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München (ots) -
- Neubau in der Westpfalz eine der größten Vergaben im Rettungsdienst
- 25 Jahre Versorgungssicherheit für schnelle Hilfe aus der Luft
- Vorreiterprojekt mit effizienter Energienutzung und Ressourcenschonung
- Eröffnungsfeier in Rockenhausen/Dörnbach mit Staatssekretär Dirk Herber
- ADAC Luftrettung verantwortlich für Bau, Planung und Finanzierung
(ADAC Luftrettung gGmbH) Die gemeinnützige ADAC Luftrettung hat im
rheinland-pfälzischen Rockenhausen/Dörnbach die erste nachhaltige
Luftrettungsstation gebaut und erfolgreich in Betrieb genommen. Am heutigen
Montag wurde die neue Heimat des ADAC Rettungshubschraubers "Christoph 66"
feierlich eingeweiht - im Beisein von Staatssekretär Dirk Herber aus dem
Ministerium des Innern, für Integration und Verkehr, sowie Landrat Rainer Guth
und Stadtbürgermeister Michael Vettermann. Mit dem Neubau, der wegen seiner
effizienten Energienutzung und Ressourcenschonung von der Deutschen Gesellschaft
für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert wurde, ist die Versorgung mit
schneller Hilfe aus der Luft bis ins Jahr 2048 gesichert - für die Menschen in
der Region und darüber hinaus.
"Die Finanzierung solcher Projekte wird für gemeinnützige Organisationen wie die
ADAC Luftrettung indes immer schwieriger", kritisierte Geschäftsführer Frédéric
Bruder. Der Sparkurs des Bundesgesundheitsministeriums mit einem starren
Kostendeckel sorge für eine dauerhafte Unterfinanzierung der Luftrettung und
gefährde so die Notfallversorgung insgesamt. "Wir erwarten, dass der Gesetzgeber
bei der Reform der Notfallversorgung im Herbst eine Öffnungsklausel für die
medizinische Notfallrettung schafft", forderte Bruder.
Vorgaben und Standortfaktoren konsequent einbezogen
Planung und Umsetzung des Neubaus in Dörnbach waren fester Bestandteil einer
europaweiten Ausschreibung des rheinland-pfälzischen Innenministeriums für den
Luftrettungsstandort Westpfalz im Juni 2022, die ein Nachhaltigkeits- und
energetisches Konzept vorschrieb. Mit einer Stationierung über einen Zeitraum
von 25 Jahren handelte es sich insgesamt um eine der bundesweit größten Vergaben
im Luftrettungsdienst. Die ADAC Luftrettung überzeugte das Gremium mit ihrem
Konzept und setzte das schlüsselfertige Projekt in weniger als zwei Jahren um.
Dabei wurde eng mit lokalen Partnern zusammengearbeitet, es wurden
Bauunternehmen aus der Region beauftragt und Empfehlungen der örtlichen
Feuerwehr im Brandschutzkonzept berücksichtigt.
Die Station wurde mit Blick auf die lange Laufzeit mit einem Doppelhangar
geplant. So kann mit einem zweiten Rettungshubschrauber bei Bedarf die Kapazität
erhöht und auf Großschadensereignisse wie Naturkatastrophen schnell reagiert
werden. Stationsgebäude und Hangar wurden in Holzbauweise gefertigt und
Kunststoffe vermieden. Im Erdgeschoss befinden sich je ein Medizin- und
Desinfektionsraum für die tägliche Arbeit der Crews sowie zwei Büroräume. Im
Obergeschoß gibt es einen Schulungsraum für bis zu 30 Personen und zehn
Ruheräume mit erhöhtem Schallschutz für Pausen zwischen den Einsätzen.
Nachhaltigkeitskonzept
Ein Gründach schützt vor extremen Temperaturen und sorgt mit einem
Regenwassertank für schonenden Wasserverbrauch. Beheizt wird das Gebäude über
eine Wärmepumpe mit geothermischer Unterstützung. Eine Photovoltaikanlage mit
Batteriespeicher ermöglicht eine Eigenstromversorgung von bis zu 75 Prozent. Bei
einem Stromausfall kann die Station mit eigenen Aggregaten weiterbetrieben
werden. All das macht die Station - zusammen mit Ausgleichmaßnahmen wie
großzügigen Brachflächen und Streuobstwiesen - zu einem Vorreiterprojekt für
eine effiziente Energienutzung und Ressourcenschonung.
Mit dem neuen Luftrettungsstandort wertet die ADAC Luftrettung die regionale
Rettungsdienstinfrastruktur entscheidend auf. "Christoph 66" ist der einzige
notarztbesetzte Rettungshubschrauber mit Rettungswinde in Rheinland-Pfalz und
besonders im ländlichen Raum oft das einzige Rettungsmittel, das Menschen in
Notsituationen eine Notärztin oder -arzt zuführen und wenn nötig in ein
Krankenhaus bringen kann.
Crew und Einsatzgebiet
In Dörnbach sind drei Piloten der ADAC Luftrettung und ebenso viele
Notfallsanitäter mit Zusatzqualifikation Winde (TC HHO) beschäftigt. 15
Notärztinnen und -ärzte von der Uniklinik Homburg und dem Westpfalz-Klinikum
Kaiserslautern komplettieren den Personalstamm. Das Einsatzgebiet umfasst die
Stadt und den Landkreis Kaiserlautern, die Landkreise Kusel und Birkenfeld sowie
den Donnersbergkreis. Für Patientenverlegungen wird der Helikopter in ganz
Rheinland-Pfalz eingesetzt. Außerdem fungiert er als offizieller
Intensivtransporthubschrauber des Saarlandes.
Der tägliche Rettungsbetrieb beginnt mit Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) und
dauert bis zum Sonnenuntergang. Alarmiert wird "Christoph 66" von der
Rettungsleitstelle Kaiserslautern. Der hochmoderne Hubschrauber des Typs H145
ist der leiseste seiner Leistungsklasse. Bei Bedarf könnte "Christoph 66" in
Zukunft auch in der Dämmerung oder Dunkelheit Einsätze übernehmen. Im
vergangenen Jahr wurden die Crews 1530-mal alarmiert, 112 davon waren Einsätze
mit der Rettungswinde. Seit seiner Stationierung in der Westpfalz im Jahr 2019 -
zunächst in Eßweiler im Landkreis Kusel und ab 2021 in Imsweiler im
Donnersbergkreis, flog der ADAC Rettungshubschrauber mehr als 11.000 Einsätze.
Über die ADAC Luftrettung gGmbH
Mit 37 Stationen und bis heute mehr als 1,3 Millionen Einsätzen ist die
gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen
Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen
Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle
angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur
Stelle. "Gegen die Zeit und für das Leben" lautet der Leitsatz der ADAC
Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt:
Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom
Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine
Rekonvaleszenz. Seit 2023 gibt es die ADAC Telenotarzt gGmbH. Sie ist eine
innovative Tochtergesellschaft der ADAC Luftrettung und hat sich auf die
Bereitstellung von telemedizinischen Notarztdiensten spezialisiert. Die Crews
der ADAC Luftrettung werden trainiert von der ADAC HEMS Academy GmbH. Die
Wartung und technische Bereitstellung erfolgt über die ADAC Heliservice GmbH.
Die ADAC Luftrettung ist ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.
Pressekontakt:
Jochen Oesterle
i.A. ADAC Luftrettung gGmbH
T +49 89 76 76 34 74
mailto:medien@adac.de
http://www.presse.adac.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/122834/6330810
OTS: ADAC SE
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