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Bunia/Berlin (ots) - Beim aktuellen Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen
Republik Kongo sind bislang mindestens 189 Kinder gestorben. Das sind mehr als
20 Prozent der bestätigten Todesfälle. Tausende weitere leben in Angst und
benötigen psychologische Betreuung, nachdem sie Angehörige verloren haben. Für
Kinder, die bereits durch die Kämpfe im Ostkongo vertrieben wurden, hat der
Ausbruch eine zweite Krise ausgelöst.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich 476 Kinder nachweislich mit
der Krankheit infiziert. Es wird vermutet, dass die Dunkelziffer deutlich höher
ist. Kinder in betroffenen Gemeinden tragen eine enorme emotionale Last. Ohne
angemessene Unterstützung kann dies dauerhafte Folgen für ihre kognitive
Entwicklung, ihr emotionales Wohlbefinden sowie ihre langfristige körperliche
und psychische Gesundheit haben.
Mitarbeitende von Save the Children in Ituri, dem Epizentrum des Ausbruchs,
berichten, dass die Krankheit das Verhalten einiger Kinder verändert habe. Viele
meiden nun engen Kontakt und halten Abstand zu anderen. Die
Kinderrechtsorganisation bietet in über 18 Schutz- und Spielräumen sichere Orte,
in denen Kinder durch Spiele, Kunst, Entspannungsübungen und angeleitete
Gespräche dabei unterstützt werden, schwierige Erlebnisse zu verarbeiten,
Resilienz aufzubauen und wieder Kontakt zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Maßnahmen
zur Infektionsprävention und -kontrolle sowie verstärkte Hygiene- und
Abstandsregeln werden in den mobilen und stationären Schutz- und Spielräumen
beachtet. Mehr als 4.000 Kinder erhalten hier bislang psychologische und
psychosoziale Betreuung von Save the Children.
"Viele Kinder haben Gewalt erlebt und aufgrund des Ebola-Ausbruchs Angehörige
verloren oder wiederholte Vertreibungen durchlebt", sagt Dr. Babou Rukengeza,
Leiter der Ebola-Nothilfe von Save the Children in der DR Kongo. "Unsere Schutz-
und Spielräume bieten ihnen ein sicheres Umfeld, in dem sie sich ausdrücken, ihr
Selbstvertrauen zurückbekommen und einfach wieder Kinder sein können. Kinder
zeigen eine natürliche Fähigkeit, Belastungen gut zu verarbeiten, dennoch ist
eine sozial-emotionale und einfühlsame Betreuung durch eine feste Bezugsperson
entscheidend."
Es wird erwartet, dass weitere Kinder vorübergehend außerhalb ihrer Familien
betreut werden müssen, nachdem sie aufgrund erkrankter oder verstorbener
Familienmitglieder von ihren Bezugspersonen getrennt wurden. Viele Familien
machen sich auch Sorgen, ob ihre Kinder im September in die Schule zurückkehren
können, da immer wieder neue Ebola-Fälle auftreten.
Angesichts der anhaltenden Ausbreitung fordert Save the Children die
internationale Gemeinschaft auf, die Mittel für Kinderschutz sowie für
medizinische, psychologische und psychosoziale Unterstützung bedarfsgerecht
aufzustocken.
Save the Children arbeitet seit 1994 in der Demokratischen Republik Kongo und
kooperiert mit 13 lokalen Organisationen sowie internationalen Partnern und
staatlichen Stellen, um Kindern und ihren Familien lebensrettende Hilfe in den
Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Kinderschutz sowie Wasser-, Sanitär-
und Hygienedienste bereitzustellen.
Über Save the Children
Im Nachkriegsjahr 1919 gründete die britische Sozialreformerin und
Kinderrechtlerin Eglantyne Jebb Save the Children, um Kinder in Deutschland und
Österreich vor dem Hungertod zu retten. Heute ist die inzwischen größte
unabhängige Kinderrechtsorganisation der Welt in rund 100 Ländern tätig. Save
the Children setzt sich ein für Kinder in Kriegen, Konflikten und Katastrophen.
Für eine Welt, die die Rechte der Kinder achtet, in der alle Kinder gesund und
sicher leben sowie frei und selbstbestimmt aufwachsen und lernen können - seit
über 100 Jahren.
Pressekontakt:
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