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Frankfurt/Main (ots) - Gerade in den Sommermonaten möchten viele
Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner ihre grüne Oase ausgiebig genießen. Doch
ausgerechnet jetzt verlangt der Garten regelmäßig Aufmerksamkeit: Jäten, gießen,
mähen und schneiden gehören zu den Arbeiten, die immer wieder anfallen und Zeit
beanspruchen. Genau hier setzt die Idee des "Lazy Gardening" an und hilft, mit
weniger Pflegeaufwand mehr Zeit zum Entspannen zu haben.
Dabei bedeutet Lazy Gardening trotz des englischen Worts für "faul" keineswegs,
notwendige Pflege einfach ausfallen zu lassen. Vielmehr geht es darum, sich
wiederkehrende Gartenarbeiten mit geeigneten Maßnahmen zu erleichtern oder dafür
zu sorgen, dass sie seltener anfallen. Der Industrieverband Agrar e. V. (IVA)
gibt Tipps, wie das bei typischen Arbeiten im Garten gelingen kann.
Weniger jäten: Offenen Boden vermeiden
Jäten gehört zu den Arbeiten, die während der Gartensaison immer wieder
anfallen. Besonders auf offenen Bodenflächen finden unerwünschte Pflanzen Platz
zum Keimen und Wachsen. Wer solche Flächen reduziert, kann sich daher auch
Arbeit ersparen.
Eine Möglichkeit sind Bodendecker wie Storchschnabel, Elfenblume oder
Waldsteinie. Sie wachsen flächig und bilden mit der Zeit eine geschlossene
Pflanzendecke. Auch Staudenbeete können so angelegt werden, dass sich die
Pflanzen nach und nach zu einer dichten Fläche entwickeln. Der IVA empfiehlt,
beim Kauf auf die empfohlenen Pflanzabstände der jeweiligen Arten zu achten.
Zusätzlich kann eine Mulchschicht offene Erde bedecken und das Aufkommen
unerwünschter Pflanzen erschweren. Je nach Bepflanzung eignen sich
beispielsweise Rasenschnitt, Laub oder im Gartencenter erhältlicher Rindenmulch.
Praktisch: Die Abdeckung bremst zugleich die Verdunstung. So muss seltener
gegossen werden.
Weniger gießen: Feuchtigkeit länger im Boden halten
Vor allem an warmen und trockenen Tagen kann das Bewässern viel Zeit in Anspruch
nehmen. Eine Bodenbedeckung hilft bereits dabei, vorhandene Feuchtigkeit länger
zu halten. Für sonnige, trockene Gartenbereiche können darüber hinaus Pflanzen
gewählt werden, die nach dem Anwachsen mit wenig zusätzlichem Wasser
zurechtkommen. Dazu zählen beispielsweise Fetthenne, Katzenminze, Wollziest
sowie mediterrane Kräuter wie Thymian und Salbei.
Eine besondere Möglichkeit ist das Sandbeet. Dabei wird eine ausreichend starke
Sandschicht auf dem vorhandenen Gartenboden aufgebracht und mit Pflanzen
kombiniert, die trockene Bedingungen gut vertragen. Der Sand übernimmt die
Funktion einer mineralischen Mulchschicht. Die Oberfläche trocknet schnell ab,
darunter kann sich Feuchtigkeit länger halten. Ist die Bepflanzung gut
eingewachsen, kann der zusätzliche Gießbedarf dadurch deutlich sinken.
Praktischer Nebeneffekt: Auch der Jätaufwand kann geringer ausfallen.
Samenunkräuter können in der Sandschicht seltener Fuß fassen. Sollte trotzdem
Beikraut wachsen, lässt es sich aus dem lockeren Sand leicht herausziehen.
Weniger mähen: Nicht jede Rasenfläche muss kurz sein
Rasenmähen ist während der Wachstumszeit eine besonders regelmäßig
wiederkehrende Arbeit. Wer sich hier Aufwand ersparen möchte, kann deshalb
prüfen, welche Bereiche tatsächlich als kurz gehaltener Rasen gebraucht werden.
