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"nd.DieWoche": Das ewige Dilemma - Kommentar zum 65. Jahrestag des Mauerbaus

13.08.2026 19:45 Uhr nd.DerTag / nd.DieWoche

Berlin (ots) - Schrecklich, traumatisch für Berliner, deren Familien auseinandergerissen wurden; unverzeihlich, dass mehrere Hundert Menschen, die die DDR verlassen wollten, sterben mussten: All das waren Folgen des Mauerbaus in Berlin ab dem 13. August 1961. Für einen Staat, der sich auf die Fahnen geschrieben hatte, eine menschenfreundliche Gesellschaft aufzubauen, hätte sich mindestens das Schießen unter allen Umständen verboten.

Doch jene, die heute über den Unrechtsstaat DDR schwadronieren, verschweigen strategisch jeden Kontext. Zum Beispiel das Interesse Adenauers und der Westalliierten an der deutschen Teilung. Und vor allem, dass das mögliche Entstehen von Alternativen zum Kapitalismus diesen stets zu konzertierter psychologischer, wirtschaftlicher und militärischer Kriegführung veranlasste, um ein Gelingen zu verhindern. Das relativiert keine Fehler und Verbrechen. Doch es ist wohlfeil, im Nachhinein zu sagen, die DDR-Führung hätte die gezielte Abwerbung von auf Staatskosten ausgebildeten Fachkräften, die zu Hunderttausenden auswanderten, einfach hinnehmen und kapitulieren sollen.

Klar ist auch: Nichts legitimiert Vertreter der heutigen Bundesrepublik zu ihren alljährlichen Tiraden über die "zweite deutsche Diktatur". Das ist angesichts der unzähligen Opfer allein des deutschen Kapitalismus an Scheinheiligkeit kaum zu überbieten. Denn allein das europäische Grenzregime, dessen Architekten deutsche Politiker waren, hat in den letzten zehn Jahren mindestens 30.000 Menschen das Leben gekostet. Ungezählt auch die Opfer deutscher Waffenexporte. Und von staatlicher Willkür und Klassenjustiz können Millionen arme Deutsche ein Lied singen.

Pressekontakt:

nd.DerTag / nd.DieWoche Redaktion

Telefon: 030/2978-1722

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/59019/6333032 OTS: nd.DerTag / nd.DieWoche


Quelle: ots / newsaktuell - Pressemitteilung - nd.DerTag / nd.DieWoche
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