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Berlin (ots) - Biotech Act, klinische Studien und Produktion rücken in den
Mittelpunkt
Wie Europa seine Gesundheitsversorgung widerstandsfähiger machen und
gleichzeitig seine Wettbewerbsfähigkeit im Life-Science-Sektor stärken kann,
stand im Mittelpunkt des Health4EU Presidency Talk zum Auftakt der irischen
EU-Ratspräsidentschaft in Berlin. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik,
Wissenschaft, Industrie und europäischen Institutionen waren sich einig:
Versorgungssicherheit, Forschung und Innovation müssen stärker gemeinsam gedacht
werden.
Entsprechend will die irische Ratspräsidentschaft zentrale Vorhaben wie den
Biotech Act, den Critical Medicines Act sowie die Weiterentwicklung klinischer
Studien und des Medizinprodukterechts voranbringen. Ziel ist es, Europa als
Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort wettbewerbsfähiger zu machen
und Innovationen schneller in die Versorgung zu bringen.
"Innovation only delivers value if it reaches patients", sagte Maurice O'Connor,
Assistant Secretary im irischen Gesundheitsministerium. Versorgungssicherheit
beginne deshalb nicht erst bei stabilen Lieferketten. Europa brauche schnellere
und verlässlichere Rahmenbedingungen für Forschung, klinische Studien, Zulassung
und Erstattung. "Security of supply is not ultimately about supply chains. It is
about whether a patient can receive the medicine they need."
Versorgungssicherheit bedeute dabei vor allem, dass Patientinnen und Patienten
die benötigten Arzneimittel zuverlässig erhalten, so O'Connor.
Daran knüpfte Prof. Dr. Veronika von Messling an. Europa verfüge bereits über
exzellente Forschung. Entscheidend sei nun, wissenschaftliche Erkenntnisse
konsequenter in marktfähige Innovationen zu überführen. Als Erfolg des Biotech
Acts werde sich messen lassen, ob mehr Entwicklungen den Sprung in den Proof of
Concept, in klinische Studien und schließlich in die Versorgung schaffen.
Klinische Studien seien dabei ein wichtiger Gradmesser.
Aus Sicht der Europäischen Kommission beginnt Versorgungssicherheit noch früher.
Dr. Florika Fink-Hooijer machte deutlich, dass Investitionen in
Gesundheitsinfrastruktur, Produktionskapazitäten und medizinische Gegenmaßnahmen
nicht erst in einer Krise erfolgen dürfen. Gesundheitsbedrohungen seien bereits
Realität, entsprechend müsse Europa dauerhaft in Vorsorge investieren und seine
Produktionskapazitäten stärken. "Resilience is not built in a crisis. It is
built beforehand", sagte Fink-Hooijer und verwies auch auf die Fortschritte
Europas bei der Krisenvorsorge seit der COVID-19-Pandemie.
Die Diskussion zeigte damit einen gemeinsamen Perspektivwechsel:
Versorgungssicherheit wird nicht mehr ausschließlich als Frage der
Krisenvorsorge verstanden. Sie entsteht entlang der gesamten Wertschöpfungskette
von der Forschung bis zur Versorgung der Patientinnen und Patienten.
"Die Diskussionen haben gezeigt, dass Europa Versorgungssicherheit heute
umfassender versteht als noch vor wenigen Jahren. Entscheidend wird sein, diesen
Anspruch nun auch in konkrete Rahmenbedingungen zu übersetzen - damit Forschung,
Entwicklung, Produktion und Versorgung künftig stärker zusammengedacht werden."
so Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin Pharma Deutschland abschließend.
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