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Berlin (ots) - Den Negativpreis "Schmuggelzigarette der Woche" hat der
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE) heute
erstmals in Berlin verliehen. Er ging an eine grob gefälschte 20er Schachtel
"Gauloises Blondes Lights Red".
Das Hinterhofprodukt ist bereits auf den ersten Blick als plumpe Fälschung
erkennbar. Ausschlaggebend ist die minderwertig verarbeitete, windschief
verklebte Kartonverpackung, auf der als angeblicher Hersteller die Firma Seita
mit dem Aufdruck "Made in France" angegeben wird. Die kyrillische Aufschrift (20
Filterzigaretten) deutet auf eine illegale Herstellung in Osteuropa hin.
Die gefälschte Zigarettenschachtel verfügt weder über Text- und Bildwarnhinweise
noch über ein Steuerzeichen oder den gesetzlich vorgeschriebenen
Rückverfolgbarkeitscode. Es ist davon auszugehen, dass der enthaltene Tabak
gefährliche Inhaltsstoffe und hygienisch bedenkliche Verunreinigungen enthält.
Der Herstellungs- und Vertriebsweg dieses hochgefährlichen Zigarettenpacks kann
nicht mehr nachvollzogen werden. Die Schachtel wurde im grenznahen Bereich zu
Deutschland auf einem Markt für 1,50 Euro gekauft. Eine Original Gauloises
Blondes Red kostet gegenwärtig in Deutschland 9,40 Euro.
Unter dem Titel "Schmuggelzigarette der Woche" weist der BVTE ab sofort
wöchentlich auf die gesundheitlichen und fiskalischen Gefahren von gefälschten
und geschmuggelten Tabakerzeugnissen hin. Vor dem Hintergrund der von der
Bundesregierung geplanten drastischen Tabaksteuererhöhungen ist in den nächsten
Monaten von einem massiven Anstieg von illegalen Zigaretten in Deutschland
auszugehen. Nach Auffassung des BVTE wiederholt die Politik damit die Fehler der
Vergangenheit: Schon in den 2000er-Jahren trieben immer höhere Preise
preissensible Verbraucher in den illegalen Markt - und stärkten statt der
Staatskasse die organisierte Kriminalität.
"Wer Zigaretten künstlich immer weiter verteuert, darf sich über einen boomenden
Schwarzmarkt nicht wundern. Die geplanten Steuererhöhungen werden Schmugglern
neue Kundschaft verschaffen - nicht dem Bundeshaushalt", erklärt
BVTE-Hauptgeschäftsführer Jan Mücke.
Bereits heute wird nach der Ipsos-Entsorgungsstudie nahezu jede fünfte Zigarette
in Deutschland nicht hier versteuert. Der Anteil der Packungen ohne deutsche
Steuerbanderole lag 2025 bei 20,9 Prozent.
Die Ipsos-Entsorgungsstudie gilt als weltweit größte Untersuchung ihrer Art.
Dafür werden jährlich rund 180.000 weggeworfene Zigarettenpackungen gesammelt
und ausgewertet, die in Entsorgungsanlagen sowie im öffentlichen Raum gefunden
werden. Es geht auch nicht nur um gefälschte Zigaretten. Auch legal im Ausland
versteuerte Zigaretten werden häufig unter Missbrauch der Freimengen nach
Deutschland gebracht und anschließend illegal weiterverkauft. Die zollfreien
beziehungsweise steuerbegünstigten Mitnahmemengen gelten ausschließlich für den
Eigenverbrauch.
Bei illegalen und insbesondere gefälschten Zigaretten ist zudem häufig unklar,
welche Tabake und Zusatzstoffe verarbeitet wurden. Untersuchungen zeigen immer
wieder Rückstände von in der Europäischen Union nicht zugelassenen Pestiziden.
Anders als legale Produkte unterliegen Schmuggelzigaretten weder den
europäischen Qualitäts- noch den Produktsicherheitsstandards.
Schwarzmarkt-Fakten:
- Jede fünfte Zigarette in Deutschland wurde nicht hier versteuert ( Ipsos-
Entsorgungsstudie 2025 (https://www.pmi.com/resources/docs/default-source/itp/
illicit-cigarette-consumption-in-europe-2024-results.pdf) ).
- BVTE-Themenseite Zigarettenschmuggel
(https://www.bvte.de/de/themen/daten-zum-tabakmarkt)
- DZV Deutscher Zigarettenverband
(https://www.zigarettenverband.de/themen/schmuggel)
- Der Schwarzmarkt-Tracker des BVTE-Mitgliedsunternehmens Reemtsma
(https://reemtsma-politik.de/thema/illegale-produkte/) dokumentiert
fortlaufend Sicherstellungen des Zolls und macht aktuelle Entwicklungen im
illegalen Zigarettenhandel sichtbar. Die dort erfassten Fälle bilden nicht den
gesamten Schwarzmarkt ab, zeigen aber dessen Dynamik.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse (BVTE)
Jan Mücke
Hauptgeschäftsführer
Georgenstraße 25
10117 Berlin
Tel. +49 30 88 66 36 - 123
mailto:presse@bvte.de
bvte.de | linkedin.de/company/bvte
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/141532/6324751
OTS: Bundesverband der Tabakwirtschaft und neuartiger Erzeugnisse
(BVTE)
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