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Köln (ots) - Das Hochwasser in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 hat ein
ganzes Land verändert. Mehr als 180 Menschen kamen damals ums Leben, 49 in NRW.
Die Folgen dieser Flutkatastrophe zu bewältigen, das war eine Riesenaufgabe. In
NRW wurden nach Angaben des Bauministeriums für Kommunen, Unternehmen und
Privathaushalte insgesamt rund 4,7 Milliarden Euro für den Wiederaufbau
bewilligt. Das meiste ist nach jetzt fünf Jahren auch ausgezahlt.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU), sagte im WDR-Interview in der
Aktuellen Stunde, dass bei ihm heute viele Erinnerungen hochgekommen sind. Wüst
war damals Verkehrsminister: "Man traf Menschen mit leeren Blicken, die tagelang
nicht geschlafen hatten, die sich auch ein bisschen manchmal in die Arbeit
flüchteten, weil sie Hab und Gut, teilweise, weil sie liebe Menschen verloren
hatten. [...] Einer der ersten Termine war in Bad Münstereifel, da hingen die
Eisenbahnschienen in der Luft, alles unterspült, da waren schon gespenstische
Bilder und die Menschen waren tief getroffen."
Die Katastrophe hatte damals gravierende Mängel im Katastrophenschutz
aufgedeckt. Wüst erklärte, dass es auch heute keine absolute Sicherheit geben
könne: "Wir haben eine ganze Menge getan, absolute Sicherheit kann keiner
versprechen. [...] Aber es ist auch noch viel zu tun, wenn ich an
Hochwasserschutz denke, der dann doch konkret, wenn es um Flächen geht,
kompliziert ist. Der Wiederaufbau hat gut geklappt in Nordrhein-Westfalen an
vielen Stellen, auch das letzte Meter ist da noch zu gehen."
Wüst sagte im WDR-Interview, er habe heute mit Bürgermeistern aus den
betroffenen Regionen gesprochen. Diese seien zufrieden. "Aber sie sagen
natürlich auch, jetzt fehlen mir die Bauingenieure und die sind halt kaum zu
kriegen. Deswegen kann man nicht alles gleichzeitig machen. Ein Bürgermeister
hat mir gesagt, er hätte 200 Projekte. Wenn er das von seinen Leuten verlangen
würde, alles gleichzeitig zu machen, würde nichts vorangehen."
Angesprochen auf die Folgen der vergangenen Hitzewelle, eine weitere Form von
Extremwetter, wehrte er sich gegen Kritik, er habe die Situation nicht ernst
genommen: "Der Klimawandel wird hier an verschiedenen Stellen sehr, sehr konkret
und manifest, fordert die Menschen, fordert leider auch Opfer. Wir sind da nicht
am Ende des Weges. Wir müssen noch mehr tun. 1,5 Milliarden Euro stehen zur
Verfügung für Investitionen in Krankenhäuser. Da sind wir wieder bei der eben
genannten Umsetzung. [...] Da sind auch die Einrichtung selber und ihre
Eigentümer gefordert. Aber ich nehme die Verantwortung an der Stelle auch an.
[...] Nur wir müssen auch ein Stück weit bereit sein, als gesamte Gesellschaft
zu lernen."
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