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Frankfurt am Main (ots) - Der Ruf nach mehr Wohnraum wird meist mit
Neubauprojekten beantwortet. Doch steigende Baukosten, lange
Genehmigungsverfahren und fehlende Flächen bremsen den Wohnungsbau aus.
Gleichzeitig bieten bestehende Gebäude großes Potenzial: Aufstockungen,
Dachausbauten oder Umnutzungen schaffen oft schneller und nachhaltiger neuen
Wohnraum als Neubauten. Der Gebäudebestand könnte damit zu einem der wichtigsten
Hebel gegen den Wohnungsmangel werden.
Der Wohnungsmangel wird nicht allein mit Neubauten gelöst. Die größte Reserve
liegt im Gebäudebestand. Wer ungenutzte Flächen konsequent aktiviert, schafft
schneller neuen Wohnraum und spart zugleich Ressourcen. Hier erfahren Sie, warum
der Gebäudebestand künftig eine Schlüsselrolle bei der Wohnraumversorgung
spielt, welche Maßnahmen besonders großes Potenzial haben und welche politischen
sowie bürokratischen Hürden dafür noch überwunden werden müssen.
Leerstand ist nicht gleich fehlende Nachfrage
Nicht jede leerstehende Wohnung steht deshalb leer, weil sie niemand mieten
möchte. Häufig sind Gebäude oder einzelne Wohnungen in einem Zustand, der eine
Nutzung derzeit unmöglich macht. Veraltete Heizungen, marode Leitungen,
mangelhafte Elektrik oder sanierungsbedürftige Dächer führen dazu, dass
vorhandener Wohnraum dem Markt entzogen wird. Hinzu kommen häufig energetische
Defizite oder nicht mehr zeitgemäße Grundrisse.
Genau deshalb sollte Leerstand differenziert betrachtet werden. In vielen Fällen
besteht durchaus Nachfrage, allerdings sind zunächst Investitionen erforderlich,
um die Wohnungen wieder bewohnbar zu machen. Die Sanierung bestehender Gebäude
bietet daher eine vergleichsweise schnelle Möglichkeit, zusätzlichen Wohnraum zu
schaffen und gleichzeitig vorhandene Bausubstanz langfristig zu erhalten.
Mehr Wohnraum durch den Gebäudebestand
Neben der Sanierung leerstehender Wohnungen bietet der Gebäudebestand weitere
Möglichkeiten, zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Dazu zählen insbesondere
Aufstockungen und Dachausbauten. Viele Gebäude verfügen über ungenutzte
Dachgeschosse oder lassen sich statisch um weitere Etagen ergänzen. So entstehen
neue Wohnungen, ohne dass zusätzliche Baugrundstücke benötigt werden.
Darüber hinaus gewinnen Umnutzungen zunehmend an Bedeutung. Leerstehende Büro-
oder Gewerbeimmobilien können unter geeigneten Voraussetzungen in Wohnraum
umgewandelt werden. Gerade dort, wo sich die Nutzung von Gebäuden verändert hat,
entstehen dadurch neue Entwicklungsmöglichkeiten. Gleichzeitig lässt sich
bestehende Infrastruktur wie Straßen, Versorgungsleitungen oder der öffentliche
Nahverkehr weiter nutzen.
Auch die Nachverdichtung trägt dazu bei, vorhandene Flächen effizienter zu
nutzen. Zusätzliche Gebäude oder Erweiterungen auf bereits bebauten Grundstücken
ermöglichen neuen Wohnraum, ohne weitere Freiflächen zu versiegeln.
Wirtschaftliche und ökologische Vorteile
Die Entwicklung des Gebäudebestands kann gegenüber einem vergleichbaren Neubau
sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile bieten. Zwar sind
umfassende Sanierungen häufig mit hohen Investitionen verbunden, dennoch lassen
sie sich oftmals schneller umsetzen als komplette Neubauprojekte. Gleichzeitig
bleibt die vorhandene Bausubstanz erhalten, wodurch weniger Ressourcen
verbraucht und Abbruchmaterial vermieden werden.
Darüber hinaus verbessert eine Modernisierung häufig auch die Energieeffizienz
eines Gebäudes. Neue Heiztechnik, moderne Fenster oder eine bessere Dämmung
senken langfristig den Energieverbrauch und steigern gleichzeitig die
Wohnqualität. Damit verbindet die Bestandsentwicklung die Schaffung von Wohnraum
mit einer nachhaltigen Nutzung vorhandener Gebäude.
Bürokratie bleibt eine große Herausforderung
Trotz des vorhandenen Potenzials scheitern viele Projekte an komplexen
Genehmigungsverfahren und umfangreichen Vorschriften. Insbesondere Anforderungen
beim Brandschutz, bei Stellplätzen, Abstandsflächen oder Nutzungsänderungen
erschweren Sanierungen und Umnutzungen. Hinzu kommen je nach Gebäude weitere
Auflagen, beispielsweise durch den Denkmalschutz.
Diese Vorgaben verfolgen zwar wichtige Ziele, führen in der Praxis jedoch häufig
zu langen Planungszeiten und steigenden Kosten. Dadurch werden Projekte
verzögert oder wirtschaftlich unattraktiv.
Fazit
Der Wohnraummangel lässt sich nicht allein durch Neubauten beheben. Im
bestehenden Gebäudebestand steckt ein enormes Potenzial, das bislang vielerorts
noch nicht vollständig genutzt wird. Die Reaktivierung leerstehender Wohnungen,
Sanierungen, Aufstockungen, Dachausbauten sowie Umnutzungen können
vergleichsweise schnell zusätzlichen Wohnraum schaffen und gleichzeitig
Ressourcen schonen.
Damit dieses Potenzial künftig stärker ausgeschöpft werden kann, braucht es
jedoch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Schnellere
Genehmigungsverfahren, planbare Förderprogramme und steuerliche Anreize würden
dazu beitragen, Investitionen in den Gebäudebestand wirtschaftlich attraktiver
zu machen. Erst dann kann der Bestand zu einem entscheidenden Baustein bei der
Bewältigung des Wohnungsmangels werden.
Über Etem Kalyon:
Etem Kalyon ist Geschäftsführer der Kalyon Immobilien GmbH und spezialisiert auf
die Entwicklung von Wohnimmobilien. Gemeinsam mit seinem Team kauft und
optimiert er Mehrfamilienhäuser, Wohnanlagen und Wohnungsportfolios. Er
begleitet den gesamten Prozess von Ankauf und Finanzierung bis zur Sanierung und
Vermietung. Zuvor war er im Investmentbanking und Private Equity tätig. Sein
Fokus liegt auf wirtschaftlich nachhaltigen Immobilieninvestments. Weitere
Informationen unter: https://www.kalyonimmobilien.de/
Pressekontakt:
Kalyon Immobilien GmbH
Vertreten durch: Etem Kalyon
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