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Berlin (ots) - Der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) hat heute seine jährliche
Behandlungsfehler-Statistik vorgestellt. Die Vorstandsvorsitzende des
AOK-Bundesverbandes, Dr. Carola Reimann, bekräftigt aus diesem Anlass die
Forderungen der AOK nach einer gesetzlichen Weiterentwicklung der
Patientenrechte, insbesondere im Schadensfall:
"Die Stärkung der Patientenrechte gehört auf die To-Do-Liste des neuen
Gesundheitsministers. Nach den zahlreichen Sonntagsreden und Beteuerungen der
letzten Jahre ist es Zeit, das "vergessene" Thema Patientenrechte endlich
anzupacken.
Wir unterstützen insbesondere die Forderung des MD Bund nach einer Verpflichtung
zum offenen Umgang mit Behandlungs- und Pflegefehlern. Heute ist es so, das
betroffene Patientinnen und Patienten in der Regel nur dann über einen Fehler
informiert werden, wenn sie gezielt danach fragen. Dafür braucht man natürlich
entsprechende Anhaltspunkte. Doch diese sind für medizinische Laien meist gar
nicht zu erkennen.
Der Anspruch der Patientinnen und Patienten auf Informationen über vermutete
Behandlungsfehler und die Bringschuld der Behandelnden müssen daher im
Bürgerlichen Gesetzbuch geregelt werden. Diese Bringschuld sollte auch gelten,
wenn der Schaden durch Dritte wie etwa Hersteller von schadhaften Medizin- oder
Blutprodukten verursacht worden ist.
Außerdem sollte dringend die rechtliche Position von Patientinnen und Patienten
im Schadensfall verbessert werden. Der Beweis des kausalen Zusammenhangs
zwischen einem Fehler und einem eingetretenen Schaden muss künftig leichter
möglich sein.
Abgesehen davon müssen wir mehr tun, um Behandlungsfehler und Schäden durch
Arzneimittel oder fehlerhafte Medizinprodukte zu verhindern. Laut Studien werden
allein im Krankenhaus-Bereich etwa 2 bis 4 Prozent der Patientinnen und
Patienten durch vermeidbare Behandlungsfehler geschädigt. Die damit verbundenen
Folgeeingriffe und Beeinträchtigungen der geschädigten Menschen haben laut
Schätzungen allein 2025 Kosten in einer Größenordnung von 16,7 Milliarden Euro
verursacht. Der Aufbau eines Registers zur systematischen Meldung und Erfassung
schwerwiegender vermeidbarer Ereignisse in der medizinischen Versorgung kann aus
unserer Sicht helfen, diese ökonomischen Belastungen zu senken und viel
menschliches Leid zu verhindern."
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