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Almere, Die Niederlande (ots) - Nach einer mehrtägigen Reise haben sechs Tiger
aus sächsischer Privathaltung ihr neues Zuhause erreicht. Sie sind wohlbehalten
in der AAP-Rettungsstation in Spanien angekommen und werden dort nun fachgerecht
versorgt. Zuvor hatten die zuständigen Behörden die Tiere aus einer Privatanlage
in Nordsachsen beschlagnahmt. AAP dankt den zuständigen Behörden für die
erfolgreiche Zusammenarbeit.
Der Weg in ein neues Zuhause
Zum Hintergrund: Die zuständige Veterinärbehörde hatte die sechs Tiere am 01.
Juli beschlagnahmt. Die sechs Tiger wurden laut Landratsamt Nordsachsen aus
Gründen des Tierschutzes und des Artenschutzes an AAP übergeben.
Die lange Fahrt nach Spanien haben die sechs Tiger wach und gelassen hinter sich
gebracht. Jedes Tier reiste in einer eigenen, stabilen Box, die ihm einen
geschützten Rückzugsort bot. Die Tiere werden dabei regelmäßig mit frischen
Wasser versorgt. Gefüttert wird aber nicht, um eine zusätzliche Belastung des
Magens zu verhindern. In der Natur fressen Tiger auch nur etwa zweimal in der
Woche. Eine solche Fastenzeit ist also kein Problem für die Tiere. Ein
erfahrenes Team, darunter auch ein Tierarzt, begleitete die Tiere über die
gesamte Strecke und behielt ihr Befinden die ganze Zeit im Blick. So erreichten
alle sechs wohlbehalten ihr neues Zuhause.
Zunächst werden die sechs Tiger nun die Quarantäne durchlaufen, die für jedes
neu aufgenommene Tier verpflichtend ist. Das Team untersucht sie tierärztlich
und beobachtet ihren Gesundheitszustand engmaschig. Nach Abschluss der
Quarantäne können die Tiere in ihr gemeinsames Außengehege von 3.000 m²
umziehen. Dieses bietet neben Naturboden und einer Bademöglichkeit auch
verschiedene schattige Rückzugsorte; zudem haben sie jederzeit Zutritt zu
temperaturregulierten Innenbereichen. Betreut werden sie in ihrem neuen Zuhause
von einem erfahrenen Team aus Tierärzt:innen und Expert:innen für Tierverhalten,
das für jedes Tier ein individuelles Beschäftigungsprogramm entwickelt. Tiere,
die zuvor an Training gewöhnt waren, erhalten in der Eingewöhnungsphase
besondere Aufmerksamkeit.
"Vielen Dank an Animal Advocacy and Protection (AAP) und die zuständigen
Behörden für ihren wichtigen Einsatz. Die private Haltung von Wildtieren ist in
vielen Fällen nicht nur ein großes Tierschutzproblem. Sie gefährdet auch den
hiesigen Artenschutz und die Sicherheit und Gesundheit von Menschen.
Wildtierhaltung ist deshalb nur unter besonderen Bedingungen und höchsten
Auflagen möglich. Länder und Kommunen sind hier in der Pflicht, die Einhaltung
zu kontrollieren. Umso mehr freut es mich, dass die Tiger von Leipzig nun ein
würdevolleres und sicheres Leben in verantwortungsvollen Händen führen dürfen",
so Silvia Breher, Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz.
Vom Einzelfall zur bundesweiten Lösung: AAP empfiehlt bundesweite Regelungen zur
Prävention
Mit der Ankunft in Spanien beginnt für die sechs Tiger ein Leben unter
artgerechten Bedingungen. Gleichzeitig verbleiben in Deutschland viele weitere
exotische Tiere in privater Haltung, deren Situation ungeklärt bleibt. Eine
Aufnahme wie diese hilft dem einzelnen Tier zuverlässig, ändert an den
Rahmenbedingungen, unter denen der nächste vergleichbare Fall entsteht, jedoch
nichts.
Ob Privatpersonen in Deutschland einen Tiger halten dürfen, hängt bislang vom
jeweiligen Bundesland ab. Eine einheitliche bundesweite Vorgabe fehlt. Behörden
können dadurch häufig erst reagieren, wenn Missstände bereits eingetreten sind,
und müssen jeden Fall einzeln und oft über lange juristische Verfahren klären.
AAP setzt sich deshalb für klare, bundesweit geltende Regeln ein, die schon im
Vorfeld ansetzen.
"Dass diese sechs Tiger jetzt ein artgemäßes Zuhause bekommen, ist ein großer
Erfolg. Aber dieser Fall zeigt zugleich, dass große Raubtiere in Privathand
nicht sicher aufgehoben sind, so gut es die Halter auch meinen mögen. Solange
bundesweit klare Vorgaben fehlen, können wir immer erst dann eingreifen, wenn
ein Fall bereits eingetreten ist, obwohl sich viele dieser Situationen von
vornherein vermeiden ließen", betont Patrick Müller, Pressesprecher für
Deutschland bei AAP.
Die Diskussion um solche Regeln wird längst auch auf europäischer Ebene geführt.
AAP begleitet sie mit der Erfahrung und dem Fachwissen aus langjähriger Arbeit
mit exotischen Tieren und versteht sich als Partner für Politik und Behörden.
Bild- und Videomaterial
Aufnahme der Tiere bei AAP finden Sie unter folgendem Link:
https://de.aap.eu/News/SachsenTiger . Das Material darf gerne unter Nennung von
"Animal Advocacy and Protection (AAP)" verwendet werden.
Über AAP
AAP - Animal Advocacy and Protection - ist eine europäische
Tierschutzorganisation mit jahrzehntelanger Erfahrung in der Rettung und
Rehabilitation exotischer Säugetiere. In unseren Tierheimen versorgen wir 500
Wildtiere und erleben täglich die Folgen unzureichender Regulierung - für Tiere,
Umwelt und Gesellschaft. Als fachkundige Organisation verstehen wir uns als
Partner zur Entwicklung von praxistauglichen und präventiven Lösungen zum Schutz
von exotischen Tieren.
Pressekontakt:
Patrick Müller
Pressesprecher für Deutschland
Tel.: +49 162 3264168
E-Mail: mailto:presse@aap.eu
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/77626/6307783
OTS: AAP
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