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Berlin (ots) - Frauen leben im Schnitt länger als Männer. Im sehr hohen Alter
wird das besonders deutlich, unter Hundertjährigen sind sie fast überall
weltweit klar in der Überzahl. Doch es gibt eine Ausnahme: In einer Gruppe von
Bergdörfern im Osten Sardiniens erreichen Männer fast so häufig das 100.
Lebensjahr wie Frauen. Ein Phänomen, das sonst fast nirgendwo dokumentiert ist.
In den Industrieländern kommen auf einen hundertjährigen Mann bis zu sechs
Frauen, in Sardiniens Blue Zone sind es nur 1,35. Das zeigt eine Datenanalyse
von NB1, Anbieter personalisierter Ernährung auf Basis von Darmmikrobiom-Tests,
und dem Datenjournalismus-Studio DataPulse Research. Sie basiert
aufdemografischen Registern, veröffentlichten Mikrobiom-Studien.
Auf Sardinien werden auch Männer richtig alt
In den meisten Ländern mit verlässlichen Daten wächst der Anteil der Frauen in
der Bevölkerung mit dem Alter. In den USA liegt das Verhältnis unter
Hundertjährigen bei rund drei Frauen zu einem Mann, in Deutschland bei 5,6 zu
eins. In den Bergregionen Ogliastra und Barbagia im Osten Sardiniens (Provinz
Nuoro, Italien) liegen die Männer dagegen fast gleichauf. In Villagrande
Strisaili überwiegen die Männer unter den Hundertjährigen sogar leicht. Der
Befund wurde anhand von Geburts-, Heirats- und Sterberegistern validiert.
Die Kernbefunde im Überblick
- Geschlechterverhältnis: In Industrieländern bis zu 6 Frauen je Mann unter
Hundertjährigen, in Sardiniens sogenannter Blue Zone 1,35 zu 1 .
- Villagrande Strisaili : einziger dokumentierter Ort, an dem Männer sogar
leicht überwiegen , mit rund 10,8 Hundertjährigen je 1.000 Neugeborenen .
- Darmmikrobiom : Sardische Hundertjährige tragen etwa 4,7-mal mehr Akkermansia
muciniphila in sich als jüngere Erwachsene derselben Region. Es handelt sich
um einen mit Langlebigkeit assoziierten biologischen Marker, nicht um eine
erwiesene Ursache.
Der Zusammenhang: ein Darmbakterium, Langlebigkeit - und Ozempic
Akkermansia muciniphila wird derzeit in der Stoffwechselmedizin viel diskutiert.
Das Bakterium fördert die Stoffwechselgesundheit, indem es die Darmbarriere
stärkt und als Substrat für andere nützliche Darmbakterien dient. Dies wiederum
wird mit einem gesünderen Stoffwechsel assoziiert, dass daraus ein längeres
Leben folgt, ist denkbar, aber wissenschaftlich nicht belegt.
Laborstudien zeigen zudem, dass die Akkermansia und ein von ihr gebildetes
Protein Zellen in der Darmwand dazu anregen können, mehr natürliches GLP-1
auszuschütten, jenes Sättigungshormon, das Medikamente wie Ozempic und Wegovy
nachahmen. GLP-1 wird mit verschiedenen zell- und organschützenden Wirkungen in
Zusammenhang gebracht. Die Forschung zu Akkermansia stammt bislang überwiegend
aus Zell- und Tierversuchen. Sie beschreibt einen möglichen plausiblen
Mechanismus, wie das Bakterium mit Langlebigkeit zusammenhängt, aber keine
erwiesene Heilmethode und keinen belegten Weg zu einem längeren Leben.
Was sich daraus ablesen lässt
Das Beispiel Sardinien zeigt, dass der Geschlechterunterschied in der
Lebenserwartung kein Naturgesetz ist. In den Bergdörfern wirken Genetik, ein
körperlich forderndes Hirtenleben und eine über Jahrzehnte pflanzenbetonte
Ernährung zusammen. Kein einzelnes Lebensmittel lässt Akkermansia wachsen, doch
das Gesamtbild ist konsistent: Eine ballaststoffreiche, pflanzliche Ernährung
fördert genau die Bakterien, die bei diesen langlebigen Menschen angereichert
sind.
Die vollständige Analyse mit allen Grafiken und verlinkten Quellen ist abrufbar
unter: https://try.nb1.com/de/langlebigkeits-studie/
Über die Studie
Der Ländervergleich der Geschlechteranteile in der Bevölkerung bei
Hundertjährigen stützt sich auf die UN World Population Prospects 2024. Der
Blue-Zone-Wert von 1,35 zu 1 ist eine regionale Zahl aus der AKEA-Studie und
stammt aus einer anderen Quelle als die nationalen Vergleichswerte. Er zeigt,
wie außergewöhnlich die Region ist, lässt sich mit den Länderzahlen aber nicht
direkt vergleichen. Die Mikrobiom-Befunde stammen aus einer beobachtenden Studie
der Universität Cagliari (2022) mit Stuhlproben von 17 Personen ab 100 Jahren,
29 Personen in den 90ern und 46 Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren. Es
handelt sich um berichtete Assoziationen, nicht um erwiesene Ursachen; die
Verbindung von Akkermansia muciniphila zu GLP-1 beruht auf Zell- und
Tierforschung.
Über NB1
NB1 (NB1 Health GmbH) bietet personalisierte Nahrungsergänzung auf Basis einer
Darmmikrobiom-Analyse. Das Unternehmen sequenziert die Darmflora seiner
Mitglieder in europäischen Laboren auf Speziesebene (Shotgun-Metagenomik) und
entwickelt daraus eine individuell dosierte Formel, die erst nach Vorliegen der
Analyse hergestellt wird. Ein wissenschaftlicher Beirat aus Mikrobiomforschung,
Darmimmunologie, Ernährung und Bioinformatik gibt jede Formel frei.
Über DataPulse Research
DataPulse Research ist ein unabhängiges Datenstudio mit Fokus auf
Datenjournalismus und datengetriebene Visualisierungen. Wir machen komplexe
Zusammenhänge verständlich und setzen Zahlen in einen klaren Kontext. Unsere
Studien erscheinen regelmäßig in Medien wie Zeit, FAZ, Tagesschau, Welt, Focus,
Bild, Statista und Wikipedia.
Pressekontakt:
mailto:press@nb1.com
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183047/6314964
OTS: NB1
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