitsversorgung der Zukunft gestalten will, muss bereit sein, den
Blickwinkel zu verändern. Apotheken sind weit mehr als Ausgabestellen für
Arzneimittel. Sie sind ein unverzichtbarer Bestandteil der wohnortnahen
Primärversorgung", betonte Hoffmann.
Die Kammerversammlung begrüßte viele der gesundheitspolitischen Initiativen des
Bundes zur Weiterentwicklung der Versorgung durch Apotheken. Das angekündigte
Apothekenversorgungsweiterentwicklungsgesetz müsse nach Auffassung der
Apothekerschaft drei zentrale Ziele erfüllen: die Sicherung der Versorgung, die
Anerkennung und Weiterentwicklung pharmazeutischer Leistungen sowie die Stärkung
bestehender Versorgungsstrukturen.
"Versorgungssicherung bedeutet nicht allein die Existenz von
Apothekenstandorten. Sie umfasst persönliche Beratung,
Arzneimitteltherapiesicherheit, Notdienste, Rezepturherstellung, Prävention und
die verlässliche Begleitung von Patientinnen und Patienten", so Hoffmann.
Ein weiterer Schwerpunkt der Beratungen war die Weiterentwicklung der
Primärversorgung. Die Kammerversammlung unterstützte die im aktuellen
Perspektivpapier der ABDA formulierten Ansätze, die eine stärkere Einbindung der
Apotheken in multiprofessionelle Versorgungsstrukturen vorsehen. Pharmazeutische
Dienstleistungen, Medikationsmanagement, Prävention sowie niedrigschwellige
Versorgungsangebote könnten einen wichtigen Beitrag zur Entlastung des
Gesundheitssystems leisten.
Dabei betonten Mitglieder der Kammerversammlung ausdrücklich die Bedeutung einer
engen Zusammenarbeit mit Ärztinnen und Ärzten sowie den Pflegeberufen. Ziel sei
keine Verlagerung ärztlicher Aufgaben, sondern eine bessere Nutzung der
jeweiligen Kompetenzen im Interesse der Patientinnen und Patienten.
Ein weiterer Schwerpunkt während der Kammerversammlung war die konsequente
Durchsetzung des Apothekenrechts in einem sich stark wandelnden
Versorgungsumfeld. Digitale Plattformen, Bonusmodelle und neue Vertriebswege
verändern zunehmend, wie Patientinnen und Patienten ihre Arzneimittel erhalten.
Die Apothekerkammer Nordrhein sieht hier die Gefahr, dass wirtschaftliche
Anreize oder technische Strukturen die freie Apothekenwahl und therapeutische
Entscheidungen beeinflussen.
Die von der AKNR geführten Gerichtsverfahren setzen daher gezielt Leitplanken
für faire Wettbewerbsbedingungen, die Sicherung der Arzneimittelversorgung und
den Schutz der Patientinnen und Patienten. Sie machen zugleich sichtbar, wo
bestehende Regelungen an ihre Grenzen stoßen, und liefern wichtige Impulse für
die gesundheitspolitische Weiterentwicklung des Systems. Geschäftsführerin und
Justiziarin Dr. Bettina Mecking erläuterte den Delegierten Hintergründe und
strategische Überlegungen ihrer Abteilung. "Unsere Verfahren richten sich nicht
gegen Innovation, sondern sichern, dass auch in digitalen Versorgungsstrukturen
die Regeln einer verantwortlichen Arzneimittelversorgung eingehalten werden", so
Dr. Bettina Mecking nach ihrer Rede.
Neben den gesundheitspolitischen Beratungen befasste sich die Kammerversammlung
mit dem Jahresabschluss 2025 der Apothekerkammer Nordrhein, den
Jahresabschlüssen des Versorgungswerkes, verschiedenen Nach- und
Ergänzungswahlen sowie der Weiterentwicklung von Fortbildungs-,
Digitalisierungs- und Nachwuchsprojekten.
Über uns: Apothekerkammer Nordrhein
Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) ist als Körperschaft des öffentlichen
Rechts Trägerin der berufsständischen Selbstverwaltung der Apothekerinnen und
Apotheker, die in den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf arbeiten oder
leben. Sie vertritt die Interessen der über 12.200 Kammerangehörigen, die in
öffentlichen Apotheken, Krankenhäusern, Wissenschaft, Industrie und Verwaltung
oder bei der Bundeswehr tätig sind. Die Apotheke vor Ort übernimmt eine
hoheitliche Aufgabe: die sichere, vom Heilberuf getragene, wohnortnahe
Versorgung der Menschen mit Arznei- und Hilfsmitteln, 365 Tage im Jahr, rund um
die Uhr.
Pressekontakt:
Jens A. Krömer
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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