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Berlin (ots) -
- Erstmalig setzt sich breites Bündnis aus Akteuren aus Gesundheitswesen,
Wissenschaft sowie Umwelt- und Verbraucherverbänden gemeinsam für Saubere Luft
bis 2030 ein
- Bündnis kritisiert Minimalumsetzung der neuen EU-Luftqualitätsrichtlinie durch
die Bundesregierung und fordert schnellstmögliche Einhaltung der
WHO-Empfehlungen
- Gesundheitsschutz darf nicht durch Schlupflöcher wie Fristverlängerungen und
Ausnahmen vermindert werden
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verkündet ein breites zivilgesellschaftliches
Bündnis "Saubere Luft 2030" aus Gesundheitswesen, Wissenschaft sowie Umwelt- und
Verbraucherverbänden. Das Bündnis setzt sich für eine sichere und
flächendeckende Umsetzung der neuen EU-Luftqualitätsgrenzwerte spätestens bis
2030 ein und fordert zudem, den strengeren, wissenschaftlich fundierten
Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) so schnell wie möglich zu
folgen, um Menschen konsequent vor den Folgen von Luftverschmutzung zu schützen.
Der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Umsetzung der
EU-Luftqualitätsrichtlinie in nationales Recht wird diesen Anforderungen nicht
gerecht und beschränkt sich nur auf die EU-weiten Mindeststandards. Die neuen
Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) und Feinstaub PM2,5 liegen damit auch
zukünftig doppelt so hoch, wie von der WHO empfohlen. Die Umsetzung der neuen
EU-Vorgaben sieht zudem Ausnahmen und Fristverlängerungen vor, die eine
Verbesserung der Luftqualität bis nach 2040 zu verzögern drohen.
Dazu Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Saubere Luft ist kein Luxus,
sondern ein Grundrecht. Menschen in Deutschland dürfen nicht weiter
krankmachender Luft ausgesetzt werden, obwohl wir die Lösungen längst kennen.
Die Einhaltung der WHO-Empfehlungen könnte jedes Jahr zehntausende Todesfälle
vermeiden. Mit dem Bündnis Saubere Luft 2030 erhöhen wir den Druck auf Bund,
Länder und Kommunen, endlich tätig zu werden. Wer Saubere Luft ernst nimmt, muss
die neuen Grenzwerte früher verbindlich machen, Schlupflöcher schließen und
schnell wirksame Maßnahmen in Verkehr, Wärme, Landwirtschaft und Industrie
beschließen."
Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer: "Luftverschmutzung macht
krank. Insbesondere Feinstaub zählt zu den größten umweltbedingten
Gesundheitsrisiken und erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf- und
Atemwegserkrankungen sowie weitere chronische Erkrankungen. Jede Verbesserung
der Luftqualität ist deshalb wirksame Prävention und ein wichtiger Beitrag zum
Schutz der Gesundheit."
Sonja Lämmel, Stellvertreterin der Geschäftsführerin des Deutschen Allergie- und
Asthmabundes e.V. (DAAB): "Saubere Luft ist insbesondere für Betroffene von
Asthma, COPD und Pollenallergien lebenswichtig sowie für alle Personen mit
empfindlichen Atemwegen. Denn Luftschadstoffe erhöhen die Mengen und auch die
Allergenität der Pollen und belasten dadurch unmittelbar die Gesundheit und
Lebensqualität der Patientinnen und Patienten mit chronischen
Atemwegserkrankungen."
Thomas Münzel, Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und
Kreislaufforschung e.V. (DGK): "Die DGK unterstützt die Forderung der Deutschen
Umwelthilfe nach strengeren Luftqualitätsgrenzwerten nachdrücklich: Bereits
kurzfristige Feinstaub-Belastungen erhöhen das Risiko für Herzinfarkte und akute
Herzbeschwerden. Ein Schutzniveau unterhalb der WHO-Richtwerte ist aus
kardiologischer Sicht deshalb nicht akzeptabel."
Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim BUND: "Die Luft in unseren
Städten ist noch immer hoch belastet. Deshalb ist eine Verschärfung der
Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide wichtig und richtig. Wir werden mit
diesem Bündnis eine starke Stimme für saubere Luft sein. Insbesondere beim
Straßenverkehr sehen wir noch Potential und werden überfällige Veränderungen
einfordern und begleiten - mit konsequenten Verbesserungen bei Bahnen und
Bussen, mehr Raum für Fuß- und Radverkehr, Nullemissionszonen und Tempo 30
innerorts."
Michael Müller-Görnert, Fachbereichsleiter Mobilität beim ökologischen
Verkehrsclub VCD: "Der Straßenverkehr bleibt eine der größten Quellen für
Luftschadstoffe. Zwar sind Fahrzeuge sauberer geworden, doch die Belastung ist
vielerorts noch immer zu hoch. Bund, Länder und Kommunen müssen jetzt handeln:
Damit die Luft bis 2030 deutlich sauberer wird, müssen E-Mobilität, Bus und Bahn
sowie der Radverkehr konsequent gestärkt werden."
Sebastian Hinck, Geschäftsführender Vorstand, Deutsche Gesellschaft für Public
Health e.V.: "Schadstoffbelastete Atemluft ist kein theoretisches Umweltproblem
- sie befördert die Entstehung von Krankheiten und kostet letztlich Lebensjahre.
Besonders stark betroffen sind Menschen mit niedrigem sozialem Status, welche in
besonders belasteten Gebieten wohnen und arbeiten. Ihnen fehlen häufig die
Mittel - ob finanziell, gesellschaftlich oder politisch - sich diesen
Belastungen zu entziehen. Saubere Luft trägt damit nicht nur zu einer
Verbesserung der Gesundheit bei, sondern hilft auch die Folgen sozialer
Ungleichheit zu reduzieren."
Hintergrund:
Mitglieder im Bündnis "Saubere Luft 2030" sind: Allgemeiner Deutscher Fahrrad
Club e. V. (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.,
Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm und Schadstoffbelastungen e.V.,
Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) e.V., Deutsche Gesellschaft
für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung e.V. (DGK), Deutsche Gesellschaft
für Public Health, Deutsche Umwelthilfe (DUH) e.V., Deutscher Allergie- und
Asthmabund e.V. (DAAB), Fachverband Fußverkehr Deutschland e.V. (FUSS), Fridays
for Future, Health for Future, Klimaschutz im Bundestag e.V., Klimawandel und
Gesundheit (KLUG) - AG Luft, Lungenstiftung Bremen, Naturschutzbund Deutschland
(NABU), Ökopol - Institut für Ökologie und Politik GmbH, Senior:innen-Vertretung
Tempelhof Schöneberg, Teachers for Future, Verkehrsclub Deutschland e. V. (VCD).
Links:
- Stellungnahme zum Referentenentwurf: https://l.duh.de/pm260630
- Website zum Bündnis Saubere Luft 2030:
http://www.duh.de/informieren/saubere-luft/saubere-luft-durchsetzen/
Pressekontakt:
Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer DUH
0171 3649170, resch@duh.de
Samir Rabbata, Pressesprecher der Bundesärztekammer
presse@baek.de
Sonja Lämmel, Stellvertreterin der Geschäftsführerin des DAAB
sl@daab.de
Prof. Thomas Münzel, Vertreter der DGK
0174 2189542, tmuenzel@uni-mainz.de
Pressestelle des BUND
030 275 86 109
Michael Müller-Görnert, Fachbereichsleiter Mobilität VCD
0177 1702461, michael.mueller-goernert@vcd.org
Sebastian Hinck, Geschäftsführender Vorstand der Deutsche Gesellschaft für
Public Health
sebastian.hinck@dgph.info
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, presse@duh.de
www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6305087
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
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