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Münster (ots) - Milliardeninvestitionen müssen nicht nur bestehende Fähigkeiten
stärken, sondern dringend benötigte Fähigkeiten für Bevölkerungsschutz von
morgen schaffen.
Die für den 18. August angekündigte Eröffnung des Technologiezentrums für
Drohnensicherheit am DLR-Standort Cochstedt ist ein wichtiges Signal: Der Bund
setzt auf Reallabore, um Forschung, technologische Innovation und die
Anforderungen der Sicherheitsbehörden zusammenzuführen. Diese Entwicklung weist
in die richtige Richtung - für einen zukunftsfähigen Bevölkerungsschutz braucht
es jedoch einen deutlich breiteren Ansatz.
Die vom Bundeskabinett beschlossenen Eckpunkte für den Pakt für den
Bevölkerungsschutz sind in diesem Zusammenhang ein wichtiger Schritt zur
Stärkung der Zivilen Verteidigung und des Bevölkerungsschutzes. Die vorgesehenen
zehn Milliarden Euro bis 2029 müssen jedoch mehr leisten als bestehende
Ausstattung zu modernisieren: Sie müssen neue Fähigkeiten aufbauen. Das Deutsche
Rettungsrobotik-Zentrum (DRZ) und die Vereinigung zur Förderung des Deutschen
Brandschutzes (vfdb) fordern deshalb eine eigenständige, mit einem eigenen
Budget ausgestattete Säule "Innovation und Technologietransfer".
"Der Pakt darf kein reines Beschaffungsprogramm für den Bestand werden. Er muss
ein Fähigkeitspakt für die Zukunft sein. Wer zehn Milliarden Euro investiert,
muss festlegen, wie viel davon dafür eingesetzt wird, Robotik, Künstliche
Intelligenz und unbemannte Systeme bis zur Einsatzreife zu bringen und
bundesweit nutzbar zu machen. So schützen wir Einsatzkräfte und stärken die
Handlungsfähigkeit des Bevölkerungsschutzes", erklärt Dirk Aschenbrenner,
Vorstandsvorsitzender des DRZ.
Unbemannte Luft- und Bodensysteme, Robotik und Künstliche Intelligenz können
Einsatzkräfte bereits heute wirksam unterstützen: Sie liefern Lagebilder, messen
Schadstoffe und erkunden Bereiche, die wegen Explosionen, Einsturzgefahr,
Überflutungen oder Strahlenquellen lebensgefährlich sind. Sie ersetzen keine
Einsatzkräfte, sondern halten Menschen aus Gefahrenzonen heraus und erweitern
die Fähigkeiten von THW, Feuerwehren und Hilfsorganisationen.
Doch der Weg von Forschung und Industrie in den Einsatz dauert zu lange.
Erfolgreiche Demonstratoren werden häufig weder beschafft noch in Ausbildung und
Einsatz integriert. Benötigt wird ein durchgängiger Transferprozess von der
Bedarfsermittlung über Entwicklung, realitätsnahe Erprobung und Validierung bis
zu Standardisierung, Beschaffung und Qualifizierung. Dafür müssen
Einsatzorganisationen, Wissenschaft, Industrie und Start-ups dauerhaft
zusammenarbeiten; bestehende Forschungs-, Erprobungs- und
Transferinfrastrukturen sind gezielt zu stärken.
Die geforderte Innovationssäule soll drei Aufgaben verbindlich abdecken:
Fähigkeitslücken gemeinsam mit den Einsatzorganisationen ermitteln, neue Systeme
unter realistischen Bedingungen erproben und validieren sowie erfolgreiche
Lösungen in die breite Anwendung bringen. Messbare Fähigkeitsziele und ein
verbindlicher Innovationsanteil am Gesamtbudget sollen sicherstellen, dass
Investitionen nicht bei Forschungsprojekten oder Einzelbeschaffungen enden,
sondern einsatzreife Fähigkeiten schaffen.
Die vfdb wünscht sich zudem eine Verzahnung des Sicherheitsforschungsprogramms
der Bundesregierung mit dem Pakt für den Bevölkerungsschutz. Forschung für die
zivile Sicherheit sei eine zentrale Stellschraube, um den Staat und die
Gesellschaft für die Herausforderungen von morgen zu wappnen. Hierfür sei es
auch von zentraler Bedeutung, die zivile Sicherheitsforschung ausreichend und
nachhaltig zu finanzieren. "Eine praxisnahe und innovative Forschung hilft, die
Sicherheit in Deutschland zu erhöhen", hebt die Vizepräsidentin der vfdb Anja
Hofmann-Böllinghaus hervor.
Über das DRZ
Das Deutsche Rettungsrobotik-Zentrum e. V. mit Sitz in Dortmund ist ein
bundesweites Kompetenz-, Innovations- und Transfernetzwerk für robotische
Systeme im Bevölkerungsschutz. Einsatzorganisationen, Wissenschaft und
Wirtschaft entwickeln und erproben gemeinsam Technologien für reale
Einsatzanforderungen und überführen sie in die Praxis.
Über die vfdb
Die Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes e.V. (vfdb) versteht
sich als das deutsche Expertennetzwerk für Schutz, Rettung und Sicherheit. Sie
zählt mehr als 3.000 Mitglieder. Ziel des gemeinnützigen Vereins ist die
Förderung der wissenschaftlichen und technischen Weiterentwicklung der
Gefahrenabwehr. Das gilt für den Brandschutz ebenso wie für die technische
Hilfeleistung, den Umweltschutz, den Rettungsdienst und den Katastrophenschutz.
Die vfdb bietet fachliche Unterstützung und ein breites, professionelles
Netzwerk. Anwender wie die Feuerwehren und die Hilfsorganisationen sind mit
wissenschaftlichen Institutionen und Leistungserbringern aus der Industrie und
dem Dienstleistungssektor vereint.
Pressekontakt:
vfdb-Pressesprecher
Tim Spießberger
Tel. +49 (0)15224093133
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OTS: Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes
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