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Berlin/Bonn (ots) - Mehr als 300 Unternehmen der deutschen Getränkewirtschaft
haben sich in einem gemeinsamen offenen Brief (https://brauer-bund.de/wp-content
/uploads/2026/06/Offener-Brief-der-Getraenkeunternehmen-zur-Zuckersteuer.pdf)
gegen die von Bundesregierung und Bundestag geplante Einführung eine
Zuckersteuer bzw. -abgabe auf Getränke ausgesprochen. Die Unternehmen
unterstützen damit die Position der Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie Getränke
(wafg), des Verbands Deutscher Mineralbrunnen (VDM), des Verbands der deutschen
Fruchtsaft-Industrie (VdF), des Deutschen Brauer-Bundes (DBB) sowie der Privaten
Brauereien Deutschland. Gemeinsam mit den Branchenverbänden appellieren sie an
die Politik, auf zusätzliche Belastungen für Unternehmen und Verbraucher zu
verzichten.
In ihrem Brief machen die Unternehmen deutlich, dass die Getränkewirtschaft in
Deutschland von einer großen Vielfalt und überwiegend mittelständischen
Betrieben geprägt ist und aus hunderten regional verwurzelten
Familienunternehmen besteht. Diese Betriebe sind in den vergangenen Jahren
bereits erheblich durch gestiegene Energie-, Logistik-, Verpackungs- und
Personalkosten belastet worden. Hinzu kommen die Auswirkungen der
Konsumzurückhaltung sowie die anhaltende Krise der Gastronomie. Vor diesem
Hintergrund warnen die Betriebe vor den Folgen einer zusätzlichen Abgabe.
Nach Auffassung der Branchen würde eine Zuckersteuer nicht nur Unternehmen,
sondern auch Verbraucherinnen und Verbraucher empfindlich treffen. Gerade
Haushalte mit niedrigem Einkommen müssten mit zusätzlichen Belastungen rechnen.
Die Getränkewirtschaft verweist darauf, dass die Lebensmittelpreise bereits
heute auf einem sehr hohen Niveau liegen und weitere Preissteigerungen die
Kaufkraft vieler Menschen zusätzlich schwächen würden.
Zugleich stellen die Unterzeichner die gesundheitspolitische Wirksamkeit einer
Zuckersteuer infrage. Sie verweisen darauf, dass die Befürwortung entsprechender
Maßnahmen häufig auf Modellrechnungen beruhe, die eine Wirkung lediglich
unterstellen, jedoch nicht beweisen könnten. "Für die Wirksamkeit einer
Zuckersteuer fehlen die Belege", betont die Getränkewirtschaft. Darüber hinaus
hebt die Branche hervor, dass sie bereits erhebliche Fortschritte bei der
Zuckerreduktion erzielt hat. Nach offiziellen Erhebungen sei der Zuckergehalt
marktrelevanter Erfrischungsgetränke seit 2018 in Deutschland um rund 15 Prozent
gesunken. Grundlage hierfür sei eine erfolgreiche Eigeninitiative der
Unternehmen, die durch Rezepturänderungen, Innovationen und ein erweitertes
Angebot kalorienreduzierter bzw. Zero-Produkte umgesetzt worden sei: "Die Zahlen
zeigen: Zuckerreduktion bei Getränken ist bereits Realität", so die
Unterzeichner.
Aus Sicht der Getränkewirtschaft würde eine Zuckersteuer weder die komplexen
Ursachen von Übergewicht und ernährungsmitbedingten Erkrankungen lösen, noch
einen nachhaltigen Beitrag zur Stabilisierung der gesetzlichen
Krankenversicherung leisten. Stattdessen handele es sich um eine
symbolpolitische Maßnahme, die erhebliche wirtschaftliche und bürokratische
Belastungen verursache. Insbesondere zeigen weder die Erfahrungen in
Großbritannien noch in anderen Ländern, dass ein solcher massiver staatlicher
Eingriff die Gesundheit der Bevölkerung verbessert habe.
Hinzu komme, dass eine Zuckersteuer zu keinen verlässlichen fiskalischen
Einnahmen führe. Die bisherigen Modellbetrachtungen blendeten die absehbar hohen
Kosten für die Steuerer-hebung ebenso aus wie die Kosten der Überwachung. Hinzu
komme, dass sich die Bundesre-gierung auf dieser Grundlage selbst nicht sicher
sei, welche Einnahmen kurz- und langfristig tatsächlich realisierbar werden.
Außerdem bringe die Maßnahme keine relevanten Einspa-rungen für das GKV-System -
der zugrunde liegende Bericht der Finanz-Kommission Gesund-heit an die
Bundesregierung gehe selbst nur von einem "durchschnittlichen jährlichen
Ein-sparpotenzial von etwa 20 bis 170 Mio. Euro im GKV-System" aus.
Vor diesem Hintergrund appellieren die mehr als 300 unterzeichnenden Unternehmen
ein-dringlich an Bundesregierung und Bundestag, auf neue Belastungen zu
verzichten und den handwerklichen und mittelständischen Betrieben
Planungssicherheit zu geben. "Unsere Betriebe brauchen in außergewöhnlich
fordernden Zeiten Verlässlichkeit und eine Perspektive für die Zukunft, keine
neuen Belastungen", heißt es abschließend in dem Brief.
Pressekontakt:
Dr. Detlef Groß, Hauptgeschäftsführer Wirtschaftsvereinigung Alkoholfreie
Getränke e.V. Tel. 030 / 2592580, mail@wafg.de, www.wafg.de
Jürgen Reichle, Geschäftsführer Verband Deutscher Mineralbrunnen e.V. Tel. 0228
/ 9599012, info@vdm-bonn.de, www.vdm-bonn.de
Klaus Heitlinger, Geschäftsführer Verband der deutschen Fruchtsaftindustrie
e.V. Tel. 0228 / 954600, info@fruchtsaft.org, www.fruchtsaft.org
Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer Deutscher Brauer-Bund e.V. Tel.: 030 /
20916725, info@brauer-bund.de, www.brauer-bund.de
Roland Demleitner, Bundesgeschäftsführer Private Brauereien Deutschland e.V.
Tel.: 06431/52048, info@private-brauereien-deutschland.de,
www.private-brauereien.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/14818/6305171
OTS: Deutscher Brauer-Bund e.V.
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