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Berlin (ots) - Studie "Kulturelle Teilhabe in Berlin 2025": Eintrittspreise
werden zunehmend auch für Besserverdienende zur Hürde, zugleich ziehen sich
insbesondere alleinstehende Männer über 50 vom kulturellen Leben zurück
Die Kulturelle Teilhabe in Berlin erholt sich seit der Pandemie langsam weiter.
Das zeigt die vierte Ausgabe der Studienreihe "Kulturelle Teilhabe in Berlin"
des Instituts für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf). Die Analysen basieren auf
der vierten repräsentativen Bevölkerungsbefragung zur Kulturellen Teilhabe in
Berlin. Sie wurde im Sommer 2025 vom IKTf durchgeführt und von der
Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt gefördert.
Zentrale Entwicklungen in der Übersicht:
Die Kulturelle Teilhabe erholt sich seit der Pandemie weiter
Die Kulturelle Teilhabe in Berlin bleibt weiterhin von den langfristigen Folgen
der Pandemie geprägt. Die aktuellen Zahlen für 2025 deuten gegenüber 2023 auf
eine leichte Erholung der Kulturbesuche hin. Insbesondere Viel- und
Gelegenheitsbesucher*innen besuchen klassische Kulturangebote wie Theater-,
Oper- und Tanzaufführungen, Klassik-Konzerte und Ausstellungen inzwischen wieder
häufiger.
Dagegen kehren Menschen, die solche Angebote nur selten oder nie besuchen, im
Nachgang der Pandemie kaum wieder in die Kultureinrichtungen zurück. Aus diesem
Grund liegt der Anteil der Nicht-Besucher*innen in der Berliner Bevölkerung noch
immer höher als 2019. Dass weiterhin mehr Menschen klassische Kulturangebote
nicht besuchen als vor der Pandemie, spiegelt sich in den Ticketverkäufen nur
teilweise wider.
Soziodemografisch zeigt sich nach der Pandemie vor allem eine Besonderheit: Die
Unterschiede in der Kulturellen Teilhabe zwischen Männern und Frauen werden
größer. Besonders alleinstehende Männer über 50 nehmen im Vergleich zu den
Vorjahren immer seltener am kulturellen Leben teil.
Eintrittspreise gewinnen als Besuchshindernis an Bedeutung
Mit den gestiegenen Lebenshaltungskosten gewinnen finanzielle Barrieren für
Kulturbesuche an Bedeutung. Fast zwei Drittel der Berliner*innen (65 Prozent)
geben an, dass sie Kulturbesuche inzwischen schwerer finanzieren können.
Besonders deutlich ist diese Entwicklung bei Berliner*innen mit hohen
Haushaltseinkommen: Der Anteil derjenigen, für die Eintrittspreise ein
Besuchshindernis darstellen, stieg seit 2019 von 35 auf 47 Prozent.
Eintrittspreise zählen damit zu den wichtigsten Hinderungsgründen für den Besuch
klassischer Kulturangebote.
Für ein breiteres Publikum braucht es zugänglichere Kulturangebote
Was müsste sich konkret ändern, damit Menschen häufiger Theater, Konzerte oder
Ausstellungen besuchen? Dieser Frage ist das IKTf erstmals systematisch
nachgegangen. Dabei zeigt sich: Je nach Kultursparte unterscheiden sich die
Erwartungen von Nicht-Besucher*innen deutlich.
- Theateraufführungen: Mehr als die Hälfte der Nicht-Besucher*innen wünschen
sich vor allem Stücke, die kein besonderes Vorwissen voraussetzen, nicht zu
anstrengend sind, nicht zu lange dauern und sich gemeinsam mit Familie oder
Freund*innen besuchen lassen. Vielbesucher*innen legen dagegen größeren Wert
auf intellektuell anspruchsvolle Inszenierungen. Auch Vermittlungsformate wie
Einführungen und Hintergrundgespräche sprechen vor allem das Stammpublikum an
- nicht die Nicht-Besucher*innen.
- Klassik-Konzerte und Opern: Allen Zielgruppen geht es in erster Linie um die
Schönheit der Musik. Während das Stammpublikum vor allem künstlerische
Qualität schätzt, interessieren sich Nicht-Besucher*innen insbesondere für
niedrigschwellige und ungewöhnliche Formate. Dazu zählen etwa
Best-of-Programme, orchestrale Filmmusik oder Rock-/Pop-Konzerte,
gastronomische Angebote rund um die Aufführungen oder ko-kreative Formate.
Auch hier sprechen klassische Vermittlungsformate Nicht-Besucher*innen wenig
an.
- Kunstausstellungen: Besucher*innen wie Nicht-Besucher*innen schätzen
gleichermaßen verständliche Texte und Audioguides, eine ruhige Atmosphäre
sowie gute Cafés. Neue Zielgruppen werden insbesondere von ungewöhnlichen
Formaten wie interaktiven Angeboten oder Ausstellungen außerhalb der üblichen
Orte angesprochen.
- Ausstellungen zu Geschichte, Technik und Naturwissenschaften: Hier steht für
nahezu alle Zielgruppen die Wissensvermittlung im Vordergrund. Die Vorlieben
von Viel- und Nicht-Besucher*innen unterscheiden sich kaum. Besonders gefragt
sind unterhaltsame und niedrigschwellige Ausstellungen mit anschaulichen
Exponaten oder immersiven Elementen, die Möglichkeiten zur Wissensvertiefung
bieten.
Die vollständige Studie und alle IKTf-Publikationen finden Sie hier:
https://www.iktf.berlin/publications/studie-kulturelle-teilhabe-in-berlin-2025/
https://www.iktf.berlin/publikationen/
Pressekontakt:
Betina-Ulrike Thamm
Strategische Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
E-Mail: mailto:presse@iktf.berlin
Mobil: +49 (0)176 17870301
Telefon: +49 (0)30 3030444-35
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Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/159839/6314960
OTS: Institut für Kulturelle Teilhabeforschung (IKTf)
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