|
Berlin (ots) - Monatelange Lagerung kann SUP-Boards schädigen und die Sicherheit
auf dem Wasser beeinträchtigen. Der TÜV-Verband empfiehlt vor der ersten Tour
einen gründlichen Materialcheck und erklärt, worauf Verbraucher:innen achten
sollten .
Zum Beginn der Sommerferien holen viele Wassersportbegeisterte ihr
Stand-Up-Paddle-Board (SUP) wieder aus Keller, Garage oder Abstellraum. Bevor es
aufs Wasser geht, sollte das Board jedoch sorgfältig überprüft werden. "Material
und Bauteile altern, auch wenn ein SUP-Board über Monate nicht genutzt wird",
sagt André Siegl, Experte für Arbeits- und Gesundheitsschutz beim TÜV-Verband.
"UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder eine ungeeignete Lagerung können
Kunststoffe, Verklebungen und andere Bauteile beschädigen. Bei einer nicht ganz
trockenen Winterlagerung können Schimmel, Gerüche und Flecken entstehen. Diese
schädigen bei längerer Feuchtigkeit auch das Material und lassen das Board
schneller altern." Ein kurzer Materialcheck hilft, sicherheitsrelevante Schäden
frühzeitig zu erkennen. Der TÜV-Verband erklärt, worauf Verbraucher:innen achten
sollten, wann ein Board besser nicht mehr genutzt werden sollte und welche
Qualitätsmerkmale beim Kauf eines neuen SUP-Boards wichtig sind.
Materialcheck: Diese Schäden sind sicherheitsrelevant
Vor der ersten Tour sollte das Board einmal gründlich überprüft werden.
Unabhängig davon, ob es sich um ein aufblasbares SUP oder ein Hardboard handelt,
sollte die Oberfläche frei von Rissen, tiefen Kratzern oder Verformungen sein.
Bei Hardboards können zudem weiche Stellen, Oberflächenschäden, wie Ablösungen,
Materialausbrüche oder Risse im Laminat auf strukturelle Schäden hinweisen. Die
Finnen, der Finnenkasten, die D-Ringe und die Gepäckbefestigungen sollten fest
sitzen und die Sicherheitsleine (Leash) darf keine Beschädigungen aufweisen. Bei
aufblasbaren Boards, sogenannten Inflatables, sollten außerdem Verklebungen und
Ventil kontrolliert werden. Das Board sollte vollständig aufgepumpt werden und
den vom Hersteller empfohlenen Betriebsdruck dauerhaft halten. Es sollten dann
weder Blasen noch Beulen an der Oberfläche sichtbar sein. "Die strukturelle
Steifigkeit eines aufblasbaren SUP-Boards hängt direkt vom gehaltenen
Betriebsdruck ab", sagt Siegl. "Bereits kleine Undichtigkeiten oder geschwächte
Verklebungen führen zu Druckverlust und damit zu verminderter Stabilität." Unter
Belastung kann dies die Fahreigenschaften deutlich verschlechtern und die
Kontrolle über das Board beeinträchtigen und im Ernstfall zu gefährlichen
Situationen auf dem Wasser führen.
Checkliste für eine Sicht- und Funktionsprüfung des Boards und des Zubehörs
- Ist die Board-Oberfläche frei von Blasen, Beulen, Rissen, Schnitten, Abrieb
oder Verformungen?
- Gibt es bei Hardboards Risse im Laminat, Ablösungen, Materialausbrüche oder
weiche Stellen?
- Sind Verklebungen intakt oder zeigen sich Ablösungen oder Blasenbildung?
- Lässt sich das Board vollständig aufpumpen und hält es den Luftdruck?
- Sitzt das Ventil fest und ist es dicht?
- Sind Finnen und Finnenkasten unbeschädigt und fest montiert?
- Sitzen D-Ringe und Gepäckbefestigungen sicher?
- Ist das Deckpad ausreichend rutschfest?
- Ist die Sicherheitsleine (Leash) frei von Verschleiß, Rissen oder beschädigten
Verschlüssen?
Beschädigtes SUP: Reparieren oder ersetzen?
