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Rotenburg (Wümme) (ots) - Statt Eindringlinge abzuschießen, können sie auch per
Netz eingefangen und gesichert werden. Das verhindert Gefahren und ermöglicht
ihre Auswertung.
Die Bedrohung durch unbekannte Drohnen über deutschen Flughäfen und sensiblen
Liegenschaften ist massiv gewachsen. Wer für die Überflüge verantwortlich ist,
bleibt im Nachhinein meist ungeklärt; oft wird Russland vermutet, doch
eindeutige Beweise fehlen.
Da die Technologie immer kostengünstiger und über Erklärvideos im Internet
leicht manipulierbar wird, nutzen Akteure zunehmend sogenannte Wegwerf-Agenten.
Bisher mangelt es an vielen neuralgischen Punkten an ausreichender Ausrüstung
sowie an klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen. "Wir müssen dahin kommen,
Drohnen flächendeckend und vor allem zerstörungsfrei einzufangen, um Herkunft
und Halter präzise ermitteln zu können", sagt Sven Steingräber, Co-Founder und
Chief Sales Officer von ARGUS Interception.
Herr Steingräber, was passiert aktuell zur Abwehr, wenn eine illegale Drohne
gesichtet wird?
Bisher wird in der Regel die Polizei gerufen. Das dauert jedoch meistens zu
lange - bis die Einsatzkräfte eintreffen, ist die Drohne längst wieder
verschwunden. Im absoluten Ernstfall bleibt oft nur der Abschuss. Dies birgt
allerdings erhebliche Risiken: Gerade im urbanen Gelände können unkontrolliert
Trümmerteile oder Munitionsreste herabfallen und Unbeteiligte gefährden. Zudem
zerstört ein kinetischer Abschuss die Drohne vollständig, wodurch eine
digital-forensische Nachuntersuchung zur Ermittlung der Urheber unmöglich wird.
Ihr Unternehmen schlägt eine netzbasierte, nicht-kinetische Alternative vor. Wie
läuft dieser Abfangprozess konkret ab?
Unser System scannt den Luftraum ab, detektiert die Drohne und meldet sie an
eine Bodenkontrollstation, wo der Operator an einem Monitor das Ziel anwählt.
Nach dem Start fliegt unsere Abfangdrohne vollautomatisch zum Ziel, da die
Systemintelligenz direkt auf dem Fluggerät sitzt. Sie ist in der Lage, das
feindliche Objekt zu verfolgen, um Informationen über dessen Absichten oder den
Piloten zu gewinnen.
Nach Freigabe des Operators begibt sich die Drohne in Position und löst das Netz
zum Einfangen aus. Die eingefangene Drohne hängt in einem Netz sicher unter
unserem System, wird zerstörungsfrei abtransportiert und an einem definierten
Ort abgelegt. Danach kann eine forensische Untersuchung stattfinden.
Handelt die Abfangdrohne dabei völlig autark?
Technologisch könnten wir den Prozess vollautomatisieren, aber wir arbeiten
strikt nach dem Prinzip "Human in the Loop". Ein Mensch entscheidet immer als
Letzter über das Auslösen des Netzes.
Das Gesamtsystem ist sehr pragmatisch und kosteneffektiv: Unsere Drohne ist
keine Wegwerfdrohne, sondern jahrelang einsatzbereit. Lediglich das verschossene
Netz wird wie eine Patrone ausgetauscht. Zudem lässt sich das System als
zusätzlicher Layer im Sinne eines Zwiebelprinzips nahtlos in bestehende
militärische Führungssysteme integrieren.
Wer darf diese Technologie einsetzen? Stoßen private Betreiber kritischer
Infrastrukturen hier an rechtliche Grenzen?
Wir adressieren Behörden, die Bundeswehr sowie Betreiber kritischer
Infrastrukturen. Auch die Streitkräfte müssen sich im Inland verhältnismäßig
schützen können, da moderne Konflikte meist mit Drohnen-Spionage beginnen. Für
KRITIS-Betreiber existiert jedoch eine komplizierte rechtliche Grauzone. Viele
Unternehmen möchten sich schützen, aber Gesetze wie das Luftsicherheitsgesetz
passen nicht mehr zur aktuellen Technologie. Es fehlen klare Vorgaben, wer wann
aktiv eingreifen darf.
Sie haben eine zwölfjährige Laufbahn als Marineoffizier hinter sich. Inwieweit
prägt dieser Hintergrund Ihren persönlichen Antrieb?
Mein Engagement resultiert direkt aus meiner militärischen Vergangenheit und der
Mitarbeit an dem Forschungsprojekt "Falke" zum Flughafenschutz, bei dem mir
diese massive Fähigkeitslücke bewusst wurde. Als ehemaliger Soldat habe ich ein
geschärftes Sicherheitsempfinden. Ein normaler Bürger sieht oftmals nicht das
Bedrohungspotenzial einer Spionagedrohne. Informationen können im schlimmsten
Fall entscheidend für Sieg oder Niederlage sein. Aus diesem Antrieb heraus haben
wir vier ehemalige Offiziere das Unternehmen 2023 gegründet - komplett
eigenfinanziert, ohne Venture Capital.
Heute beschäftigen wir über 50 Mitarbeiter. Unser Ziel ist es, den Behörden und
Kräften ein verlässliches Werkzeug zu geben, damit wir nicht bloß hilflos in den
Himmel schauen müssen, sondern uns souverän selbst schützen können.
Mehr Informationen über ARGUS Interception .
(http://www.argus-interception.com/kontakt)
Pressekontakt:
N: Sebastian Hahn
T: +49 175 1983 985
E: mailto:sebastian.hahn@argus-interception.com
W: http://www.argus-interception.com/zeitenwende
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/183064/6316781
OTS: ARGUS Interception GmbH
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