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Bonn (ots) - Alfred Breuer, Maik Großekathöfer, Gabriele Jenk, Simone Gaul und
Bastian Berbner erhalten den Katholischen Medienpreis 2026. Den mit 5.000 Euro
dotierten Hauptpreis bekommt Alfred Breuer in der Kategorie Audio für das
Radiofeature "Ausbeutung mit System - Indische Fahrradkuriere in Deutschland",
erstgesendet am 2. Januar 2026 im ARD-Hörfunk. In der Kategorie Print erhält
Maik Großekathöfer den mit 2.500 Euro dotierten Preis für den Artikel "Ich bin
immer bei Dir", veröffentlicht am 1. August 2025 im Magazin DER SPIEGEL. Der
Preis in der Kategorie Video, ebenfalls mit 2.500 Euro dotiert, geht an Gabriele
Jenk für den Beitrag "Der sinnlose Tod meines Sohnes - Eine Mutter sucht
Antworten", erstausgestrahlt am 18. September 2025 im WDR-Fernsehen. Den mit
2.500 Euro dotierten Sonderpreis der Jury erhalten Simone Gaul und Bastian
Berbner für den Podcast "Irma. Das Kind aus Srebrenica", erstveröffentlicht am
8. Juli 2025 auf ZEIT online.
Insgesamt hat die Jury unter Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer 195
Beiträge gesichtet (91 Print, 54 Video und 50 Audio). Die Preisverleihung findet
am 15. September 2026 im Münchner Künstlerhaus statt.
Der Vorsitzende der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz,
Kardinal Reinhard Marx (München und Freising), würdigt die Beiträge der
Preisträgerinnen und Preisträger: "Die in diesem Jahr ausgezeichneten Beiträge
machen etwas sichtbar, worauf es in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher
Veränderungen besonders ankommt: den Menschen nicht aus dem Blick zu verlieren.
Sie erzählen von Ausbeutung und Verantwortung, Trauer und Versöhnung, von Krieg
und Menschlichkeit. Und sie stellen die drängende Frage nach der Würde des
Menschen in existenziellen Krisen, in Situationen der Verletzlichkeit und
Endlichkeit und unter dem Eindruck der technologischen Entwicklungen, die durch
Künstliche Intelligenz ermöglicht werden. Auch Papst Leo XIV. erinnert in seiner
aktuellen Enzyklika Magnifica humanitas daran, dass jede Technologie zuerst der
menschlichen Würde und dem Gemeinwohl verpflichtet sein muss. Segen und Fluch
dieser Technologien sind breit gestreut und betreffen sowohl die einzelne Person
als auch unser gesellschaftliches Miteinander - auch in globaler Hinsicht.
Zu dieser notwendigen Debatte leisten die ausgezeichneten journalistischen
Arbeiten einen wichtigen Beitrag: Sie schauen genau hin und fragen kritisch
nach, stärken unsere Fähigkeit zum Wahrnehmen und zur Empathie, fördern
Orientierung und Perspektivenübernahme. Sie sind Ausdruck hoher journalistischer
Expertise und einer Haltung, die das Wohl des Einzelnen und das Gemeinwohl im
Blick hat. Die Preisträgerinnen und Preisträger geben mit ihren Beiträgen ein
Beispiel für die unersetzliche Bedeutung der Pressefreiheit, die ein
Grundpfeiler der Demokratie ist."
Kategorie Audio
Das mit dem diesjährigen Hauptpreis ausgezeichnete Radiofeature "Ausbeutung mit
System - Indische Fahrradkuriere in Deutschland" von Alfred Breuer macht die oft
übersehene Lebensrealität von Fahrradkurieren eindrucksvoll wahrnehmbar. Mit
sorgfältiger Recherche deckt der Autor auf, wie junge Menschen aus Indien mit
falschen Versprechen von privaten Hochschulen nach Deutschland gelockt werden
und in ein System aus finanzieller Abhängigkeit, prekären Arbeitsbedingungen und
Ausbeutung geraten. Dabei verbindet er persönliche Schicksale mit einer
fundierten Analyse gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Strukturen. Durch die
eindringliche akustische Gestaltung werden die Hörerinnen und Hörer unmittelbar
in den Alltag der Betroffenen hineingenommen. So entsteht ein bewegendes
Radiofeature, das Empathie weckt und den Blick auf Menschen richtet, deren Leid
im Alltag meist verborgen bleibt.
