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WIESBADEN (ots) -
- Überlange Arbeitszeiten vor allem bei Selbstständigen
- Frauenanteil bei Führungspositionen: 30,3 %
- 4,9 % der Teilzeitbeschäftigten unfreiwillig in Teilzeit
Lange Arbeitszeiten können für Erwerbstätige zur Belastung werden. Im Jahr 2025
arbeiteten 7,1 % der rund 30 Millionen Vollzeiterwerbstätigen gewöhnlich 49
Stunden und mehr pro Woche. Dies gilt als überlange Arbeitszeit. Wie das
Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, waren Selbstständige mit
Beschäftigten (44,5 %) und Solo-Selbstständige (23,0 %) am häufigsten von
überlanger Arbeitszeit betroffen. Im Vergleich dazu arbeiten nur 4,1 % aller
vollzeitbeschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer so viele Stunden. Im
Durchschnitt arbeiteten Vollzeiterwerbstätige im vergangenen Jahr 40,2 Stunden
in der Woche.
Überlange Arbeitszeiten abhängig von Alter und Geschlecht
Generell gilt: je älter die Erwerbstätigen, desto länger die Arbeitszeiten.
Während 1,4 % der Vollzeiterwerbstätigen im Alter von 15 bis 24 Jahren
mindestens 49 Stunden pro Woche arbeiteten, lag dieser Anteil bei den
Erwerbstätigen in Vollzeit zwischen 55 und 64 Jahren bei 9,6 %. Einer der Gründe
für die deutlichen Unterschiede ist der hohe Anteil überlanger Arbeitszeiten bei
Führungskräften, die eher in höheren Altersgruppen und bei Männern zu finden
sind.
Nur knapp ein Drittel der Führungskräfte sind Frauen
Der Frauenanteil an Führungspositionen lag mit 30,3 % im Jahr 2025 deutlich
niedriger als der Frauenanteil an allen Erwerbstätigen von 47,1 %. Auch wenn
sich heute mehr Frauen in Führungspositionen befinden als noch vor über 30
Jahren (1992: 25,8 %), waren 2025 immer noch knapp sieben von zehn
Führungskräften männlich.
Selbstständige arbeiten häufiger auch am Abend
Selbstständige mit Beschäftigten haben häufiger später Feierabend als
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. 30,8 % der Selbstständigen mit Beschäftigten
haben 2025 regelmäßig zwischen 18 und 23 Uhr gearbeitet. Bei den
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war es hingegen nur gut jede siebte Person
(13,4 %). Bei der Nachtarbeit von 23 bis 6 Uhr war das Verhältnis ausgeglichen:
Nur 4,2 % der Selbstständigen mit Beschäftigten und 4,3 % der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer verdienten ihr Geld, während andere schliefen.
Fast 5 % der Beschäftigten arbeiten unfreiwillig in Teilzeit
Zu geringe Arbeitszeiten können auch zur Belastung werden, und das nicht nur,
weil sie meist zu Gehaltseinbußen führen. Teilweise wird kürzer gearbeitet, weil
gerade keine Tätigkeit mit höherer Stundenzahl zu finden ist: 4,9 % aller gut 13
Millionen Teilzeiterwerbstätigen betrachteten 2025 die Teilzeitarbeit als
Notlösung. Sie gaben als Grund für ihre Teilzeittätigkeit an, keine
Vollzeitstelle gefunden zu haben. Im Vergleich zu 2015 hat der Anteil sich mehr
als halbiert (2015: 12,9 %). 2025 waren 6,5 % der teilzeitbeschäftigten Männer
und 4,3 % der Frauen auf der Suche nach einem Vollzeitjob.
Fast jeder vierzehnte Arbeitsvertrag ist befristet
Ein weiterer Stressfaktor ist die Unsicherheit über die berufliche Zukunft, die
unter anderem mit der Befristung von Arbeitsverträgen zusammenhängt. 2025 waren
in Deutschland 7,2 % der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ab 25 Jahren
befristet beschäftigt. Die meisten der befristet Beschäftigten (52,4 %) besaßen
einen Arbeitsvertrag mit einer Laufzeit von weniger als einem Jahr. Bei 21,3 %
der Befragten betrug die Befristung ein bis unter zwei Jahre, bei weiteren 14,7
% zwei bis unter drei Jahre. 11,6 % gaben an, einen Vertrag mit einer Laufzeit
von mehr als drei Jahren zu besitzen.
41 % der Beschäftigten haben seit mindestens zehn Jahren denselben Arbeitgeber
Wer sich in seinem Arbeitsumfeld wohlfühlt, ist weniger geneigt, den Job zu
wechseln. Insofern ist die Dauer der Beschäftigung beim aktuellen Arbeitsgeber
ein Indikator für die Zufriedenheit von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Im
Jahr 2025 waren 41,3 % der Erwerbstätigen ab 25 Jahren seit mindestens zehn
Jahren bei ihrem Arbeitgeber beschäftigt. 20,1 % arbeiteten seit fünf bis zehn
Jahren am gleichen Arbeitsplatz und eine Beschäftigungsdauer von weniger als
fünf Jahren gaben mehr als ein Drittel (38,6 %) an.
Methodische Hinweise:
Bei den Angaben handelt es sich um Erstergebnisse des Mikrozensus und der darin
integrierten Arbeitskräfteerhebung aus dem Jahr 2025. Ausführliche Informationen
zu Änderungen sind auf einer Sonderseite verfügbar.
Es handelt sich um gerundete Werte. Bei der Summierung sind daher Abweichungen
möglich.
Weitere Informationen:
Diese und weitere Daten zur Qualität der Arbeit stehen auf der Internetseite des
Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de/qda zur Verfügung. Zu den
insgesamt sieben Themenbereichen zählen unter anderem Arbeitssicherheit und
Gleichstellung, Arbeitszeit und Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie
Beschäftigungssicherheit.
Daten und Fakten rund um das Thema Fachkräfte bündelt das Statistische Bundesamt
auf einer eigenen Sonderseite (www.destatis.de/fachkraefte). Das Datenangebot
umfasst die Bereiche Demografie, Erwerbstätigkeit, Bildung und Zuwanderung. Es
reicht von Vorausberechnungen zur künftigen Zahl von Erwerbspersonen über
Analysen zum Arbeitskräfteangebot bis hin zu Daten zu Arbeitsmigration und
Ausbildungsmarkt - und wird sukzessive erweitert.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Arbeitsmarkt
Telefon: +49 611 75 4868
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OTS: Statistisches Bundesamt
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