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Koblenz (ots) - Operative Kommunikation hat den Hauptauftrag, das Verhalten und
die Einstellung verschiedener Zielgruppen, wie bspw. feindliche Streitkräfte,
Konfliktparteien oder ausländische Zivilbevölkerung, mit kommunikativen Mitteln
zu beeinflussen, um eigene militärische Operationen zu unterstützen. Für diese
Zwecke wird neben digitalen Medien unter anderem auch Hörfunk (Radio)
eingesetzt. Zusätzlich können die Hörfunksendeanlagen der Operativen
Kommunikation im Katastrophenfall im Inland benutzt werden, etwa wenn durch eine
Unwetterlage wichtige zivile Sendeanlagen ausfallen.
Kurzum: Auch im digitalen Zeitalter behält das Radio seine Bedeutung für die
Bundeswehr. Diese Fähigkeit der Bundeswehr soll in den kommenden Jahren erhalten
und erweitert werden. Dazu hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik
und Nutzung der Bundeswehr die Bremer Firma FHF Flurfördergeräte GmbH mit einer
umfassenden Regeneration (Modernisierung) der Sendekabinen beauftragt.
Die mobilen Radiosender der Bundeswehr bestehen aus Sendekabinen, Gerätetrupps,
Stromerzeugern sowie einer mobilen 25-Meter-Antenne. Bereits im Jahr 2019 wurden
die Gerätetrupps, welche der Aufnahme und dem Transport des gesamten Zubehörs
dienen, auf den neuesten Stand gebracht. Gleichzeitig wurden sie in
20-Fuß-Container eingerüstet, um eine leichtere Verlastbarkeit sicherzustellen.
In den nächsten Jahren sollen nun auch die in die Jahre gekommenen Sendekabinen
regeneriert werden und dabei ebenfalls ihren Platz in Containern finden. Im Zuge
der Erneuerung wird zukünftig nicht nur im Frequenzbereich UKW gesendet, sondern
auch das digitale sowie gleichzeitig effizientere Digital Audio Broadcasting
(DAB+) zur Informationsübertragung genutzt.
Im Bereich der Zuspieltechnik ("wie gelangt das Radiosignal zum Sender?") werden
die neuen Systeme mit mehreren voneinander unabhängigen Möglichkeiten
ausgestattet. Unter anderem soll das Audiosignal über eine Mobilfunk- oder
Satellitenverbindung empfangen werden können, wodurch der Sender im abgesetzten
Betrieb nicht mehr auf eine Fernmelde- oder Netzwerkinfrastruktur angewiesen
ist. Der erforderliche Stromerzeuger, der beim bisherigen UKW-Sender auf einem
Anhänger hinterhergezogen wurde, wird nunmehr in den 20-Fuß-Container
integriert, wodurch die Mobilität weiter erhöht wird.
Projektleiter Oberstleutnant Christoph H.: "Mit dieser Regeneration schaffen wir
den Sprung in das Jetzt und sind für zukünftige Szenarien besser vorbereitet.
Neben der technischen Modernisierung bei Ausstrahlung und Zuspielung, ermöglicht
der Umstieg auf eine Containerlösung inklusive eigener Stromversorgung die
flexiblere Nutzung durch die Truppe."
In mehreren Meilensteinen sollen die acht benötigten UKW/DAB+ Sendecontainer
gefertigt werden. Bis Ende dieses Jahres wird ein Prototyp gebaut. Nach dessen
erfolgreicher Erprobung und Abnahme folgen dann in den Jahren 2027/2028 sieben
weitere Sendecontainer, sodass die Regeneration der Sendeanlagen voraussichtlich
Mitte 2028 abgeschlossen sein wird. So wird die Bundeswehr weiterhin über die
uneingeschränkte Fähigkeit zur Ausstrahlung zielgruppenorientierter
Hörfunkbeiträge verfügen, was für die Landes- und Bündnisverteidigung und
Katastrophenlagen von großem Wert ist.
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OTS: PIZ Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung
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