Kategorie Print
In seinem Text "Ich bin immer bei dir" lässt Maik Großekathöfer drei Menschen
ihre Gründe dafür schildern, warum sie KI zum eigenen Lebenspartner gemacht
haben. Anhand dieser Porträts beleuchtet der Autor mit großer journalistischer
Tiefe und Empathie ein hochaktuelles Phänomen. Seine sorgfältige Recherche
verbindet persönliche Geschichten mit wissenschaftlichen und philosophischen
Perspektiven. Großekathöfer wirft dabei grundlegende Fragen nach Liebe,
Beziehung und Menschlichkeit im Zeitalter der KI auf. So gelingt ihm ein
eindringliches Bild einer Entwicklung, die unsere Gesellschaft nachhaltig prägen
wird und die Frage aufwirft, was menschliche Nähe und Hingabe künftig bedeuten.
Kategorie Video
Gabriele Jenks Dokumentation "Der sinnlose Tod meines Sohnes - Eine Mutter sucht
Antworten" begleitet über einen langen Zeitraum eine Mutter und ihre Familie
nach dem gewaltsamen Tod des Sohnes. Trauer, Sprachlosigkeit und der mühsame Weg
zurück ins Leben werden eindrucksvoll erfahrbar. Ohne zu urteilen oder zu
vereinfachen, erzählt die Dokumentation von existenziellen Fragen nach Glauben,
Schuld und Vergebung. Mit großer Menschlichkeit zeigt sie die tiefgreifenden
Folgen eines Verbrechens und macht sichtbar, dass hinter öffentlichen Debatten
individuelle Schicksale stehen. Die Jury würdigt den Beitrag für seine
außergewöhnliche Sensibilität, Nähe und journalistische Haltung.
Sonderpreis der Jury
In ihrem fünfteiligen Podcast "Irma - das Kind aus Srebrenica" rekonstruieren
Simone Gaul und Bastian Berbner anhand von fünf Schicksalen den Völkermord von
Srebrenica im Jahr 1995. Sie verbinden historische Zusammenhänge mit
persönlichen Erfahrungen von Schuld, Ohnmacht, Verantwortung und Menschlichkeit.
Ausgangspunkt ist die Geschichte der Krankenschwester Christine, der das
einjährige Mädchen Irma von ihrem Vater anvertraut wird, während Soldaten ihn
abführen. Die aufwändige Recherche macht die Folgen des Krieges auch 30 Jahre
später eindrucksvoll sichtbar und lässt Opfer, Zeugen und Täter gleichermaßen zu
Wort kommen. So entsteht ein bewegendes Dokument über die Unmenschlichkeit des
Krieges und die bleibende Verantwortung jedes Einzelnen.
Hintergrund
Seit 2003 wird der Katholische Medienpreis jährlich von der Deutschen
Bischofskonferenz zusammen mit der Gesellschaft Katholischer Publizistinnen und
Publizisten e. V. (GKP) und dem Katholischen Medienverband e. V. (KM.)
ausgeschrieben. Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an
christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche
Zusammenhänge fördern, das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein
stärken und zum Zusammenleben unterschiedlicher Gemeinschaften, Religionen,
Kulturen und Einzelpersonen beitragen.
Zur Jury unter dem Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer
(Rottenburg-Stuttgart) gehören: Katja Auer (Teamleiterin der Bayernredaktion der
Süddeutschen Zeitung, München), Barbara Brustlein (Pressesprecherin missio
München), Laura Díaz (Head of Social Media beim ZDF, Mainz), Andrea Groß-Schulte
(Chefredakteurin der Liborius Verlagsgruppe, Hamm), Andreas Kuschbert
(Chefredakteur Heinrichsblatt, Bamberg), Michaela Pilters (ehemalige Leiterin
der ZDF-Redaktion "Kirche und Leben", Mainz), David Rönker (Geschäftsführer
Dialog Medien, Münster) und Christian Wölfel (Redakteur Bayerischer Rundfunk,
Religion und Orientierung, München).
Hinweise:
Weitere Informationen über den Preis sowie die Jurybegründungen und
Informationen zu den Preisträgern sind auf http://www.dbk.de in der Rubrik
Auszeichnungen der Deutschen Bischofskonferenz/Katholischer Medienpreis (https:/
/www.dbk.de/themen/auszeichnungen-der-deutschen-bischofskonferenz/katholischer-m
edienpreis/preistraeger-2026) verfügbar. Fotos der Preisträger stehen in der
DBK-Mediendatenbank
(https://medien.dbk.de/share/4B6673F0-8B55-4481-859A364B7BEE826B) für die
Berichterstattung und unter Nennung der Copyrightangaben kostenfrei bereit.
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