Nicht jeder Schaden bedeutet das Aus für ein SUP-Board. Kleinere Beschädigungen
an der Oberfläche oder punktuelle Undichtigkeiten bei aufblasbaren Boards sich
bei vielen aufblasbaren Boards mit geeigneten Reparatursets zu beheben.
Austauschbare Teile, wie Sicherheitsleine (Leash) sind in der Regel
Nachkaufprodukte. Voraussetzung ist jedoch, dass die Reparatur und der Austausch
entsprechend den Herstellerangaben und fachgerecht erfolgt und Dichtigkeit sowie
mechanische Belastbarkeit vollständig wiederhergestellt werden. "Sind tragende
Bereiche beschädigt, lösen sich großflächig Verklebungen oder verliert ein
aufblasbares Board dauerhaft Luft, sollte es nicht weiter genutzt werden", sagt
Siegl. "Im Zweifel ist der Austausch die sicherere Wahl."
Neues SUP-Board kaufen: Qualität und Prüfzeichen beachten
Steht eine Neuanschaffung an, sollten Verbraucher:innen nicht nur auf Größe und
Einsatzzweck achten. Ebenso wichtig sind die Materialqualität, eine hochwertige
Verarbeitung und eine robuste Konstruktion. Unterschiede gibt es unter anderem
bei den verwendeten Materialien, der Verarbeitung der Verklebungen sowie der
Belastbarkeit von Board und Zubehör. "Entscheidend sind widerstandsfähige und
wertige Materialien, präzise verarbeitete Verklebungen und belastbare
Verbindungselemente", sagt Siegl. "Hochwertige Produkte behalten ihre
Formstabilität auch unter Belastung und bieten damit eine wichtige Voraussetzung
für ein sicheres Fahrverhalten."
Unabhängige Prüfzeichen bieten Verbrauchern eine wichtige Orientierung. Trägt
ein Board das GS-Zeichen in Verbindung mit dem Prüfzeichen, wie das eines
TÜV-Unternehmens, wurde es nach den Anforderungen des Produktsicherheitsgesetzes
auf sicherheitsrelevante Eigenschaften geprüft. Dazu gehören unter anderem
Materialbeschaffenheit, Belastbarkeit und Stabilität. Auch die Rutschfestigkeit
der Standfläche sowie sicherheitsrelevante Bauteile wie D-Ringe und
Befestigungspunkte werden bewertet. Grundlage der Prüfung ist die Norm DIN EN
ISO 25649-7. Sie beschreibt Sicherheitsanforderungen für aufblasbare
Stand-Up-Paddle-Boards als Freizeitartikel der Klasse E für den Einsatz in
geschützten Uferzonen. Vorsicht ist hingegen geboten, wenn ein SUP-Board mit der
Norm DIN EN 15649 gekennzeichnet ist. Diese Norm gilt für schwimmende
Freizeitartikel wie Luftmatratzen oder Schwimminseln, nicht jedoch für
Stand-Up-Paddle-Boards.
Über den TÜV-Verband: Als TÜV-Verband e.V. vertreten wir die politischen
Interessen der TÜV-Prüforganisationen und fördern den fachlichen Austausch
unserer Mitglieder. Wir setzen uns für die technische und digitale Sicherheit
sowie die Nachhaltigkeit von Fahrzeugen, Produkten, Anlagen und Dienstleistungen
ein. Grundlage dafür sind allgemeingültige Standards, unabhängige Prüfungen und
qualifizierte Weiterbildung. Unser Ziel ist es, das hohe Niveau der technischen
Sicherheit zu wahren, Vertrauen in die digitale Welt zu schaffen und unsere
Lebensgrundlagen zu erhalten. Dafür sind wir im regelmäßigen Austausch mit
Politik, Behörden, Medien, Unternehmen und Verbraucher:innen.
Pressekontakt:
Linda Roy
Pressesprecherin
TÜV-Verband e. V.
Friedrichstraße 136 | 10117 Berlin
030 760095-580, mailto:presse@tuev-verband.de
http://www.tuev-verband.de | http://www.linkedin.com/company/tuevverband
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/65031/6305673
OTS: TÜV-Verband e. V.
|