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Berlin (ots) - Hitzewellen treffen auch die Arzneimittelversorgung: Dass
Medikamente unter kontrollierten Temperaturbedingungen gelagert und
transportiert werden müssen, ist keine die Ausnahme, sondern die Regel. Wie der
Branchendienst APOTHEKE ADHOC unter Berufung auf aktuelle Zahlen aus dem
Artikelstamm der Abdata berichtet, sind bei mehr als jedem dritten Arzneimittel
die Vorgaben der Hersteller zu beachten.
Von den rund 149.000 gelisteten Arzneimitteln gibt es demnach bei mehr als
54.000 Vorgaben. Das heißt: Bei 36 Prozent aller Arzneimittel definieren die
Hersteller konkrete Temperaturbereiche, in denen ihre Präparate transportiert
und gelagert werden müssen. 8 Prozent davon sind sogar kühlpflichtig oder
kühlkettenpflichtig. "Wenn die Versandhändler und Logistikkonzerne so tun, als
wäre das ein zu vernachlässigendes Problem, riskieren sie die
Arzneimittelsicherheit und damit die Gesundheit der Verbraucherinnen und
Verbraucher", sagt Tom Bellartz, Herausgeber von APOTHEKE ADHOC.
Experten sehen dringenden Handlungsbedarf: "Für Lagerung, Transport und Versand
an Endverbraucher braucht es klare und verbindliche Rahmenbedingungen sowie eine
nachvollziehbare Kontrolle ihrer Einhaltung. Patientinnen und Patienten müssen
sich darauf verlassen können, dass Arzneimittel bis zur Anwendung ihre Qualität,
Wirksamkeit und Sicherheit behalten", sagt Dr. Dennis Ballwieser, Chefredakteur
der Apotheken Umschau und Geschäftsführer des Wort & Bild Verlags.
"Als pharmazeutischer Hersteller ist es uns außerordentlich wichtig, dass
Arzneimittel so transportiert werden, dass sie unversehrt beim Verwender
eintreffen", sagt Dr. Frank Waimer, CCO der Schwabe-Group. "Nur so können
Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit sichergestellt werden. Das sollte aus
unserer Sicht regulatorisch adressiert werden, da dies naturgemäß außerhalb der
Kontrollmöglichkeiten des Herstellers liegt."
Auch der auf Kinderarzneimittel spezialisierte Hersteller Infectopharm fordert
verbindliche Mindeststandards für den Arzneimittelversand an den Endverbraucher,
deren Einhaltung auch regelmäßig kontrolliert wird. "Temperaturkontrollierte
Transporte oder die Nutzung adäquater Transportverpackungen sind zweifellos
kostenintensiv. Nach unserer Auffassung ist dies beim Versand von Arzneimitteln
jedoch unverzichtbar und sollte von jedem Logistikdienstleister, der
Arzneimittel versendet beziehungsweise transportiert, berücksichtigt und
angeboten werden. Wird an einem sachgerechten Transport gespart, kann die
Qualität des Arzneimittels unter Umständen nicht mehr gewährleistet werden", so
Geschäftsführer Dr. Aldo Ammendola.
Den vollständigen Beitrag mit weiteren Zahlen und Stimmen aus der Industrie
finden Sie unter: https://ots.de/7vbptP
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