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WIESBADEN (ots) -
- Starke Zunahme vor allem der staatlichen Ausrüstungsinvestitionen mit +47,7 %
im Vergleich zu 2024
- Entwicklung der staatlichen Bruttoinvestitionen schwächt sich im 1. Quartal
2026 mit +3,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal ab
- Anteil der staatlichen Bruttoinvestitionen am BIP im Jahr 2025 mit 3,3 % unter
dem Schnitt in EU und Euroraum
Der deutsche Staat hat im letzten Jahr deutlich mehr investiert als in den
Jahren zuvor. Die Bruttoinvestitionen des Staates beliefen sich im Jahr 2025 auf
147,5 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren
das 12,3 % oder 16,2 Milliarden Euro mehr als im Jahr 2024. Das war der höchste
Anstieg der staatlichen Investitionen seit dem Jahr 2000. Im Jahr 1999 hatte es
aufgrund statistischer Effekte im Zusammenhang mit der Bahnreform und der
Ausgründung von Töchtern der Deutschen Bahn einen etwas höheren Anstieg gegeben
(+14,0 %). Grund für den deutlichen Anstieg 2025 war die starke Zunahme der
staatlichen Ausrüstungsinvestitionen, zu denen auch Rüstungsgüter zählen.
Bereits in den Jahren vor 2025 hatten die Bruttoinvestitionen in jeweiligen
Preisen (nominal) deutlich zugenommen: 2024 waren sie im Vergleich zum Vorjahr
um 9,3 % gestiegen, 2023 um 4,2 % und 2022 um 9,0 %.
Im 1. Quartal 2026 schwächte sich die Entwicklung etwas ab: Die
Bruttoinvestitionen erhöhten sich um 3,2 % im Vergleich zum Vorjahresquartal.
Anteil der Bruttoinvestitionen an den Staatsausgaben nimmt zu
Die Bruttoinvestitionen sind nicht nur nominal gestiegen, sie haben auch einen
größeren Anteil an den Staatsausgaben insgesamt. Im Jahr 2025 machten sie 6,5 %
der Staatsausgaben aus, 2024 waren es 6,1 % und 2023 beliefen sie sich auf 5,9
%. Die Bruttoinvestitionen des Staates stiegen somit in den letzten beiden
Jahren stärker an als die Staatsausgaben insgesamt.
Im 1. Quartal 2026 lag der Anteil der staatlichen Bruttoinvestitionen an den
Staatsausgaben insgesamt bei 5,0 %.
Ausrüstungsinvestitionen 2025 gegenüber dem Vorjahr um 47,7 % gestiegen
Im Jahr 2025 haben sich die einzelnen Komponenten der staatlichen
Bruttoanlageinvestitionen unterschiedlich entwickelt. Der deutliche
Gesamtanstieg ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die staatlichen
Ausrüstungsinvestitionen mit +47,7 % im Vergleich zu 2024 stark zunahmen. Das
ist auch auf Mehrausgaben für militärische Waffensysteme und sonstige
Beschaffungen der Bundeswehr zurückzuführen. Zum Vergleich: 2024 hatten die
staatlichen Ausrüstungsinvestitionen gegenüber dem Vorjahr um 7,6 % zugenommen.
Dagegen entwickelten sich die staatlichen Bauinvestitionen mit +2,0 % im
Vergleich zu 2024 deutlich schwächer als in Vorjahren. 2024 hatten sie im
Vorjahresvergleich um 10,2 % zugelegt, 2023 um 8,9 % und 2022 um 9,9 %.
Allerdings ist hier zu berücksichtigen, dass die Baupreise in den Jahren von
2022 bis 2024 ebenfalls kräftig gestiegen waren. Die staatlichen Investitionen
in sonstige Anlagen (vor allem Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie
Software) nahmen im Jahr 2025 um 5,2 % zu, nach Anstiegen in den Vorjahren von
6,7 % (2024) und 1,0 % (2023).
Im 1. Quartal 2026 nahmen die Ausrüstungsinvestitionen des Staates weiter
kräftig zu (+10,7 %), die sonstigen Anlagen des Staates wuchsen um 3,8 %.
Dagegen sanken die staatlichen Bauinvestitionen um 1,5 %. Letzteres lag an der
ungewöhnlich kalten Witterung im Januar und Februar, die den Baufortschritt
bremste.
