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Frankfurt am Main (ots) - BearingPoint-Studie zeigt, warum Europas Industrie
trotz technologischer Reife in der Pilotphase verharrt und welche strukturellen
Vorteile Deutschland besitzt.
Die Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt in ihrer aktuellen
Studie "Industrial 5G Beyond Connectivity: What it takes to scale", dass
Industrial 5G technisch weitgehend ausgereift ist, die breite Skalierung in
Deutschland und Frankreich jedoch weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleibt.
Trotz signifikanter Fortschritte dominieren nach wie vor Pilotprojekte, ein
strukturelles Defizit, das weniger auf technologische Limitationen als auf
organisatorische, regulatorische und wirtschaftliche Faktoren zurückzuführen
ist.
Große Versprechen, begrenzte Umsetzung
Industrial 5G gilt als zentrale Infrastruktur für die nächste Phase der
industriellen Transformation - von Smart Factory über autonome Logistik bis hin
zu kritischen Infrastrukturen. Dennoch zeigt sich ein widersprüchliches Bild: 57
Prozent der potenziellen Anwender in Deutschland befinden sich weiterhin in der
Explorationsphase, während gleichzeitig der technologische Reifegrad von der
Mehrheit der Anbieter als hoch eingeschätzt wird. In Frankreich liegt der Anteil
der Anwender in der Explorationsphase sogar bei 71 Prozent.
Diese Diskrepanz verdeutlicht: Der Engpass liegt nicht mehr im Netz, sondern in
der Fähigkeit, 5G konsequent in operative Wertschöpfung zu überführen.
Deutschland liegt im 5G-Vergleich vor Frankreich
Die Studie zeigt Unterschiede im Reifegrad zwischen Deutschland und Frankreich.
Während Frankreich lange durch regulatorische Hürden wie eingeschränkten Zugang
zu Frequenzen oder komplexe Genehmigungsverfahren ausgebremst wurde, profitiert
Deutschland von einem früh etablierten, klar strukturierten Lizenzmodell mit
langen Laufzeiten und niedrigen Zugangskosten.
Dies spiegelt sich auch in der Nutzung wider: Mit 484 erteilten Lizenzen verfügt
Deutschland über fast sechsmal so viele wie Frankreich (84) und führt auch bei
den aktiven Lizenzen mit 180 gegenüber 50. Gleichzeitig bleibt die Skalierung
auch hier eine Herausforderung, ein Hinweis darauf, dass Regulierung zwar eine
notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Markterfolg ist.
Skalierungslücke: Hohe Bereitschaft trifft auf begrenzte Umsetzung
Die Studie zeigt eine klare Diskrepanz zwischen technischer Bereitschaft und
tatsächlicher Adoption in Deutschland: Während 90 Prozent der Anbieter ihre
Lösungen als technisch ausgereift bewerten, sind nur 20 Prozent der Angebote
tatsächlich als "Plug-and-Play" fähig. Diese Zahlen verdeutlichen: Industrial 5G
wird noch zu häufig als technologisches Projekt statt als Geschäftsmodell
verstanden. Wertschöpfung entsteht jedoch nur dort, wo 5G mit klaren, messbaren
Erfolgsfaktoren, standardisierten Betriebsmodellen und skalierbaren
Architekturen verbunden wird.
"Industrial 5G ist technologisch bereit, der Engpass liegt heute in der
Umsetzung", sagt Julius Hafer, Partner bei BearingPoint und Telco-Experte. "Wer
den wirtschaftlichen Nutzen nicht klar quantifiziert und in operative Prozesse
integriert, wird den Schritt von Pilotprojekten zur Skalierung nicht schaffen."
Konkrete Anwendungen treiben die Nachfrage
Die tatsächliche Marktnachfrage konzentriert sich auf wenige, klar definierte
Anwendungsfelder mit unmittelbarem operativem Mehrwert. Dazu zählen
insbesondere:
- Geschäftskritische Kommunikation und Betriebssicherheit
- Mobile Automatisierung und autonome Logistiksysteme
- Augmented Operator
- Fernbetrieb
Dabei stehen insbesondere verbesserte Konnektivität und gesteigerte operative
Effizienz als zentrale Treiber im Fokus der Unternehmen.
"In diesen Bereichen zeigt sich der klare Mehrwert von 5G insbesondere dann,
wenn Mobilität, niedrige Latenz, hohe Zuverlässigkeit und flächendeckende
Konnektivität kombiniert werden", so Julius Hafer.
Vom Netzwerk zur Plattform: Skalierung als Ökosystemaufgabe
Die Studie verdeutlicht, dass Industrial 5G nur dann skalieren kann, wenn
mehrere zentrale Hebel gleichzeitig adressiert werden: Regulierung, Integration,
Geschäftsmodelle und Ökosysteme. Besonders relevant ist dabei die Verschiebung
entlang der Wertschöpfungskette: Bis 2030 wird der Wettbewerb primär in den
Bereichen Serviceleistungen und Integration sowie Plattformen stattfinden, nicht
mehr in der reinen Konnektivität.
"Industrial 5G ist eine Plattform für industrielle Wertschöpfung", betont Julius
Hafer. "Skalierung gelingt nur, wenn Unternehmen 5G als integralen Bestandteil
eines digitalen Ökosystems verstehen und konsequent entlang operativer
Anwendungsfälle denken."
Marktpotenzial: Wachstum entscheidet sich an der Umsetzung
Das wirtschaftliche Potenzial ist erheblich: Der europäische Markt für
Industrial 5G wächst im Basisszenario mit einer jährlichen Rate von 42 Prozent
auf rund 6,6 Milliarden Euro bis 2030. Werden zentrale Hebel aktiviert, kann
sich das Marktvolumen auf bis zu 14 Milliarden Euro steigern und sich damit
nahezu verdoppeln, bei einer deutlich beschleunigten Marktdurchdringung.
Die Differenz zwischen diesen Szenarien ist nicht technologisch bedingt, sondern
Ausdruck unterschiedlicher Umsetzungsgeschwindigkeiten und strategischer
Priorisierung.
Vor diesem Hintergrund formuliert die Studie klare Handlungsempfehlungen:
- Wirtschaftlichen Nutzen konsequent vor Technologie stellen
- Betriebsmodelle frühzeitig definieren und skalierbar ausrichten
- Pilotprojekte systematisch in replizierbare Programme überführen
- Regulatorische Rahmenbedingungen strategisch nutzen
Die vollständige Studie "Industrial 5G Beyond Connectivity: What it takes to
scale" steht auf der BearingPoint-Website zum Download bereit:
https://ots.de/MEaz7Z
Über die Studie
Die Studie basiert auf mehr als 50 qualitativen Interviews mit Führungskräften,
Entscheidungsträgern sowie Expertinnen und Experten von Anbietern und Anwendern
aus Industrie, Telekommunikation und Technologie in Deutschland und Frankreich.
Ergänzt wurde sie durch internationales Benchmarking sowie ein unabhängiges
Expertengremium zur Validierung der Ergebnisse.
Über BearingPoint
BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit
europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner
Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,
indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,
Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten
dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte
SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte
Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die
Herausforderungen unserer Kunden.
Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und
Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und
engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen
Geschäftserfolg.
BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's
Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die
hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.
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Alexander Bock
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E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/68073/6301635
OTS: BearingPoint GmbH
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