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Mainz (ots) - Im Rahmen ihrer geplanten Rentenreform will die Bundesregierung
die sogenannte Rente mit 63 abschaffen. Dies wurde unter anderem von einigen
CDU- und SPD-Ministerpräsidenten kritisiert. Auch in der Bevölkerung trifft das
Vorhaben der Bundesregierung auf Ablehnung: 75 Prozent der Befragten und
unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften sprechen sich
gegen die geplante Abschaffung der sogenannten Rente mit 63 aus, nur ein Fünftel
(20 Prozent) findet das richtig (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden
jeweils "weiß nicht").
Projektion: AfD weiter klar vor Union
Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, würden CDU/CSU und AfD
minimal verlieren (beide minus 1) und kämen auf 22 Prozent bzw. 27 Prozent. Die
AfD bliebe damit stärkste Partei. Die SPD erhielte unverändert 12 Prozent, die
Grünen würden sich leicht auf 14 Prozent (plus 1) verbessern. Die Linke würde
nach wie vor 12 Prozent und die FDP 4 Prozent (beide unverändert) erzielen. Alle
anderen Parteien kämen zusammen auf 9 Prozent (plus 1), darunter keine Partei,
die mindestens drei Prozent erreichen würde. Mit diesem Ergebnis hätte
Schwarz-Rot weiter keine Mehrheit.
Top Ten: Merz mit pers ö nlichem Tiefstwert
Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt
Verteidigungsminister Boris Pistorius weiter auf Platz eins. Er wird auf der
Skala von +5 bis -5 mit einem Durchschnittswert von 1,3 (hier und im Folgenden
Vergleichswert von Ende Juli: 1,5) beurteilt. Es folgen Cem Özdemir mit 0,9
(0,9) und Johann Wadephul mit 0,1 (0,1). Danach kommt - bereits im
Negativbereich - Wiedereinsteiger Alexander Dobrindt mit minus 0,4, dann Lars
Klingbeil mit minus 0,6 (minus 0,6), Markus Söder ebenfalls mit minus 0,6 (minus
0,6), Bärbel Bas mit minus 0,8 (minus 0,8), Heidi Reichinnek auch mit minus 0,8
(minus 0,8) und Friedrich Merz mit einem neuen persönlichen Negativrekord von
minus 1,9 (minus 1,5). Schlusslicht bleibt Alice Weidel mit minus 2,5 (minus
2,4).
Rückhalt der Parteivorsitzenden von CDU und SPD
Neben seinem schlechtesten Imagewert und einem neuen Höchstwert bei der
Unzufriedenheit mit seiner Arbeit als Kanzler (75 Prozent; zufrieden: 20
Prozent) gibt es auch große Zweifel an dem Rückhalt von Friedrich Merz in den
eigenen Reihen: 80 Prozent der Befragten, darunter 67 Prozent der
CDU/CSU-Anhänger, sind der Meinung, dass die CDU nicht voll hinter ihrem
Parteivorsitzenden steht (ja: 12 Prozent). Aber auch bei den
SPD-Parteivorsitzenden sind die Befragten eher skeptisch: Für 53 Prozent bzw. 52
Prozent haben Lars Klingbeil (ja: 28 Prozent) und Bärbel Bas (ja: 22 Prozent)
nicht die uneingeschränkte Unterstützung der SPD. Unter den SPD-Anhängern sind
ebenfalls jeweils Mehrheiten davon überzeugt, dass ihre Partei nicht voll hinter
Klingbeil (57 Prozent) und Bas (52 Prozent) steht.
AfD nach den Wahlen in Ostdeutschland
Im September finden in ostdeutschen Bundesländern Landtagswahlen statt. Wenn die
AfD danach in einem der ostdeutschen Bundesländer den Ministerpräsidenten
stellen würde, fänden das knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten
schlecht, darunter 66 Prozent der West- und 53 Prozent der Ostdeutschen.
Insgesamt 23 Prozent fänden einen AfD-Ministerpräsidenten gut und 11 Prozent
wäre das egal. Zudem würde es nach Ansicht von 60 Prozent der Befragten zu einer
schlechteren Politik in dem Bundesland führen, wenn die AfD dort regieren würde.
17 Prozent erwarten dann eine bessere Politik und ebenfalls 17 Prozent keinen
großen Unterschied. Während im Westen 62 Prozent mit einer schlechteren Politik
rechnen, sind es im Osten nur 50 Prozent.
Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU
Nach den Landtagswahlen im Osten wird es auch um mögliche Kooperationen der CDU
mit AfD oder Linke gehen. Bisher lehnt die CDU eine politische Zusammenarbeit
mit beiden Parteien grundsätzlich ab. Während es 61 Prozent der Befragten
richtig finden, dass die CDU eine Kooperation mit der AfD ablehnt (nicht
richtig: 37 Prozent), befürwortet lediglich rund ein Drittel (34 Prozent) die
Abgrenzung zur Linke. 62 Prozent halten das für nicht richtig. Auch in der
Unions-Anhängerschaft wird der Unvereinbarkeitsbeschluss differenziert
betrachtet, wenn auch etwas weniger deutlich: 72 Prozent der CDU/CSU-Anhänger
halten die Brandmauer zur AfD für richtig (nicht richtig: 26 Prozent), aber nur
53 Prozent die zur Linke (nicht richtig: 44 Prozent).
Folgen des Klimawandels: Sch ä den in Deutschland
Große Einigkeit herrscht bei der Bewertung der Auswirkungen des Klimawandels:
Jeweils deutliche Mehrheiten erwarten, dass die Folgen des Klimawandels der
Wirtschaft (69 Prozent; nein: 28 Prozent), der Gesundheit der Menschen (72
Prozent; nein: 26 Prozent) sowie der Natur und Umwelt (81 Prozent; nein: 17
Prozent) in Deutschland stark schaden werden. Diese Ansicht vertreten Mehrheiten
in allen Altersgruppen sowie in allen Parteianhängergruppen außer der der AfD.
Ma ß nahmen zum Hitzeschutz
Beim Thema Hitze glauben lediglich 19 Prozent, dass die Politik ausreichend
Maßnahmen ergreifen wird, um auf zukünftige Hitzewellen gut vorbereitet zu sein.
75 Prozent und unterschiedlich große Mehrheiten in allen Parteianhängerschaften
glauben das nicht.
Einfluss Russlands auf Politik in Deutschland
Russland versucht seit Jahren durch Desinformationen und Geheimdienstaktivitäten
Einfluss auf die Politik in Deutschland zu nehmen. Dass das für Deutschland
gefährlich ist, meinen mehr als drei Viertel (79 Prozent) der Befragten. 16
Prozent machen sich diesbezüglich keine Sorgen, darunter mit 48 Prozent
besonders viele AfD-Anhänger.
Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer
Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 17.
bis 19. August 2026 bei 1.319 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch
und online erhoben. Dabei wurden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern
berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte
Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von
40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent
rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU 21 Prozent,
AfD 21 Prozent, SPD 13 Prozent, Grüne 21 Prozent, Linke 12 Prozent, FDP 3
Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 25. September
2026. Informationen zur Methodik der Umfrage sowie zu den genauen
Frageformulierungen finden Sie unter
http://www.forschungsgruppe.de/Umfragen/Politbarometer/ .
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