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Köln (ots) - "Antimuslimischer Rassismus ist kein Randproblem, sondern eine
Bewährungsprobe für den Rechtsstaat", erklären Aynur Handan Yazici, Vorsitzende
der Frauenorganisation der Islamischen Gemeinschaft Millî Görüs (IGMG), und
Zehra Karatas, Vorsitzende der Frauen-Jugendorganisation der IGMG. Anlass ist
der Tag gegen antimuslimischen Rassismus, der an den islamfeindlichen Mord an
Marwa El-Sherbini im Dresdener Landgericht erinnert.
Zum 1. Juli, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus, fordert die Islamische
Gemeinschaft mehr Schutz für Betroffene, verbindliche Schutzkonzepte für
Moscheen sowie eine klare politische Antwort auf die wachsende Zahl
antimuslimischer Vorfälle.
Yazici: "Der Mord an Marwa zeigte auf schreckliche Weise, wohin Hass und
Entmenschlichung führen können. Das Gedenken daran darf nicht folgenlos bleiben.
Wer den Rechtsstaat verteidigt, muss auch diejenigen schützen, die sich an ihn
wenden. Marwa El-Sherbini suchte Recht und wurde an einem Ort ermordet, der
Schutz versprechen sollte. Dieser Widerspruch verpflichtet Staat und
Gesellschaft bis heute."
Im aktuelle CLAIM-Lagebild wurden für das Jahr 2025 bundesweit 4.096
antimuslimische Vorfälle dokumentiert. Hinter diesen Zahlen stehen Menschen, die
täglich beleidigt, ausgegrenzt oder angegriffen werden.
Karatas: "Antimuslimischer Rassismus betrifft nicht nur Musliminnen und Muslime.
Er richtet sich gegen die Grundwerte einer freien und demokratischen
Gesellschaft. Deshalb ist sein entschiedenes Zurückweisen keine Aufgabe einer
einzelnen Gemeinschaft, sondern eine gemeinsame Verantwortung von Politik,
Medien und Zivilgesellschaft. Die im Grundgesetz garantierte Menschenwürde,
Gleichbehandlung und Religionsfreiheit müssen für alle Menschen uneingeschränkt
gelten."
Im islamischen Verständnis ist die Würde des Menschen keine Gefälligkeit der
Mehrheit, sondern eine Verpflichtung vor dem Schöpfer. Der 1. Juli ist daher
kein muslimischer Sondergedenktag, sondern ein demokratischer Prüfstein. Eine
offene Gesellschaft zeigt sich nicht daran, wie gern sie Vielfalt beschwört,
sondern daran, wie entschlossen sie Menschen schützt, wenn diese Vielfalt
angegriffen wird.
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