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Hamburg (ots) -
- 79 Prozent der Deutschen machen sich Sorgen um ihre finanzielle Situation in
den kommenden zwölf Monaten.
- 38 Prozent erwarten, dass ihnen am Monatsende künftig weniger Geld zur
Verfügung stehen wird, 28 Prozent rechnen mit einem sinkenden Lebensstandard.
- 51 Prozent planen, ihre Ausgaben in den kommenden zwölf Monaten zu reduzieren;
65 Prozent nennen steigende Lebenshaltungskosten als Hauptgrund.
- Inflation, der Krieg in der Ukraine und die Konflikte im Nahen Osten zählen zu
den größten Risiken für die persönliche finanzielle Zukunft.
Trotz moderater wirtschaftlicher Erholung bleibt die Sorge um die finanzielle
Zukunft in Europa hoch. Aktuell geben 78 Prozent der Europäer an, sich Sorgen
über ihre finanzielle Situation in den kommenden zwölf Monaten zu machen. Im
Vorjahr lag dieser Wert noch bei 74 Prozent. Auch in Deutschland bleibt die
Verunsicherung groß: 79 Prozent der Verbraucher blicken mit Sorge auf ihre
finanzielle Zukunft (2025: 80 Prozent).
Dies ist ein Ergebnis der aktuellen Ausgabe der Studienreihe "Banking on Banks"
vom Informationsdienstleister CRIF. Für die Studie wurden 5.000 Verbraucher in
Deutschland, Irland, Italien, Polen und Großbritannien befragt.
Finanzielle Sorgen bleiben hoch: 78 Prozent der Europäer blicken mit
Unsicherheit auf die kommenden 12 Monate
Die wirtschaftlichen Herausforderungen der vergangenen Jahre wirken sich
weiterhin deutlich auf die Erwartungen der Menschen aus. Mehr als ein Viertel
der Europäer (27 Prozent) rechnet damit, dass sich der eigene Lebensstandard in
den kommenden zwölf Monaten verschlechtern wird. Besonders pessimistisch zeigen
sich die Verbraucher in Irland (33 Prozent), im Vereinigten Königreich (32
Prozent), Deutschland (28 Prozent) und Polen (27 Prozent). Vergleichsweise
optimistischer fällt die Einschätzung in Italien aus, wo lediglich 20 Prozent
mit einer Verschlechterung ihres Lebensstandards rechnen.
In Deutschland sind die finanziellen Belastungen deutlich spürbar:
- 28 Prozent erwarten eine Verschlechterung ihrer finanziellen Situation.
- 38 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass ihnen am Monatsende künftig
weniger Geld zur Verfügung stehen wird. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 27
Prozent.
- 18 Prozent machen sich Sorgen, ihre Rechnungen künftig nicht mehr pünktlich
bezahlen zu können.
- 7 Prozent befürchten sogar, ihre Miete oder Hypothekenzahlungen nicht mehr
leisten zu können.
"Die Ergebnisse zeigen, dass sich viele Verbraucher trotz erster
wirtschaftlicher Stabilisierungssignale weiterhin finanziell unter Druck fühlen.
Steigende Lebenshaltungskosten, geopolitische Unsicherheiten und die Sorge um
die eigene finanzielle Zukunft prägen die Entscheidungen vieler Haushalte. Viele
Menschen erleben seit Jahren eine Abfolge von Krisen und Unsicherheiten, die ihr
Sicherheitsgefühl nachhaltig beeinflusst. Die permanente Konfrontation mit neuen
Belastungsfaktoren führt dazu, dass finanzielle Vorsicht für viele zur neuen
Normalität geworden ist. Finanzielle Planung und Absicherung gewinnen dadurch
weiter an Bedeutung", sagt Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF
Deutschland.
Mehr als jeder Zweite plant Ausgabenkürzungen
Die finanzielle Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf das Konsumverhalten der
Verbraucher aus. 51 Prozent der Deutschen planen, ihre Ausgaben in den kommenden
zwölf Monaten zu reduzieren. Davon wollen 32 Prozent ihre Ausgaben leicht und
weitere 19 Prozent sogar deutlich senken. Gleichzeitig möchten 33 Prozent ihr
derzeitiges Ausgabenniveau beibehalten. Nur 12 Prozent geben an, künftig mehr
Geld auszugeben. Hauptursache für die geplante Konsumzurückhaltung sind die
weiterhin hohen Lebenshaltungskosten. Von denjenigen, die ihre Ausgaben
reduzieren wollen, geben 65 Prozent an, aufgrund steigender Kosten generell
vorsichtiger geworden zu sein. 60 Prozent nennen insbesondere höhere Ausgaben
für Lebensmittel und den täglichen Bedarf als Grund für ihre Sparmaßnahmen. 37
Prozent möchten vor allem bei nicht notwendigen Ausgaben wie Restaurantbesuchen,
Freizeitaktivitäten oder Abonnements sparen, während 28 Prozent höhere Wohn- und
Energiekosten als wesentlichen Belastungsfaktor nennen. Gleichzeitig zeigt sich,
dass viele Verbraucher die aktuelle Situation nutzen, um ihre finanzielle
Widerstandsfähigkeit zu stärken. 29 Prozent reduzieren ihre Ausgaben, um
konkrete Sparziele - etwa für Urlaub, Auto oder Umzug - zu erreichen. 26 Prozent
möchten ihre Ersparnisse erhöhen, und 24 Prozent wollen gezielt finanzielle
Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben aufbauen. Weitere 16 Prozent geben an,
durch geringere Ausgaben bestehende Schulden schneller abbauen zu wollen.
