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Frankfurt (ots) - Neue BearingPoint-Studie: Deutsche Unternehmen erwarten
deutlich höhere Digitalisierungseffekte als der europäische Durchschnitt,
kämpfen jedoch mit Datenfragmentierung, Fachkräftemangel und einer ausgeprägten
Umsetzungslücke.
Der europäische Verteidigungssektor tritt in eine neue Phase tiefgreifender
Transformation ein. Steigende geopolitische Spannungen, neue
Sicherheitsanforderungen und der Druck zur schnellen Skalierung industrieller
Kapazitäten führen dazu, dass Verteidigungsorganisationen ihre Ansätze in
Entwicklung, Produktion, Instandhaltung und Betrieb grundlegend überdenken. Auf
der MSC 2026 wurde deutlich, dass eine neue Ära beschleunigter
Beschaffungsprozesse, KI-gestützter Fähigkeiten und einer engeren Zusammenarbeit
zwischen Industrie und Regierungen begonnen hat. Die neue BearingPoint-Studie
"Digitale Exzellenz für Europas Verteidigung" zeigt, dass digitale Technologien
dabei zu einem zentralen Enabler für Resilienz, Einsatzbereitschaft und
technologische Souveränität werden. Gleichzeitig offenbart die Studie jedoch
eine erhebliche Umsetzungslücke zwischen Anspruch und Realität.
Während 60 bis 70 Prozent der europäischen Führungskräfte aus der Luft- und
Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie bis 2028 einen hohen oder sehr hohen
Einfluss der digitalen Transformation erwarten, geben lediglich 20 bis 30
Prozent an, bereits einen fortgeschrittenen digitalen Reifegrad erreicht zu
haben. Auch im öffentlichen Verteidigungssektor sind die Ambitionen hoch: Die
größten Digitalisierungspotenziale werden in den Bereichen Training & Simulation
(34 Prozent) sowie Einsatzbereitschaft (32 Prozent) gesehen. Gleichzeitig
bleiben digitale Reifegrade in Bereichen wie Beschaffung und Transparenz im
Lieferantenökosystem weiterhin begrenzt.
"Um Resilienz zu stärken und technologische Souveränität zu sichern, müssen
Verteidigungsorganisationen die digitale Transformation entlang der gesamten
Wertschöpfungskette beschleunigen - von Entwicklung und Fertigung bis hin zu
Instandhaltung und Logistik. Dabei müssen sie über isolierte Digitalinitiativen
hinausgehen und einen integrierten Transformationsansatz verfolgen. Durch
vernetzte Daten und digital eingebettete Kernprozesse können sie Effizienz,
Resilienz und Entscheidungsqualität erheblich steigern", kommentiert Manuel
Schuler, Global Leader Automotive, Manufacturing & Defense bei BearingPoint.
Deutschland sieht großes Potenzial, kämpft aber mit den Grundlagen der
Digitalisierung
Besonders ausgeprägt zeigt sich diese Entwicklung in Deutschland. Unternehmen
der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungsindustrie erwarten deutlich häufiger
als ihre europäischen Wettbewerber positive Auswirkungen digitaler Technologien
auf ihre operative Leistungsfähigkeit. 86 Prozent gehen von hohen bis sehr hohen
Effekten in Produktion, Instandhaltung und Lieferkettenmanagement aus und liegen
damit deutlich über dem europäischen Durchschnitt von 60 Prozent. Gleichzeitig
offenbart sich eine erhebliche digitale Umsetzungslücke: Nur rund ein Drittel
der Prozesse ist heute vollständig vernetzt und datengetrieben.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt im technologischen Fundament vieler
Organisationen. Lediglich zehn Prozent der deutschen Unternehmen verfügen über
eine vollständig integrierte intelligente Datenarchitektur, während 38 Prozent
weiterhin mit fragmentierten Systemlandschaften arbeiten. Gleichzeitig nennen
deutsche Entscheider:innen Budgetrestriktionen (34 Prozent) sowie den Mangel an
Digital-, KI- und Datenkompetenzen (31 Prozent) als größte Hemmnisse ihrer
Transformationsvorhaben. Beide Werte liegen über dem europäischen Durchschnitt
von jeweils 26 Prozent.
Die Investitionsprioritäten der kommenden Jahre spiegeln diese Ausgangslage
wider. Deutsche Unternehmen setzen ihren Schwerpunkt vor allem auf die vernetzte
Fabrik beziehungsweise Smart Manufacturing (21 Prozent), bereichsübergreifende
Datenplattformen (17 Prozent) sowie digitale Zwillinge (17 Prozent). Künstliche
Intelligenz und prädiktive Analytik rangieren dagegen mit lediglich sieben
Prozent deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt von 21 Prozent. Die
Ergebnisse deuten darauf hin, dass viele Unternehmen zunächst die
Voraussetzungen schaffen wollen, um digitale Technologien später erfolgreich und
skalierbar einsetzen zu können.
