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Frankfurt (ots) - Die Spitzen von CDU und CSU sollten nach dem Rücktritt von
Jens Spahn als Unionsfraktionschef mit der Suche nach einem Nachfolger nicht
einfach zur Tagesordnung übergehen. Sie sollten noch andere Lehren ziehen. So
wäre ihre berechtigte Kritik an Spahns Doppelmoral glaubwürdiger, wenn sie ihrem
Parteikollegen nicht so viele Verfehlungen hätten durchgehen lassen. Schließlich
hatte er nicht erst mit dem Thema Leihmutterschaft für Aufsehen gesorgt, sondern
bereits bei der Maskenbeschaffung, seinem zweifelhaften Verhältnis zur AfD und
einigem anderen. Merz wäre noch überzeugender gewesen, wenn er nicht erst agiert
hätte, nachdem die Kritik an Spahn aus der CDU und von außen dessen Demission
unausweichlich machte. Anständiger wäre es von Merz zudem gewesen, wenn er Spahn
nicht einfach nur angezählt hätte, sondern seine Leistungen als Verhandler für
die schwarz-rote Koalition gewürdigt hätte. Menschlichkeit sollte ähnlich
wichtig sein in der Politik wie Glaubwürdigkeit.
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