|
Berlin (ots) -
- 15 von 23 antwortenden Unternehmen bewerten die EU-Entwaldungsverordnung
positiv - 8 haben sie bereits vollständig oder weitgehend umgesetzt
- Rewe und Lekkerland verfügen nach eigenen Angaben über kein systematisches
Verfahren zur Prüfung ihrer Lieferketten
- DUH fordert verlässliche gesetzliche Vorgaben und transparente Lieferketten
Der Futtermittelradar 2026 der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zeigt: Verbindliche
Regeln zum Schutz von Wäldern und anderen natürlichen Ökosystemen werden von den
antwortenden Unternehmen aus sechs Branchen überwiegend nicht als Belastung,
sondern als wichtige Grundlage für verlässliche Lieferketten bewertet. 15 der 23
antwortenden Unternehmen beurteilen die EU-Verordnung für entwaldungsfreie
Produkte (EUDR) positiv. 8 Unternehmen geben an, die Vorgaben bereits
vollständig oder weitgehend umgesetzt zu haben. Dies ergibt sich aus einer
Umfrage unter 64 Unternehmen aus Futtermittelwirtschaft, Fleisch-, Milch- und
Eierproduktion, Lebensmittelhandel und Systemgastronomie, die von der DUH zu
ihren Soja- und Palmöllieferketten befragt wurden.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Bei den befragten
Unternehmen zeigt sich, dass verbindliche Umweltregeln umsetzbar sind und nicht
zwangsläufig eine Belastung bedeuten, auch wenn sich daraus kein abschließendes
Bild der gesamten Branche ableiten lässt. Nicht die EU-Entwaldungsverordnung
verunsichert die Unternehmen, sondern deren ständiges Verschieben und
Abschwächen. Viele Betriebe, die auf Futtermittel angewiesen sind, haben längst
Geld und Arbeit in transparente und entwaldungsfreie Lieferketten investiert.
Wer die Verordnung jetzt bei der Umsetzung schwächt, bestraft die Vorreiter der
Branche. Wir fordern Bundesregierung und EU-Kommission auf, die Verordnung
konsequent umzusetzen, anzuwenden und die Streichung von Druckerzeugnissen sowie
den geplanten Wegfall von Leder zurückzunehmen."
Der Futtermittelradar der DUH zeigt, dass das deutsche
Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz den Aufbau betrieblicher Sorgfaltsprozesse
vorangebracht hat. 13 Unternehmen haben dadurch Prozesse eingeführt oder
angepasst, die sie nun auch für die Umsetzung der EUDR nutzen. Die DUH fordert
Unternehmen auf, ihre Soja- und Palmöllieferketten vollständig getrennt, bis zur
Anbaufläche rückverfolgbar und unabhängig überprüfbar zu gestalten. Entwaldung
und die Umwandlung anderer natürlicher Ökosysteme müssen verbindlich
ausgeschlossen werden.
Gleichzeitig bestehen weiterhin erhebliche Transparenz- und Kontrolllücken. Nur
23 von 64 angeschriebenen Unternehmen beteiligten sich an der Abfrage. Rewe und
Lekkerland verfügen nach eigenen Angaben über kein systematisches Verfahren, mit
dem sie die Einhaltung geltender Vorgaben zu Menschenrechten, Arbeits- und
Landrechten sowie zum Umweltschutz entlang ihrer Lieferketten prüfen. Gastro &
Soul und die Block Gruppe kontrollieren lediglich anlassbezogen oder
stichprobenartig. Bei Palmöl konnte kein Unternehmen den Anteil der Ware
beziffern, welcher aus nachweislich getrennten, entwaldungsfreien Lieferketten
stammt.
Hintergrund:
Die DUH veröffentlicht den Futtermittelradar seit 2021. Der Marktcheck nahm
zunächst vor allem den Einsatz von nachhaltig zertifiziertem und
entwaldungsfreiem Palmöl in Futtermitteln in den Blick. Mittlerweile bewertet
der Marktcheck deutlich umfassender, ob Unternehmen ihren Sorgfaltspflichten
entlang der gesamten Lieferkette tierischer Erzeugnisse nachkommen. Neben Palmöl
steht inzwischen auch Soja im Fokus, und die Bewertung geht über die reiner
Waldzerstörung hinaus: Erfasst werden heute auch die Umwandlungsfreiheit
weiterer bedrohter Ökosysteme wie des Cerrados, die getrennte Rückverfolgbarkeit
bis zur Anbaufläche, die Qualität der Zertifizierungen sowie die Wahrung von
Menschen- und Landrechten. Damit rücken zunehmend die Vorgaben der EUDR und der
Lieferkettengesetze in den Vordergrund.
Link:
Zum DUH-Futtermittelradar 2026: https://l.duh.de/p260701
Pressekontakt:
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mailto:mueller-kraenner@duh.de
DUH-Newsroom:
030 2400867-20, mailto:presse@duh.de
http://www.duh.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22521/6305645
OTS: Deutsche Umwelthilfe e.V.
|