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Mainz (ots) - Der Kühlschrank brummt, die Dunstabzugshaube rauscht, der
Geschirrspüler auch, sobald er Wasser einlässt oder abpumpt. Manche Geräusche
blendet man im Alltag aus, andere nicht. Egal, ob bewusst wahrgenommen oder
nicht, die Ohren sind immer auf Empfang. Geräusche werden auch dann gehört und
verarbeitet, wenn man es nicht merkt - selbst im Schlaf. Aber es gibt
Unterschiede, weiß Experte Eberhard Schmidt, Hörakustiker von Beruf. Der
erfahrene Meister kümmert sich im Ehrenamt als Präsident der Bundesinnung (biha)
nicht nur um die Branche, sondern auch um Aufklärung und Prävention rund ums
Gehör.
Informiert, wenn es piept, alarmiert, wenn es stört
Aufhorchen tut man "automatisch", wenn der Kühlschrank piept, weil seine Tür
nicht richtig verschlossen ist, oder die Waschmaschine, wenn der Waschgang
abgeschlossen ist. Aufhorchen tut man auch beim Timer von Ofen oder Mikrowelle,
wenn das Essen fertig ist. Der Zweck des Pieptons ist erfüllt.
Anders ist es mit Warnsignalen: Sie sind unangenehm für das Gehör und fallen
deshalb in der Regel spürbarer störend auf. Schrillt also der Alarmton des
Rauchmelders wird sofort das Angst- und Alarmzentrum des Gehirns (Amygdala)
aktiviert - man ist hellwach.
Eberhard Schmidt erklärt: "Akustische Alarmsignale können Schaden abwenden und
im Extremfall Leben retten. Vor allem hochfrequente Töne, schnell aufeinander
folgende und lauter werdende Töne sowie laute anhaltende Töne wecken garantiert
unsere Aufmerksamkeit, auch wenn wir gerade etwas anderes tun." Das schützt bei
Tag und in der Nacht.
Ausblenden oder aufregen
Monotone und ruhige Geräusche, wie das Ticken einer Uhr oder das Tropfen eines
Wasserhahns, werden mit der Zeit nicht mehr bewusst wahrgenommen. Geräusche, die
immer gleichbleiben und weder lauter noch schriller werden, stuft das Gehirn
eher als ungefährlich und unwichtig ein. Diese sogenannte Habituation
(Gewöhnung) erfolgt nicht ohne Grund: Da das Gehirn nur eine begrenzte
Aufmerksamkeitskapazität hat, wird vor allem Neues und Wichtiges bewusst
wahrgenommen. Alles andere kann ausgeblendet werden. Wird die Aufmerksamkeit
jedoch gezielt auf die Geräuschquelle gerichtet, wird sie bewusst gehört.
Doch Töne, die hoch oder schrill sind, gleichzeitig aber unwichtig, versetzen
uns ebenfalls in einen Alarmmodus, obwohl die Situation es nicht erfordert.
Geschieht das dauerhaft, wie bei bestimmten Benachrichtigungstönen des
Smartphones, kann das zu Stress führen mit möglichen Folgen wie Nervosität,
Gereiztheit oder Konzentrationsproblemen.
"Nehmen akustische Signale im Alltag überhand, können sie zur Belastung werden.
Deshalb sollte man seinen Ohren regelmäßige Auszeiten gönnen und die
Erinnerungsfunktion oder das ganze Gerät - nicht aber die wichtigen
Alarmfunktionen - ausschalten, wann immer es möglich ist", rät
Hörakustiker-Meister Schmidt.
Werden akustische Signale im Haushalt nicht mehr gehört, auch wenn die
Aufmerksamkeit bewusst auf sie gelenkt wird, kann das auf eine
Hörbeeinträchtigung hindeuten. Bemerkt man, dass das Gehör nachlässt, sollte man
einen Hörakustiker aufsuchen. Er überprüft mit einem Hörtest, ob ein Hörverlust
vorliegt und kann mit passenden Hörsystemen die Hörschwäche individuell
ausgleichen, damit im Fall des Falles der Signalton gehört wird.
Mehr Informationen rund ums Hören:
https://www.richtig-gut-hoeren.de
https://www.instagram.com/biha.kdoer/
Hörakustiker-Fachbetriebe vor Ort:
https://www.hoerakustiker-suche.de/
Pressekontakt:
mailto:presse@biha.de
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OTS: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR
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