"Viele Haushalte denken heute deutlich bewusster über ihre Ausgaben nach, setzen
stärker auf finanzielle Reserven und treffen ihre finanziellen Entscheidungen
vorsichtiger als noch vor wenigen Jahren. Der Wunsch nach finanzieller
Stabilität und Sicherheit ist derzeit größer als die Bereitschaft zu
konsumieren", erklärt Dr. Schlein.
Wirtschaftlicher Druck verändert das Finanzverhalten
Die finanziellen Belastungen der vergangenen Jahre wirken sich zunehmend auf das
Verhalten der Verbraucher aus. Viele Haushalte passen ihre Ausgaben aktiv an,
suchen nach Sparpotenzialen und greifen verstärkt auf alternative
Finanzierungsmöglichkeiten zurück.
Besonders deutlich zeigt sich dies beim täglichen Konsumverhalten. 25 Prozent
der Befragten achten verstärkt auf Rabatte und Sonderangebote, um ihre Ausgaben
zu reduzieren. Gleichzeitig geben 21 Prozent an, dass sie heute weniger Geld
sparen können als noch vor einem Jahr. Darüber hinaus greifen bereits 15 Prozent
auf ihre Ersparnisse zurück, um laufende Ausgaben zu finanzieren. Auch bei der
Finanzierung von Konsumausgaben zeigt sich ein Wandel. 17 Prozent der Deutschen
nutzen häufiger "Buy Now, Pay Later"-Angebote (BNPL) und verschieben Zahlungen
auf einen späteren Zeitpunkt. Weitere 14 Prozent haben Rechnungen verspätet
bezahlt oder Zahlungen aufgeschoben, um ihre finanzielle Flexibilität zu
erhalten. Sieben Prozent haben zusätzlich einen Nebenjob angenommen oder ihre
Arbeitszeit ausgeweitet, um steigende Kosten auszugleichen. Gleichzeitig
versuchen viele Verbraucher, ihre finanzielle Situation aktiv zu stabilisieren.
So nutzen fünf Prozent Budget- oder Haushaltsapps zur besseren Kontrolle ihrer
Finanzen, während drei Prozent gezielt ihre Finanzkenntnisse durch Kurse, Bücher
oder digitale Lernangebote erweitern.
Inflation und geopolitische Krisen sorgen für Verunsicherung
Die finanziellen Sorgen der Verbraucher werden zunehmend von globalen
Entwicklungen geprägt. Während die Inflation weiterhin als größte Bedrohung für
die persönliche finanzielle Situation wahrgenommen wird, gewinnen geopolitische
Krisen, internationale Konflikte und wirtschaftliche Unsicherheiten deutlich an
Bedeutung.
Mit 52 Prozent nennt mehr als jeder zweite Deutsche die anhaltend hohe Inflation
und steigende Lebenshaltungskosten als größte Gefahr für die eigene finanzielle
Zukunft. Damit bleibt die Preisentwicklung der mit Abstand wichtigste
Belastungsfaktor für die Verbraucher.
Gleichzeitig sorgen internationale Krisen für erhebliche Verunsicherung. 40
Prozent der Befragten befürchten negative wirtschaftliche Folgen des Krieges in
der Ukraine. Nahezu ebenso viele (40 Prozent) sehen die anhaltenden Konflikte
und die Instabilität im Nahen Osten als Risiko für ihre finanzielle Situation.
Darüber hinaus rechnen 33 Prozent mit negativen Auswirkungen einer weiteren
Verschlechterung der Beziehungen zwischen Europa und den USA, etwa durch neue
Handelsbarrieren oder Zölle.
Auch wirtschaftliche Abschwächungstendenzen werden aufmerksam verfolgt. 22
Prozent der Deutschen sorgen sich um eine Konjunkturabschwächung in Deutschland,
21 Prozent um eine schwächere wirtschaftliche Entwicklung in Europa. Weitere 14
Prozent sehen eine globale Konjunkturabkühlung als Risiko für ihre finanzielle
Zukunft.
Bemerkenswert ist zudem die wachsende Bedeutung neuer Risikofaktoren. So
betrachten 23 Prozent der Befragten die zunehmende Nutzung von Künstlicher
Intelligenz als potenzielles Risiko für ihre finanzielle Situation. Weitere 10
Prozent sorgen sich über die wirtschaftliche Abhängigkeit von China, während 9
Prozent Klima- und Umweltrisiken als finanzielle Belastungsfaktoren nennen.
Lediglich acht Prozent der Deutschen geben an, sich über keine dieser
wirtschaftlichen oder geopolitischen Entwicklungen Sorgen zu machen. Die große
Mehrheit blickt somit nicht nur auf die eigene finanzielle Situation, sondern
verfolgt auch globale Entwicklungen mit wachsender Aufmerksamkeit.
"Die Ergebnisse zeigen, dass finanzielle Sorgen heute weit über Fragen des
eigenen Einkommens oder der persönlichen Ausgaben hinausgehen. Geopolitische
Konflikte, internationale Handelsbeziehungen und wirtschaftliche Unsicherheiten
werden zunehmend als Faktoren wahrgenommen, die sich direkt auf den eigenen
Wohlstand auswirken können. Verbraucher beobachten diese Entwicklungen sehr
genau und beziehen sie in ihre finanziellen Entscheidungen ein", kommentiert Dr.
Frank Schlein.
Über die Studie:
Für die Studie befragte Opinium Research im Auftrag von CRIF zwischen dem 20.
März und dem 9. April 2026 insgesamt 5.000 Verbraucher in Deutschland, Irland,
Italien, Polen und Großbritannien. Die gesamte Studie können Sie unter
mailto:presse.de@crif.com anfordern.
Pressekontakt:
Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/22285/6311044
OTS: CRIF GmbH
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