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Transaktionsanalyse
https://ots.de/fRDNlJ
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München (ots) - Die tägliche Kommunikation in Familie oder Beruf lässt uns
manchmal staunen. Denn das Gegenüber reagiert ganz anders als erwartet: als ob
es getriggert wurde. Manchmal fühlt es sich so an, als ob der gestandene Mann
wie ein kleiner Junge reagiert. Und manchmal fragt man sich, warum man von oben
herab behandelt wird. Und egal, was man sagt oder tut - das Verhalten ändert
sich nicht. Die Psychotherapiemethode "Transaktionsanalyse" bietet die
Möglichkeit, sehr strukturiert das eigene Verhalten zu durchschauen. Nach
Analyse von Lebensskript, Lebenseinstellungen und "Spielen", in denen man sich
regelmäßig wiederfand, kehrt neues sachlicheres Steuern des eigenen Verhaltens
und der Reaktion auf Dritte ein. Das ursprünglich Anfang der 1960er Jahre vom
US-Psychologen Eric Berne publizierte Therapiekonzept wurde inzwischen
weiterentwickelt und in weitere Behandlungsformen übernommen.
Konzeptionelle Entwicklung und Einsatzbereiche
Eric Berne entwickelte die Transaktionsanalyse aus der Psychoanalyse von Sigmund
Freud und bezog wesentliche Werte aus der humanistisch-existenzialistischen
Psychologie ein. Darüber hinaus nimmt die Transaktionsanalyse auf Aspekte von
tiefenpsychologischen, systemischen und beziehungsorientierten Ansätzen Bezug.
Die Transaktionsanalyse und ihre Konzepte werden von Fachleuten kontinuierlich
überprüft und weiterentwickelt. Der Wechsel vom "inneren Kind" ins Eltern-Ich
oder in das Erwachsenen-Ich wird ebenfalls in der Schematherapie, der
Systemischen Therapie und der Verhaltenstherapie verwendet. Zudem wird die
Transaktionsanalyse in Beratung und Coaching sowie in der Pädagogik und
Erwachsenenbildung eingesetzt. Auch bei der Begleitung von Veränderungsprozessen
im beruflichen Bereich - etwa bei Teamentwicklung oder Führungsprozessen - wird
sie erfolgreich angewendet. Kritiker finden, dass das Veränderungspotenzial beim
Einzelnen, in sozialen Beziehungen und der Kommunikation überschätzt würden.
Ein Beispiel: Frau E., eine 34-jährige Hausfrau, leidet unter wiederkehrenden
depressiven Verstimmungen, ihr 13-jähriger Sohn vernachlässigt seine
Hausaufgaben und blockiert. Sie findet, dass sie zu wenig Aufmerksamkeit und
Anerkennung von ihrem Ehemann bekommt. Daher trägt sie immer wieder extravagante
Kleidung, um von ihm gesehen zu werden. Bewundert er sie nicht, wird sie traurig
oder aggressiv.
In der transaktionsanalytischen Psychotherapie wird deutlich, dass sie wie in
ihrer Kindheit ein kleines Mädchen die Anerkennung ihres Ehemannes sucht und
rebellisch wird, wenn diese ausbleibt. Frau E. lernt in der Strukturanalyse die
verschiedenen Ich-Zustände kennen. Zudem werden ihre Erfahrungen, die ins
Lebensskript eingegangen sind, gründlich analysiert. Die verstecken
Kommunikationsmuster - sogenannte Transaktionen - zwischen der Klientin und
ihrem Ehemann bzw. Sohn werden deutlich. So zeigt sich, dass Frau E. oft
ungünstige Transaktionen verwendet und mit ihrem Sohn und ihrem Mann
psychologische "Spiele" spielt. Sie erkennt, wie ihr unterbewusst gesteuerter
Protest die Beziehungen prägt. Mit zunehmendem Wissen kann sie ihre Symptome
besser kontrollieren, Depression und Wut gehen zurück. In der Familie entwickeln
sich Umgang auf Augenhöhe und sachliche Kommunikation.
Im Lauf der Therapie berichtet die Klientin, dass sie sich deutlich besser fühle
und kaum noch depressive Verstimmungen habe. Auch das Verhältnis zu ihrem Sohn
sei deutlich besser geworden und er sei für und in der Schule motivierter. In
der weiteren Therapie nimmt der Therapeut teilweise die Rolle des fürsorglichen
Eltern-Ich ein, damit die Patientin statt der ungünstigen Beziehungserfahrungen
mit ihren Eltern günstigere Beziehungserfahrungen nachholen kann.*)
Grundgedanke und Ziele der Transaktionsanalyse nach Eric Berne nennt die
Kommunikationseinheiten, die Menschen bewusst oder unbewusst austauschen,
Transaktionen. Gesendete Kommunikationssignale werden fortgesetzt durch
Reaktionen beantwortet. Eine Transaktion wird durch Gefühle und Gedanken
hervorgerufen und als daraus resultierendes Verhalten beschrieben. Die
Kommunikation findet verbal - also über das Gesagte - und nonverbal - also über
Mimik, Stimmklang, Gesten und Körperhaltung - statt. Die nonverbale
Kommunikation transportiert Gefühle und Stimmung. Dies wiederum beeinflusst
unbewusst die Gefühle des Gegenübers.Die Transaktionsanalyse untersucht in der
Therapie Persönlichkeitseigenschaften und die zwischenmenschliche Kommunikation.
Die Klienten lernen, ihre typischen Verhaltensweisen und Persönlichkeitsmerkmale
zu analysieren, zu reflektieren, besser zu verstehen und dann bei Bedarf auch
entsprechend zu verändern. Darüber hinaus werden Kommunikationsmuster und
-abläufe aufgezeigt und Veränderung ermöglicht. Meist hat die
Transaktionsanalyse diesen Ablauf: Analyse von Ich-Zuständen, der Transaktionen,
Spielen und Lebensskript. Das Ziel der Transaktionsanalyse ist eine positive
persönliche Entwicklung, um besser zu kommunizieren und die Beziehungen zu
gestalten. Auf diese Weise können auch psychische Probleme, somit auch
psychische Erkrankungen, vermindert oder überwunden werden.
* Quelle des Beispiels: Berne, Eric (1961). Die Transaktionsanalyse in der
Psychotherapie. Eine systematische Individual- und Sozialpsychiatrie. Deutsche
Auflage von 2001. Junfermann Verlag, Paderborn.
Lesen Sie das Dossier von Dr. Christine Amrhein zu Psychotherapie mit der
Transaktionsanalyse:
https://www.therapie.de/psyche/info/therapie/transaktionsanalyse/artikel/
Therapeutensuche
https://www.therapie.de/therapeutensuche/
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