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Köln/Berlin (ots) - Anlässlich des 15-jährigen Bestehens des
Bundesfreiwilligendienstes (BFD) zieht der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland
(ASB) eine positive Bilanz und warnt zugleich vor einer Rückkehr zum
Pflichtdienst. Der Verband fordert stattdessen die konsequente Stärkung der
bestehenden Freiwilligendienste BFD und FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) und
deren Gleichstellung mit dem freiwilligen Wehrdienst. ASB-Bundesvorsitzender
Knut Fleckenstein betont:
"BFD und FSJ zeigen: Engagement wächst durch Freiwilligkeit. Die Strukturen der
Freiwilligendienste zu stärken und ihre Attraktivität weiter auszubauen, ist
deshalb das Gebot der Stunde für die Bundesregierung."
Pflichtdienstdebatte und Lehren aus 15 Jahren BFD
Mit dem neuen, auf Freiwilligkeit beruhenden Wehrdienst ist die politische
Debatte über Pflichtmodelle nicht beendet. Auch die Einführung einer
Kontingentwehrpflicht wird weiter diskutiert - mit unmittelbaren Folgen für die
Freiwilligendienste. Als 2011 mit der Aussetzung der Wehrpflicht auch der
Zivildienst endete, wurde der Bundesfreiwilligendienst als freiwilliges,
generationenübergreifendes Format geschaffen - neben den bereits bestehenden
Jugendfreiwilligendiensten FSJ und FÖJ. Die Träger haben den Aufbau des BFD
trotz zusätzlicher Doppelstrukturen erfolgreich bewältigt. Die Erfahrungen aus
15 Jahren BFD müssen einfließen, wenn heute über einen Zivildienst und seine
Verknüpfung mit dem BFD nachgedacht wird.
Freiwilligkeit unter Druck
Für den ASB ist klar: Die bestehenden Freiwilligendienste dürfen durch erneute
Ersatzdienststrukturen nicht geschwächt werden. Denn ein modernes Dienstsystem
soll jungen Menschen für jegliche Form des Engagements - ob in der
Zivilgesellschaft oder bei der Bundeswehr - attraktive Wahlmöglichkeiten bieten.
Daraus folgt eine zentrale politische Forderung: Die Freiwilligendienste BFD und
FSJ und der freiwillige Wehrdienst müssen gleichgestellt werden - in
Anerkennung, Attraktivität, Ausstattung und Bildungszeit.
Kernforderung: Freiwilligkeit stärken, nicht durch Pflicht ersetzen
Der ASB setzt in der Wehrdienstdebatte grundsätzlich auf Freiwilligkeit und
spricht sich gegen die Einführung eines allgemeinen Pflichtdienstes aus. "Wer
begeistern will, muss motivieren", lautet das Leitmotiv, welches der ASB in
seinem Positionspapier "Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht - Die Dienste der
Zukunft" 2025 veröffentlicht hat. Darin heißt es: Ein modernes Dienstsystem baut
auf Freiwilligkeit, Motivation und Bildung, nicht auf Zwang.
Erfolgsbilanz im ASB: Gut 23.000 Freiwillige seit 2011
Seit 2011 ist der ASB Zentralstelle für den BFD und das FSJ. Seither haben gut
23.000 Menschen einen Freiwilligendienst beim ASB absolviert, davon 7.840 im
BFD. Das Engagement wirkt im ASB: Im Jahrgang 2024/25 etwa gibt ein Drittel der
aktiven Freiwilligen kurz vor Dienstende an, mit dem ASB in Kontakt bleiben zu
wollen, zehn Prozent nehmen den direkten Weg ins Hauptamt.
Bundesweit leisten heute zahlreiche Menschen jährlich in Freiwilligendiensten
unverzichtbare Arbeit - in Pflege, Rettungsdienst, Kinder- und Jugendhilfe,
Krankenhäusern und im Bevölkerungsschutz. Der BFD bleibt dabei trotz seines
generationenübergreifenden Ansatzes der "kleine Bruder": Während im Durchschnitt
rund 33.000 Menschen jährlich einen BFD absolvieren, sind es im FSJ fast 50.000
und im FÖJ über 3.000.
Link zum Positionspapier "Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht - Die Dienste der
Zukunft" (https://www.asb.de/application/files/2217/6415/1520/ASB_Deutschland_Zw
ischen_Freiwilligkeit_und_Pflicht.pdf)
Über den ASB:
Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e. V. (ASB) ist eine politisch und
konfessionell unabhängige Hilfs- und Wohlfahrtsorganisation. Der ASB engagiert
sich seit mehr als 135 Jahren für Menschen in Not - in Deutschland und weltweit.
Zu den Aufgaben des ASB gehören unter anderem Rettungsdienst,
Bevölkerungsschutz, Pflege, Soziale Dienste sowie humanitäre Hilfe im Ausland.
Pressekontakt:
Christiane Walde
Referentin Kommunikation und Public Affairs
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OTS: ASB-Bundesverband
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