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Nürnberg (ots) - Eine immowelt Analyse der Angebotspreise von Wohnungen in den
kreisfreien Städten und Landkreisen in Bayern und Baden-Württemberg zeigt:
- In 126 von 140 Städten und Landkreisen im Süden haben sich Bestandswohnungen
im Vergleich zum Vorjahr verteuert
- Hotspots stoßen an Grenzen: München (+0,5 Prozent) mit leichtem Preisanstieg;
Stuttgart (-1,3 Prozent) mit Rückgang
- Dynamik konzentriert sich auf günstigere Mittelstädte: Hof (+10,2 Prozent),
Straubing (+8,4 Prozent) und Bamberg (+7,9 Prozent) führen bei den Städten
- Auch preiswerte Landkreise legen kräftig zu - an der Spitze liegen Hof (+10,0
Prozent), Kronach (+9,7 Prozent) und Kulmbach (+9,2 Prozent)
- Ausnahme Alpenvorland: Besonders begehrte Hochpreisregionen wie Miesbach,
Starnberg und Garmisch-Partenkirchen verteuern sich weiterhin spürbar
Auf dem süddeutschen Wohnungsmarkt verschiebt sich die Preisdynamik. Während die
Angebotspreise von Eigentumswohnungen in vielen hochpreisigen Großstädten kaum
noch steigen, verzeichnen günstigere Mittelstädte und ländliche Regionen
deutliche Zuwächse von bis zu 10 Prozent binnen eines Jahres. Das Muster spricht
dafür, dass die Leistbarkeit die Preisentwicklung zunehmend prägt: In den
teuersten Märkten führen bereits geringe Aufschläge zu erheblichen zusätzlichen
Finanzierungssummen, wodurch sich weitere Preissteigerungen schwerer durchsetzen
lassen. Regionen mit niedrigeren Einstiegspreisen bieten dagegen weiterhin Raum
für Anstiege.
Insgesamt haben sich Eigentumswohnungen in 126 der 140 kreisfreien Städte und
Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg in den vergangenen 12 Monaten
verteuert . Das zeigt eine aktuelle immowelt Analyse, in der die Angebotspreise
von Bestandswohnungen zum jeweils 1. Juli 2026 und 2025 verglichen wurden.
"Das Preisniveau bestimmt zunehmend, wo weitere Steigerungen noch möglich sind",
sagt immowelt Geschäftsführer Theo Mseka . "In den teuersten Städten stoßen
viele Kaufinteressenten angesichts der hohen Gesamtkosten an ihre finanziellen
Grenzen. Gleichzeitig verlagern sich die Preisanstiege zunehmend auf günstigere
Mittelstädte. Dort sind die benötigten Finanzierungssummen deutlich niedriger,
auch wenn die Preise zuletzt spürbar gestiegen sind."
Teure Hotspots stoßen an Grenzen
München bleibt mit durchschnittlich 8.078 Euro pro Quadratmeter der mit Abstand
teuerste Markt im Süden. Binnen eines Jahres legten die Angebotspreise leicht um
0,5 Prozent zu. Auch im direkten Umland der Landeshauptstadt fällt die
Verteuerung vergleichsweise gering aus: Im Landkreis München (6.415 Euro)
beträgt das Plus 0,6 Prozent . Das bereits sehr hohe Preisniveau gepaart mit den
derzeit herausfordernden Finanzierungsbedingungen begrenzt in den teuersten
Märkten den Spielraum für deutlichere Aufschläge. Denn selbst geringe
prozentuale Preissteigerungen bedeuten dort eine erhebliche zusätzliche
Belastung für Käufer. Dagegen ziehen die Wohnungspreise in anderen bayerischen
Zentren wie Nürnberg (+5,1 Prozent) oder Augsburg (+5,0 Prozent) nach wie vor
spürbar an.
In Baden-Württemberg zeigt sich die Abkühlung in den hochpreisigen Städten
besonders deutlich: Während die Angebotspreise in Stuttgart (4.310 Euro) binnen
eines Jahres um 1,3 Prozent sinken , verzeichnet Heidelberg - mit 5.375 Euro pro
Quadratmeter die teuerste Stadt des Bundeslandes - im Jahresvergleich keine
Preisveränderung . In Ulm (+1,0 Prozent), Mannheim (+1,1 Prozent), Karlsruhe
(+1,4 Prozent) und Freiburg (+2,4 Prozent) fällt die Verteuerung jeweils moderat
aus.