Spiel- und Liegeflächen erfüllen eine klare Funktion. Wenig genutzte
Randbereiche müssen dagegen nicht zwangsläufig genauso häufig gemäht werden.
Rasenflächen, die nicht so häufig betreten werden, lassen sich durch geeignete
Bodendecker ersetzen. Dadurch entfallen dort sowohl das Mähen als auch das
aufwändige Nacharbeiten an Rasenkanten. Polsterthymian beispielsweise liebt die
Sonne, benötigt wenig Wasser, ist robust und eine angenehm duftende Bienenweide.
Wo der Rasen erhalten und regelmäßig genutzt werden soll, braucht er weiterhin
die passende Pflege. Dazu gehört auch wie bei allen Pflanzen eine
bedarfsgerechte Nährstoffversorgung, die hier vor allem einen dichten und
kräftigen Bestand unterstützt. Entstehende Lücken sollten rechtzeitig nachgesät
werden, damit sich dort unerwünschte Pflanzen nicht unnötig ausbreiten und
zusätzliche Pflege notwendig machen.
Weniger schneiden: Nicht alles braucht ständig die Schere
Hecken schneiden, Gehölze in Form bringen oder Verblühtes entfernen: Viele
einzelne Schnittarbeiten können sich über die Saison zu einem erheblichen
Zeitaufwand summieren. Besonders dort, wo der Schnitt vor allem einer bestimmten
Form oder Optik dient, lässt sich Aufwand reduzieren.
So können frei oder langsam wachsende Sträucher beispielsweise eine
pflegeleichtere Alternative zu streng in Form gehaltenen Hecken sein. Bei
geeigneten Gehölzen beschränkt sich der Schnitt dann weitgehend auf tatsächlich
erforderliche Pflegemaßnahmen. Auch bei Stauden kann es sich lohnen, Arten zu
wählen, die nicht ständig ausgeputzt werden müssen, um attraktiv auszusehen.
"Auch mal fünfe gerade sein lassen" mit Zusatznutzen
Zum Lazy Gardening gehört schließlich auch die Frage, welche vermeintlich
anstehende Arbeit überhaupt sofort erledigt werden muss. Nicht jeder Bereich des
Gartens muss jederzeit perfekt aufgeräumt oder kurz geschnitten sein.
Geeignete Stauden können beispielsweise über den Winter stehen bleiben und erst
im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Laub muss nicht überall restlos entfernt
werden, sondern kann unter Gehölzen oder in wenig genutzten Gartenbereichen
liegen bleiben beziehungsweise zu einem Haufen zusammengerecht werden. Und auch
einzelne Rasenbereiche müssen nicht bei jedem Mähgang gekürzt werden.
Das spart unmittelbar Zeit und hat einen willkommenen Nebeneffekt: Wo weniger
häufig gemäht, zurückgeschnitten oder aufgeräumt wird, können zusätzliche
Rückzugsorte und Nahrungsangebote für Nützlinge entstehen. Laubhaufen bieten
beispielsweise Versteck- und Überwinterungsmöglichkeiten für Igel, Samenstände
können im Herbst und Winter vielen Vögeln als Nahrungsquelle dienen und weniger
intensiv gemähte Bereiche je nach Bewuchs Insekten zugutekommen.
Weniger Pflege heißt nicht keine Pflege
Ganz ohne Hinschauen geht es allerdings auch beim Lazy Gardening nicht. Der IVA
empfiehlt, die Pflanzen auch bei weniger Garteneinsätzen im Blick zu behalten
und bei Problemen rechtzeitig zu reagieren. Kranke Pflanzenteile sollten
beispielsweise entfernt werden. Zeigen Pflanzen auffällige Veränderungen oder
deutliche Fraßschäden, gilt es ebenfalls, die Ursache zu klären und bei Bedarf
geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Auch eine bedarfsgerechte Nährstoffversorgung
trägt dazu bei, Pflanzen gesund und widerstandsfähig zu halten.
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OTS: Industrieverband Agrar e.V. (IVA)
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