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München (ots) - Was nutzt das beste Informationsangebot, wenn es im Feed
herausgefiltert oder durch Empörung und einseitige Meinung verdrängt wird? Dr.
Thorsten Schmiege, der Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien
(BLM), hat in der heutigen Sitzung des Medienrats vor "digitalen
Informationswüsten" gewarnt und erläutert, warum es notwendig ist,
journalistische Angebote in Empfehlungsalgorithmen besser auffindbar zu machen.
Man dürfe es nicht den Plattformen überlassen, die Auswahl darüber, was
verlässliche Information ist, nach ihren eigenen Interessen vorzunehmen.
Erforderlich sei ein transparentes, allen professionell recherchierten Angeboten
offenstehendes Auswahlverfahren. Der Digitale Medien-Staatsvertrag, an dem die
Länder aktuell arbeiten, will die Sichtbarkeit von Informationen aus
redaktionell recherchierten Quellen erhöhen.
"Wir brauchen eine informierte, keine meinungsgetriebene Öffentlichkeit. Deshalb
darf Informationsvielfalt nicht weiter an der Logik von Empfehlungsalgorithmen
scheitern, die radikale und emotionalisierende Inhalte systematisch bevorzugt.
Es ist geboten und richtig, dass die Länder Information in Empfehlungssystemen
stärker verankern wollen. Vielfaltssichernd, transparent und unabhängig
überprüfbar - im Sinne unserer Demokratie müssen wir die Grundprinzipien aus dem
Rundfunkbereich in die digitale Welt übertragen. Es ist wichtig, Presse- und
Meinungsfreiheit vor den kommerziellen und teilweise politischen Interessen
marktmächtiger Plattformen zu schützen."
Die Notwendigkeit eines Schutzschirms für mehr Informationsvielfalt im Netz
belegen zahlreiche Studien: So wächst die Bedeutung von Social Media für die
Information junger Menschen seit vielen Jahren. Nach dem aktuellen Info-Monitor
der Medienanstalten nehmen 80 Prozent der unter 30-Jährigen Informationen zum
Zeitgeschehen auch über soziale Netzwerke wahr. Reels mit politischen oder
gesellschaftlichen Inhalten sehen 83 Prozent der regelmäßigen TikTok-Nutzenden
zumindest gelegentlich. Gleichzeitig ist die Sichtbarkeit journalistischer
Inhalte begrenzt. Studien zufolge lag der Anteil politischer Inhalte auf TikTok
zwei Monate vor der letzten Bundestagswahl bei nur fünf Prozent, der von
professionell recherchierten, unabhängigen Angeboten ist sogar noch deutlich
niedriger.
Den Bericht des Präsidenten und Informationen zu allen Ergebnissen aus der
Medienrats-Sitzung vom 16. Juli 2026 finden Sie hier (https://www.blm.de/de/wir-
informieren/gremiensitzungen/medienratssitzungen/ergebnisse_mr_9_amtsperiode/26-
sitzung-des-medienrats.cfm) .
Pressekontakt:
Stefanie Reger
Pressesprecherin
Tel. 089/63808-315
mailto:stefanie.reger@blm.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/62483/6316110
OTS: BLM Bayerische Landeszentrale für neue Medien
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