Preisauftrieb verlagert sich in günstigere Städte
Während viele süddeutsche Großstädte geringfügige Anstiege verzeichnen, gewinnen
vor allem günstigere Mittelstädte an Dynamik. Das stärkste Plus aller
untersuchten Städte gibt es in Hof . Dort verteuern sich Bestandswohnungen um
10,2 Prozent auf 1.799 Euro pro Quadratmeter. Der deutliche Preisanstieg könnte
auch damit zusammenhängen, dass der Hofer Wohnungsmarkt für Kapitalanleger
zunehmend interessant wird: Die Kaufpreise sind weiterhin vergleichsweise
niedrig und ermöglichen attraktive Mietrenditen. Zugleich ziehen die Hochschulen
der Stadt kontinuierlich junge Menschen an, was aus Investorensicht eine stabile
Nachfrage nach kleineren Mietwohnungen verspricht. Neben Hof weisen auch
Straubing und Bamberg mit Zuwächsen von 8,4 beziehungsweise 7,9 Prozent eine
deutlich stärkere Entwicklung auf als die teuersten Standorte im Süden.
In Baden-Württemberg führen mit Heilbronn (+4,3 Prozent) und Pforzheim (+4,2
Prozent) ebenfalls zwei vergleichsweise günstige Stadtkreise bei den
Preisanstiegen. Beide entwickeln sich deutlich dynamischer als Stuttgart,
Heidelberg oder Freiburg.
Günstige ländliche Regionen ziehen besonders stark an
Noch deutlicher wird die Verschiebung bei der Preisentwicklung außerhalb der
Städte. Vor allem preisgünstige Landkreise im Norden Bayerns verzeichnen
kräftige Zuwächse. Im Landkreis Hof steigen die Angebotspreise um 10,0 Prozent -
mit durchschnittlich 1.396 Euro pro Quadratmeter sind Eigentumswohnungen dort
dennoch weiterhin günstiger als in jeder anderen süddeutschen Region. Auch die
Landkreise Kronach (+9,7 Prozent), Kulmbach (+9,2 Prozent) und Lichtenfels (+8,3
Prozent) legen stark zu. Im Gegensatz zu den teuren Hotspots ermöglicht das
niedrige Preisniveau dieser Kreise mehr Spielraum für Anstiege. Gleichzeitig
sorgen die niedrigen Quadratmeterpreise dafür, dass bereits moderatere absolute
Preisaufschläge zu einer hohen prozentualen Veränderung führen.
Ein vergleichbares Muster zeigt sich in Baden-Württemberg. Dort führen der
Ortenaukreis (+8,4 Prozent), Rottweil (+7,7 Prozent), Freudenstadt (+7,3
Prozent) und der Hohenlohekreis (+7,0 Prozent) die Preisentwicklung an. Trotz
der deutlichen Anstiege liegen die Quadratmeterpreise in diesen Regionen
weiterhin unter 3.000 Euro.
Alpenvorland bleibt begehrte Hochpreis-Ausnahme
Lediglich das bayerische Alpenvorland durchbricht dieses Muster. Mehrere
Landkreise weisen dort sowohl ein hohes Preisniveau als auch deutliche
Steigerungen auf. In Garmisch-Partenkirchen (5.661 Euro) und Bad
Tölz-Wolfratshausen (5.038 Euro) verteuern sich Bestandswohnungen jeweils um 6,0
Prozent . Im Landkreis Miesbach beträgt der Anstieg 5,1 Prozent auf 6.636 Euro
pro Quadratmeter. Damit ist Miesbach nach München die zweitteuerste Region der
gesamten Analyse. Auch Starnberg legt trotz eines Quadratmeterpreises von 6.346
Euro um 4,9 Prozent zu.
Anders als in den hochpreisigen Städten scheint der finanzielle Spielraum in
diesen besonders begehrten Lagen noch nicht ausgeschöpft zu sein. Während das
hohe Preisniveau die Entwicklung in vielen Großstädten bremst, bleibt das
Käuferinteresse im Alpenvorland offenbar stark genug für weitere spürbare
Zuwächse.
Ausführliche Tabellen zu den 140 untersuchten kreisfreien Städten und
Landkreisen in Süddeutschland stehen hier zum Download bereit. (https://content.
cdn.immowelt.com/iw_group2/import/Redaktion/Pressemitteilungen/2026/2026_07_21_T
abellen_Kreise_Sueddeutschland.pdf)
Berechnungsgrundlage:
Datenbasis für die Berechnung der Kaufpreise waren auf immowelt.de inserierte
Angebote in den kreisfreien Städten und Landkreisen in Bayern und
Baden-Württemberg. Die mittels hedonischer Verfahren errechneten Werte geben die
Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, 3 Zimmer, 1. Stock,
Baujahr 1990er-Jahre) zum 01.07.2026 sowie deren Entwicklung im Vergleich zum
01.07.2025 wieder. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise.
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