"Die entscheidende Frage für die deutsche Verteidigungsindustrie lautet heute
nicht, ob KI eingesetzt werden soll, sondern ob die Voraussetzungen für deren
wirksame Skalierung überhaupt vorhanden sind. Unsere Ergebnisse zeigen, dass
viele Unternehmen deshalb zunächst in die Digitalisierung ihrer industriellen
Basis investieren. Das ist aus unserer Sicht kein Zeichen technologischer
Zurückhaltung, sondern vielmehr Ausdruck strategischer Weitsicht: Ohne
integrierte Daten und vernetzte Prozesse wird die notwendige industrielle
Skalierung nicht gelingen", erläutert Sven Gehrmann, Partner bei BearingPoint.
Datensilos und Cyberresilienz prägen die Herausforderungen im öffentlichen
Verteidigungssektor
Auch im öffentlichen Verteidigungssektor in Deutschland wird deutlich, dass
digitale Transformation vor allem an grundlegenden strukturellen Voraussetzungen
scheitert. Fragmentierte Datensilos werden von 44 Prozent der deutschen
Organisationen als größte Hürde genannt und damit deutlich häufiger als im
europäischen Durchschnitt von 32 Prozent. Gleichzeitig zählen
bereichsübergreifende Datenplattformen mit lediglich 13 Prozent nur selten zu
den priorisierten Investitionsfeldern. Die Ergebnisse legen nahe, dass die
Modernisierung und Vernetzung bestehender Datenbestände vielfach noch hinter
ihrer strategischen Bedeutung zurückbleiben.
Parallel dazu entwickelt sich Cyberresilienz zunehmend zur Voraussetzung
digitaler Souveränität. Zwar haben 35 Prozent der Organisationen im öffentlichen
Verteidigungssektor in Deutschland Cybersicherheit in den vergangenen zwei
Jahren als Investitionsschwerpunkt priorisiert und 29 Prozent wollen diesen
Fokus beibehalten. Gleichzeitig verfügen bislang nur 13 Prozent über
fortgeschrittene, KI-gestützte oder echtzeitfähige Abwehrmechanismen. Die Studie
zeigt damit, dass die sichere Nutzung daten- und KI-gestützter Fähigkeiten
künftig wesentlich von einer belastbaren Datenbasis und resilienten digitalen
Infrastrukturen abhängen wird.
"In einem zunehmend unsicheren geopolitischen Umfeld wird die digitale
Transformation zu einer tragenden Säule der europäischen Verteidigungsresilienz.
Die Schließung der Umsetzungslücke erfordert eine koordinierte Transformation im
gesamten Ökosystem - Industrie und Regierung gemeinsam", erklärt Reinhard
Geigenfeind, Globaler Leiter Public & Health Services bei BearingPoint.
Über die Studie
Die Studie "Digitale Exzellenz für Europas Verteidigung" untersucht, wie
digitale Technologien das europäische Verteidigungsökosystem verändern und
welche Chancen sowie Herausforderungen sich bei der Beschleunigung der digitalen
Transformation ergeben.
Grundlage der Analyse ist eine Befragung von insgesamt 151 Führungskräften,
davon 101 aus der Luft- und Raumfahrt sowie der Verteidigungsindustrie und 50
aus öffentlichen Verteidigungsorganisationen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer
stammen aus Deutschland, Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Italien,
Schweden und Finnland und verantworten in ihren Organisationen Bereiche wie
digitale Transformation, Technologie, Betrieb und Strategie. Ergänzt wurde die
Datenerhebung durch Experteneinschätzungen sowie durch die Projekterfahrung von
BearingPoint in europäischen Verteidigungs- und Industrieumfeldern.
Laden Sie die vollständige Studie hier herunter: https://ots.de/dLtm6V
Über BearingPoint
BearingPoint ist eine unabhängige Management- und Technologieberatung mit
europäischen Wurzeln und globaler Reichweite, die Unternehmen mithilfe moderner
Technologien transformiert. Wir unterstützen Unternehmen bei der Transformation,
indem wir fundiertes Branchenwissen mit starken Kompetenzen in Strategie,
Geschäftsprozessen, Technologie und KI kombinieren. Unsere Beraterteams arbeiten
dabei in unterschiedlichsten Industrien - immer nah am Kunden. Spezialisierte
SAP- und Microsoft-Einheiten, ein starker Fokus auf KI sowie ergebnisorientierte
Softwarelösungen ermöglichen maßgeschneiderte, innovative Lösungen für die
Herausforderungen unserer Kunden.
Zu BearingPoints Kunden gehören viele der weltweit führenden Unternehmen und
Organisationen. Das globale Netzwerk von BearingPoint mit mehr als 15.000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt Kunden in über 70 Ländern und
engagiert sich gemeinsam mit ihnen für einen messbaren und langfristigen
Geschäftserfolg.
BearingPoint gehört zu den TIME World's Best Companies und den Forbes World's
Best Employers. Das Unternehmen ist zudem eine zertifizierte B Corporation, die
hohe soziale und ökologische Standards erfüllt.
Weitere Informationen:
Homepage: https://www.bearingpoint.com/
LinkedIn: http://www.linkedin.com/company/bearingpoint%0D
Instagram: https://www.instagram.com/bearingpoint_dach/
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Alexander Bock
Global Senior Manager Communications
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E-Mail: mailto:alexander.bock@bearingpoint.com
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OTS: BearingPoint GmbH
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