|
Frankfurt am Main/Berlin/München (ots) - Verbände der praktizierenden
Tiermedizin fordern eine verlässliche GOT, im Interesse von Praxen und
Angestellten gleichermaßen
Die Verbände bpt, VUK und WFG beziehen mit einer klaren gemeinsamen https://www.
tieraerzteverband.de/bpt/berufspolitik/Positionen/gesetzentwuerfe/dokumente/2026
_07_28_Stellungnahme_Zukunft-der-Tiermedizin_bpt_VUK_WFG.pdf zur
wirtschaftlichen Lage der Tiermedizin Stellung. Sie warnen davor, die
wirtschaftliche Zukunft des Berufs auf einen Verteilungskonflikt zwischen
Tierhaltern, Angestellten und Praxen zu verengen. Alle Seiten sind auf eine
wirtschaftlich tragfähige Tiermedizin angewiesen. Im Mittelpunkt muss die
eigentliche Existenzfrage stehen: Lohnt sich eine eigene, inhabergeführte
Tierarztpraxis in Deutschland überhaupt noch?
Der Befund ist alarmierend: Nach der aktuellen Tierärztestatistik der
Bundestierärztekammer ist die Zahl der Niedergelassenen 2025 erneut gesunken,
auf nun 11.216, während die Zahl der Angestellten weiter gestiegen ist, auf nun
12125. In den meisten Kammerbereichen geht die Zahl der Tierarztpraxen zurück,
und der Berufsstand altert. Immer weniger Tierärztinnen und Tierärzte wagen den
Schritt in die Selbstständigkeit. Das hat Folgen für die flächendeckende
Versorgung im Klein- wie im Großtierbereich, vor allem in ländlichen Regionen.
Damit vermindert sich auch die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen für angestellte
Tierärztinnen und Tierärzte.
Faire Gehälter und gute Arbeitsbedingungen sind für bpt, VUK und WFG nicht nur
ein Anliegen, sondern die Basis moderner Tiermedizin. Sie entscheiden darüber,
ob der Beruf attraktiv bleibt und ob Praxen die Fachkräfte finden, die sie
brauchen. Möglich sind gute Bedingungen aber nur auf einer wirtschaftlich
tragfähigen Grundlage, und genau hier wächst der Druck durch Kostensteigerungen:
bei Energie, Personal, Material und Bürokratie.
"Immer weniger Kolleginnen und Kollegen wagen die eigene Niederlassung. Deshalb
brauchen wir bei der gerade laufenden Evaluation der tierärztlichen
Gebührenordnung (GOT) das richtige Augenmaß, das die tatsächlichen Kosten
abbildet und so sichere Arbeitsplätze und eine flächendeckende Versorgung
erhält", erklären Heiko Färber (bpt), Oliver Volin (VUK) und Dr. Stefan von
Rüden (WFG), die Geschäftsführer der drei Verbände, in einer gemeinsamen
Erklärung.
Im laufenden Evaluationsprozess erwarten bpt, VUK und WFG eine verlässliche GOT
mit einem regelmäßigen Anpassungsmechanismus, die die tatsächlichen Kosten der
Praxen abbildet und so das Fundament der freien, inhabergeführten Praxis mit
tragfähigen Praxiskonzepten sichert.
Quelle: Bundestierärztekammer (BTK), Tierärztestatistik 2025, Pressemitteilung
vom 1. Juni 2026 (Datenstand 31. Dezember 2025), bundestieraerztekammer.de.
Über die Verbände:
Der Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) ist die führende
unabhängige Interessenvertretung der praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzte
in Deutschland. Er vertritt die berufsspezifischen rechtlichen, wirtschaftlichen
und politischen Interessen seiner rund 7.150 Mitglieder gegenüber Politik,
Medien, berufsrelevanten Organisationen und Verbänden. Er setzt sich für die
Verbesserung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen für die tierärztliche
Tätigkeit ein, unterstützt seine Mitglieder bei der Existenzsicherung und
-gestaltung und bietet ihnen praxisorientierte Fortbildung. Die Landesverbände,
Bezirks- und Kreisgruppen ergänzen seine Arbeit im regionalen Bereich. Präsident
des Bundesverbandes ist Dr. Siegfried Moder.
Pressekontakt: Heiko Färber, mailto:bpt.faerber@tieraerzteverband.de ,
http://www.tieraerzteverband.de
Der WFG - Wirtschaftsverband Freier Großtierärzte GmbH (WFG) ist ein moderner
Arbeitgeberverband und bundesweites Netzwerk freiberuflicher, inhabergeführter
Nutztierpraxen mit Schwerpunkt auf Schweine- und Rindermedizin. Er vertritt die
wirtschaftlichen und berufspolitischen Interessen seiner Mitglieder gegenüber
Verbänden, Verwaltung und Öffentlichkeit und setzt sich für nachhaltige
Versorgungsstrukturen sowie den Abbau bürokratischer Hürden in Nutztiermedizin
und Landwirtschaft ein. Als Arbeitgeberverband stärkt der WFG die Attraktivität
des Berufs im ländlichen Raum und eröffnet überregionale Karriereperspektiven,
für die aktuelle wie für die nächste Generation von Nutztierärztinnen und
Nutztierärzten in einem freien Praxisnetzwerk.
Pressekontakt: Dr. Stefan von Rüden, mailto:vonrueden@wfg-vet.de ,
http://www.wfg-vet.de
Der Verbund Unabhängiger Kleintierkliniken e.V. (VUK) vertritt die Interessen
von privaten und inhabergeführten Kleintierkliniken, Tiergesundheitszentren und
auf Klinikniveau arbeitenden Kleintierpraxen. Er versteht sich als
Arbeitgeberverbund und entwickelt Strategien und Lösungen für die
Zukunftsfähigkeit seiner Mitglieder. Im Mittelpunkt der Arbeit des VUK stehen
das Wohl und die Stärkung des tierärztlichen Berufsstandes, Impulse für die
innovative Tiermedizin, die Aufwertung des Arbeitgeberimages und die gezielte
Förderung der angestellten TierärztInnen, der Tiermedizinischen Fachangestellten
und der Studierenden in einem starken Netzwerk. Jedes Mitglied im VUK behält
seine Individualität und seine Selbständigkeit. Pressekontakt: Oliver Volin,
mailto:volin@vuk-vet.de , http://www.vuk-vet.de
Pressekontakt:
Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V
Referat Kommunikation
Hahnstr. 70
60528 Frankfurt/M.
Ansprechpartner:
Dr. Ursula von Einem
T. 069/669818-15
Fax 069/669818-55
E-Mail: mailto:bpt.von.einem@tieraerzteverband.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/18136/6323768
OTS: Bundesverband Praktizierender Tierärzte e.V.
|