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Berlin (ots) - Zur Ernennung von Carsten Linnemann zum neuen Bundesminister für
Gesundheit erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt:
"Ich gratuliere Carsten Linnemann im Namen der Bundesärztekammer herzlich zu
seiner Ernennung zum Bundesminister für Gesundheit und wünsche ihm für die vor
ihm liegenden Aufgaben viel Erfolg sowie eine glückliche Hand.
Mit diesem Amt übernimmt Carsten Linnemann die Verantwortung für eines der
anspruchsvollsten Ressorts der Bundesregierung. Die anstehenden Aufgaben
erfordern Reformbereitschaft, klare Prioritäten, politischen Gestaltungswillen
und einen langen Atem. Carsten Linnemann steht dafür, bestehende Strukturen zu
hinterfragen und notwendige Veränderungen entschlossen anzugehen. Dies bietet
die Chance, die notwendigen Weichen für die Zukunftsfähigkeit unseres
Gesundheitswesens zu stellen.
Entscheidend wird nun sein, diesen Reformanspruch in konkrete und tragfähige
Veränderungen zu übersetzen. Nach den einschneidenden Sparmaßnahmen zur
Konsolidierung der Krankenkassenfinanzen muss der Schwerpunkt nun auf echten
Strukturreformen liegen. Neben der konsequenten Weiterentwicklung der
Krankenhausreform müssen die Weichen für eine bessere Koordination der
Patientenversorgung durch eine starke Primärversorgung und eine eng damit
verzahnte Reform der Notfallversorgung gestellt werden. Patientinnen und
Patienten müssen künftig verlässlicher in die jeweils medizinisch geeigneten
Versorgungsstrukturen geleitet werden.
Ebenso dringend ist ein wirksamer Bürokratieabbau. Die Bundesärztekammer und
andere Organisationen aus dem Gesundheitswesen haben dem Bundesministerium für
Gesundheit konkrete Vorschläge für ein Entbürokratisierungsgesetz vorgelegt, das
nun unverzüglich kommen muss. Jede entfallende Dokumentations- und
Nachweispflicht schafft mehr Zeit für Patientinnen und Patienten und entlastet
die Beschäftigten im Gesundheitswesen.
Neben den notwendigen Strukturreformen darf auch die Prävention nicht länger
vernachlässigt werden. Gerade bei Volkskrankheiten bietet Prävention erhebliche
gesundheitliche und ökonomische Potenziale. Sie darf deshalb kein Annex der
Gesundheitspolitik bleiben, sondern muss mit klaren Zielen, verbindlichen
Zeitplänen und messbaren Ergebnissen als ressortübergreifende Aufgabe verankert
werden. Dafür braucht es das gemeinsame Handeln der gesamten Bundesregierung.
Wenn es gelingt, diese Reformen konsequent und gemeinsam anzugehen, können wir
die Gesundheitsversorgung dauerhaft hochwertig, bedarfsgerecht und
wirtschaftlich tragfähig sichern. Die Bundesärztekammer wird ihre medizinische
und gesundheitspolitische Expertise aktiv in diesen Prozess einbringen."
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