Staat trägt ein Sechstel der gesamten Bruttoanlageinvestitionen
Die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen machten im Jahr 2025 knapp ein
Sechstel (16,3 %) der gesamten Bruttoanlageinvestitionen in Deutschland von
907,8 Milliarden Euro aus. Am deutlichsten fiel der staatliche Beitrag im
Verhältnis zum privatwirtschaftlichen bei den Bauinvestitionen aus: Hier betrug
der Anteil 17,2 %. Bei den sonstigen Anlagen lag er bei 16,5 %, bei den
Ausrüstungen bei 14,7 %.
Anteil der staatlichen Bruttoinvestitionen am BIP mit 3,3 % unter EU-Schnitt
Der Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates am Bruttoinlandsprodukt lag im
Jahr 2025 hierzulande bei 3,3 %. Trotz des deutlichen Anstiegs der staatlichen
Bruttoinvestitionen lag Deutschland damit im europäischen Vergleich sowohl unter
dem Durchschnitt des Euroraums (EA20) von 3,7 % als auch unter dem der
Europäischen Union (EU) von 3,9 %. Einen besonders niedrigen Wert wies
beispielsweise Irland (2,7 %) auf. In den Niederlanden (3,5 %), Italien (3,8 %),
Österreich (3,9 %), Frankreich (4,5 %) und Polen (5,4 %) lag die Quote über der
in Deutschland. Estland stand mit einem Anteil der Investitionen in Höhe von 7,6
% des Bruttoinlandsproduktes an der Spitze der 27 EU-Mitgliedstaaten.
Methodische Hinweise:
Der Investitionsbegriff in Abgrenzung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
(VGR) unterscheidet sich erheblich von jenem aus den Finanzstatistiken.
Der Investitionsbegriff der Finanzstatistiken umfasst auch bestimmte finanzielle
Transaktionen (z.B. Darlehensvergabe und Beteiligungserwerb) und zeigt
Kassenergebnisse, dagegen werden die VGR-Ergebnisse periodengerecht dargestellt.
Zudem umfasst der Investitionsbegriff in den VGR im Gegensatz zu jenem aus den
Finanzstatistiken auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung (FuE) sowie
die militärischen Waffensysteme. Zu den Bruttoinvestitionen gehören: die
Bruttoanlageinvestitionen, die Vorratsveränderungen (u.a. Munition) und der
Nettozugang an Wertsachen. Die Bruttoanlageinvestitionen ergeben sich aus
Zugängen und Abgängen. Sie untergliedern sich in Bauten (Wohnbauten,
Nichtwohnbauten), Ausrüstungen (Maschinen, Geräte und Fahrzeuge inkl.
Militärischer Waffensysteme) und sonstigen Anlagen (geistiges Eigentum
[Forschung und Entwicklung, Software und Datenbanken, Urheberrechte,
Suchbohrungen], Nutzpflanzen und Nutztiere).
Die Informationen zu den militärischen Waffensystemen und der Munition
unterliegen der Geheimhaltung und werden nicht getrennt weitergegeben.
Die Höhe der Bruttoinvestitionen in jeweiligen Preisen ist unter anderem auch
von der Entwicklung der Preise abhängig.
Beim internationalen Vergleich ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass die
Sektorabgrenzung des Staates zwischen den Mitgliedstaaten der Europäischen Union
z.T. divergiert (u.a. in Deutschland sind die Krankenhäuser nicht dem Sektor
Staat, sondern den nichtfinanziellen Kapitalgesellschaften zugeordnet). Dies
kann sich auch auf die Höhe der Bruttoinvestitionen des Staates auswirken.
Die Daten zum Anteil der Bruttoinvestitionen des Staates am Bruttoinlandsprodukt
im EU-Vergleich stammen von der EU-Statistikbehörde Eurostat.
Die Daten zum Euroraum beziehen sich auf den Verbund mit 20 Staaten (euro area,
EA20) vor dem Beitritt Bulgariens zum 1. Januar 2026.
Weitere Informationen:
Tiefer gegliederte Ergebnisse der VGR bietet die Fachserie 18
"Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen", Reihe 1.4 "Inlandsproduktberechnung -
Detaillierte Jahresergebnisse".
Weitere Veröffentlichungen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen sind auf
der Themenseite "Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen, Inlandsprodukt" unter
"Publikationen" verfügbar.
Diese und weitere aktuelle Ergebnisse der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen
sind auch über die Datenbank GENESIS-Online abrufbar.
Weitere Daten zu den Bruttoinvestitionen des Staates im EU-Vergleich sind in der
Eurostat Datenbank abrufbar.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Staatskonsum
Telefon: +49 611 75 2384
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6303909
OTS: Statistisches Bundesamt
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