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Bonn (ots) - In der aktuellen Ausgabe von phoenix persönlich spricht Erhard
Scherfer mit dem ehemaligen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert über dessen
Rückzug aus der Spitzenpolitik, seine neue Aufgabe bei der Organisation
Finanzwende e.V. sowie über den Zustand der deutschen Parteienlandschaft. Dabei
blickt Kühnert offen auf persönliche Erfahrungen, erklärt, warum er sich für
einen Neuanfang entschieden hat, und beschreibt, wie er sich künftig politisch
einbringen möchte.
Trotz seines Ausscheidens aus der aktiven Parteipolitik fühlt sich Kühnert den
Grundwerten der Sozialdemokratie weiterhin eng verbunden. Auf die Frage, ob er
noch Sozialdemokrat sei, antwortet er: "Ja, klar. Durch und durch."Seine
Entscheidunggegen ein politisches Spitzenamt habe nichts an seinen politischen
Überzeugungen geändert.
Er sei ein Sozialdemokrat, der Erfahrungen in der Realpolitik gesammelt habe.
Erfahrungen, so Kühnert, die ihm als Mensch nicht immer gut getan hätten.
Ausschlaggebend für seinen Rückzug aus der aktiven Politik sei für ihn die Frage
gewesen, ob er noch Veränderungen anstoßen könne: "Mir ging es am Ende um
Wirksamkeit." Diese sehe er heute stärker in seiner Arbeit bei Finanzwende, wo
er sich unter anderem für eine Reform der Erbschaftsteuer und mehr
Steuergerechtigkeit einsetzt.
Mit Blick auf die Einigung bei der Rentenreform fühlt sich Kühnert an eine "fast
schon vergangene Zeit" erinnert: "Dass man in der Lage ist, komplexe Sachen in
einem Konsens aufzulösen." Er sei dennoch nicht von allen Punkten überzeugt. So
hätten unter anderem viele Menschen schlechte Erfahrungen mit privaten
Altersvorsorgeprodukten gemacht, "in die sich auch von der Politik reingeredet
wurden und die sich als vor allem Förderprogramm für die Versicherungswirtschaft
erwiesen haben."
Neben politischen Themen spricht Kevin Kühnert auch über seine zweimonatige
Alpenwanderung nach dem Ende seines Bundestagsmandats, über persönliche
Neuorientierung sowie über seine Leidenschaft für den Fußball.
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