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Hamburg (ots) - Analyse im Auftrag von Green Planet Energy zeigt, wie sich
Ausbau erneuerbarer Energien und Netze besser aufeinander abstimmen lassen als
im Regierungsentwurf
Seit Monaten kritisieren Branche, Bundesländer und SPD das Netzpaket von
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Der Plan, neue Wind- und
Solaranlagen bei Netzengpässen ohne Entschädigung abzuregeln, würde private
Investitionen in 90 Landkreisen ausbremsen. Gefährdet wären rund 32 Gigawatt an
Projekten und bis zu 45 Milliarden Euro an Investitionen. Dabei gibt es viel
wirksamere Alternativen, wie eine neue Analyse zeigt.
Vorschlag aus dem Wirtschaftsministerium ist die schlechteste Option
Eine neue Enervis-Analyse im Auftrag von Green Planet Energy vergleicht die
vorliegenden Alternativen zum umstrittenen Redispatch-Vorbehalt. Das Ergebnis
ist eindeutig: Es gibt wesentlich wirksamere Modelle als den Vorschlag des
Wirtschaftsministeriums. Der Redispatch-Vorbehalt verlagert die Risiken von
Netzengpässen einseitig auf Betreiber von Wind- und Solarparks, macht deren
Erlöse unplanbar und steuert den Ausbau nur ungenau. Die Festlegung
kapazitätslimitierter Netzgebiete erfolgt vergleichsweise grob und ohne
ausreichende technologiespezifische Differenzierung, sodass eine klare Steuerung
fehlt. Gleichzeitig werden Effizienzpotenziale, etwa durch bessere Nutzung
bestehender Netzanschlüsse, Überbauung, Co-Location oder die Integration von
Speichern nicht systematisch genutzt.
"Das Ziel des Netzpakets ist richtig, aber die Lösung darf die Energiewende
nicht stilllegen. Wir müssen den Ausbau besser steuern, die Netze effizienter
nutzen und Investitionen in neue Anlagen kalkulierbar halten. Die
Bundesregierung sollte jetzt auf Basis der vielen Vorschläge endlich einen
Kompromiss finden. Die gute Nachricht ist: Bessere Instrumente liegen auf dem
Tisch", erklärt Carolin Dähling, Bereichsleiterin Politik und Kommunikation bei
Green Planet Energy. Wirtschaftsministerin Reiche hatte zuletzt
Kompromissbereitschaft signalisiert, nachdem ein Kabinettsbeschluss zum
Netzpaket und zur EEG-Reform wiederholt verschoben wurde.
Erneuerbaren-Ausbau besser steuern und Netze effizienter nutzen
Die Analyse empfiehlt einen Mix aus zwei Hebeln:
1. Regionale Baukostenzuschüsse: Ausbau gezielt dorthin lenken, wo Platz im Netz
ist
Die Idee dabei: Wer eine Anlage ans Netz anschließt, zahlt einen einmaligen
Zuschuss - je nachdem, wie stark das Netz vor Ort ausgelastet ist. In
Engpassgebieten wird es teurer. Wo es noch Kapazität gibt, günstiger. So
entsteht ein finanzieller Anreiz, Projekte genau dort zu bauen, wo das Netz den
Strom aufnehmen kann, ohne dass Betreiber mit unplanbaren Verlusten rechnen
müssen. Die Bundesnetzagentur sollte Baukostenzuschüsse daher regional
ausgestalten und dadurch klare Signale setzen, wo sich neue Projekte rechnen und
wo weniger.
2. Begrenzte Einspeiseleistung statt Stromspitzen im Netz
Ein weiterer Hebel ist die sogenannte systemdienliche Anschlussleistung: Anlagen
bekommen eine begrenzte Leistung, die sie sicher ins Netz einspeisen und für die
sie vergütet werden. Das ist die Grundlage für ihre Finanzierung. Alles darüber
hinaus kann zusätzlich produziert werden, fließt aber nicht automatisch ins
Netz, sondern wird vor Ort genutzt, gespeichert oder bei Engpässen gezielt
gedrosselt und nicht vergütet. So bleibt ein Großteil der Erträge planbar,
während weniger Strom in ohnehin ausgelasteten Zeiten ins Netz fließt und
Leitungen gleichmäßiger genutzt werden.
Zeitdruck wächst: Instrumente für einen Kompromiss liegen vor
Strommarktexperte Dr. Tim Höfer vom Analyse-Haus enervis betont: "Das größte
Problem am Redispatch-Vorbehalt ist die ungenaue Steuerungswirkung.
Baukostenzuschüsse lenken den Ausbau viel gezielter dorthin, wo Netzkapazitäten
vorhanden sind, und beteiligen die Betreiber fair an den Netzkosten. Begrenzte
Einspeiseleistungen sorgen zusätzlich dafür, dass vorhandene Netzanschlüsse
besser ausgelastet werden."
Green Planet Energy fordert die Bundesregierung auf, das Netzpaket schnell
nachzubessern. "Es gibt funktionierende Instrumente, um Netzengpässe zu
reduzieren, ohne den Ausbau zu gefährden. Statt neuer Risiken braucht es eine
Kombination bewährter Ansätze, mehr Tempo beim Netzausbau und bei der
Digitalisierung der Verteilnetze", so Dähling. Die Branche steht unter
Zeitdruck: Bis Ende des Jahres läuft die aktuelle EEG-Förderung aus. Ohne neue
Regeln für Ausschreibungen und Vergütung fehlt vielen Projekten die Grundlage
für Finanzierung und Bau.
Download:
- Enervis: Alternativen zum Redispatch-Vorbehalt für eine bessere
Synchronisierung von Erneuerbare Energien- und Netzausbau (https://green-planet-
energy.de/fileadmin/docs/publikationen/Studien/gpe-2026-alternativen-zum-redispa
tchvorbehalt.pdf)
- Factsheet von Green Planet Energy: Systemeffizienz statt Abschaltlogik. Wie
ein kluger Instrumentenmix den Ausbau von Erneuerbaren und Netzen besser
verzahnt (https://green-planet-energy.de/fileadmin/docs/publikationen/stellungna
hmen/gpe-netzpaket-factsheet-250630.pdf)
Pressekontakt:
Green Planet Energy eG
Alexander Karasek
Tel.: 040 - 808110-658
mailto:alexander.karasek@green-planet-energy.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/16698/6305093
OTS: Green Planet Energy eG
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