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Berlin (ots) - Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, brauchen erst einmal
Informationen in ihrer Herkunftssprache, um sich im Alltag zurechtzufinden.
Genau hier setzen die Wegweiserkurse an. In diesen Kursen erhalten
Schutzsuchende bald nach ihrer Ankunft eine Fülle an praktischen Hinweisen.
Darüber hinaus lernen sie die Grundlagen des Zusammenlebens in Deutschland
kennen. Hierbei unterstützen die Kulturmittler*innen: Kursleitende, die die
Herkunftssprachen der Schutzsuchenden sprechen und in der Regel selbst eine
Migrationsbiografie haben. Koordiniert vom DVV, laufen die Vorbereitungen für
die Kurse am 1. Juli in 13 Bundesländern an.
Um die Menschen vor Ort zu erreichen, arbeiten die Träger der Wegweiserkurse in
den Bundesländern mit Aufnahmeeinrichtungen und weiteren lokalen
Kooperationspartnern zusammen. Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist
zudem, dass überall genug Kulturmittler*innen zur Verfügung stehen. Hierfür
sollen im Verlauf des Projektes bis zu 600 Personen qualifiziert werden. Ab
heute weist der DVV die Kursleitenden in das Curriculum und den Auftrag der
Wegweiserkurse ein. Darüber hinaus organisiert der Verband den Fachaustausch
zwischen allen beteiligten Akteuren auf Bundes-, Länder- und Trägerebene.
"Mit den Wegweiserkursen kommen Schutzsuchende erst einmal in unserer
Gesellschaft an", sagt Katinka Bartl, stellvertretende Direktorin des DVV.
"Kulturmittler*innen können komplexe Inhalte, zum Beispiel Informationen zum
Rechts- und Gesundheitssystem in Deutschland, über Sprachbarrieren hinweg
vermitteln - das ist enorm wertvoll". Einen Deutschkurs könnten die
Wegweiserkurse jedoch nicht ersetzen, betont Katinka Bartl: "Damit Menschen sich
in die Gesellschaft integrieren und arbeiten können, brauchen sie systematischen
Spracherwerb und entsprechende Nachweise."
Das Konzept der Wegweiserkurse hat sich bereits bewährt. Erstmals wurde es im
Jahr 2015 in Sachsen umgesetzt. Von 2018 bis 2024 wurden Wegweiserkurse mit
Mitteln des Bundesinnenministeriums in Modellprojekten erprobt. Bayern richtete
2018 Wegweiserkurse ein, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und das
Saarland folgten 2020. Nach Auslaufen der nationalen Förderung konnten die
Wegweiserkurse in Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern mit
Mitteln des europäischen Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF)
fortgeführt werden, jeweils kofinanziert von Bund und Land. Auch das aktuelle
Projekt "Kulturmittler*innen für Wegweiserkurse" wird aus dem AMIF gefördert.
Die Kofinanzierung übernimmt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).
Weitere Informationen
Mehr zum Projekt "Kulturmittler*innen für Wegweiserkurse" im DVV (https://www.vo
lkshochschule.de/projekte/kulturmittler-innen-fuer-wegweiserkurse/index.php)
Pressekontakt:
Deutscher Volkshochschul-Verband e. V.
Dr. Angela Rustemeyer, Leitung Verbandskommunikation
Tel. 0049 228 97569 18, mailto:rustemeyer@dvv-vhs.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/120024/6306098
OTS: Deutscher Volkshochschul-Verband
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