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Osnabrück/Magdeburg (ots) - Bereits die Anfänge der Deutschen Bundesstiftung
Umwelt (DBU) vor nunmehr 35 Jahren sind eng mit Projektförderungen in den
ostdeutschen, damals "neuen" Bundesländern verbunden - für mehr Klima- und
Umweltschutz im Einsatz gegen den menschengemachten Klimawandel. In lockerer
Reihenfolge stellt die DBU verschiedene wegweisende seitens der Stiftung
geförderte Vorhaben in den fünf Bundesländern vor. Den Start machen
Sachsen-Anhalt
(https://www.dbu.de/projekte/projektsuche/bundesland/sachsen-anhalt/) - und
heute mittelständische Betriebe, die für den Riesenmarkt der Pulverlacke
wegweisende Lösungen entwickeln, um fossile durch biobasierte Rohstoffe zu
ersetzen. Das Vorhaben wird mit rund 370.000 Euro von der DBU unterstützt.
"Dieses und andere in Sachsen-Anhalt von der DBU geförderten Projekte sind echte
Meisterstücke des Mittelstands. Sie zeigen vorbildlich, wie Wirtschaft und
Umweltschutz sich gegenseitig voranbringen", so DBU-Generalsekretär Alexander
Bonde .
Bonde: Türöffner für bislang unbekannte Produktionsprozesse
Das Projekt " EcoCoat - nachhaltige Pulverlacke für industrielle Anwendungen"
könne für die gesamte Branche und besonders für die kleineren mittelständischen
Firmen "ein Türöffner für bislang unbekannte Produktionsprozesse" werden. Bonde:
"Denn zum ersten Mal ist im Zuge des Projekts der Einstieg in biobasierte
Pulverlackrezepturen gelungen." Der DBU-Generalsekretär erinnerte in diesem
Zusammenhang an die Entwicklung der DBU-Fördertätigkeit in den ostdeutschen
Bundesländern (https://www.deutschlandfunk.de/30-jahre-deutsche-bundesstiftung-u
mwelt-generalsekretaer-100.html) . Ging es nach der Gründung der Deutschen
Bundesstiftung Umwelt in den ersten Jahren zunächst vor allem um Akuthilfe und
Beseitigung von Umweltschäden, sei mittlerweile ein anderes Leitbild maßgeblich.
Bonde: "Heute gilt es, wegen der Klima- und Umweltschutzziele Energie und
Rohstoffe effizienter zu nutzen. Der Mittelstand in Sachsen-Anhalt macht vor,
wie Ökonomie und Ökologie Hand in Hand den menschengemachten Klimawandel
eindämmen können."
Beschichtungspulver für Türen-, Fenster- und Fassadenbau - und sogar für
E-Gitarren
Dazu passt das Projekt mit den Pulverlacken
(https://www.wirsindfarbe.de/branche/pulverlacke) . Darunter versteht man
Beschichtungspulver zum Schutz und zur Veredlung metallischer Oberflächen in
zahlreichen Industriezweigen, darunter Türen-, Maschinen-, Fenster- und
Fassadenbau, Automobil- und Möbelindustrie, Architektur sowie Haushaltsgeräte,
etwa Waschmaschinen. Und neben Zäunen und Geländern sogar E-Gitarren. Der Markt
ist riesig. Die Pulverlacke sind zwar lösemittelfrei herzustellen und zu
applizieren. Einen Haken gibt es bisher gleichwohl: Deren Rezepturen, im
Fachjargon auch "Formulierungen" genannt, basieren fast ausschließlich auf
fossilem Erdöl. Das gilt besonders für die Bindemittel, die - neben Füllstoffen,
Pigmenten und Additiven - zu den wesentlichen Bestandteilen eines Pulverlacks
(https://www.chemie.de/lexikon/Pulverlack.html) zählen. Das Produktionsvolumen
bei Pulverlacken liegt allein in Europa bei rund 450.000 Tonnen pro Jahr. Laut
Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie
(https://www.wirsindfarbe.de/home) (VdL) machen Pulverlacke ungefähr zwölf
Prozent des Gesamtumsatzes der Industrielack-Branche aus. Nach Industrieangaben
(https://www.fortunebusinessinsights.com/de/pulverbeschichtungsmarkt-102139) lag
2025 weltweit die Marktgröße für Pulverbeschichtungen bei umgerechnet 14
Milliarden Euro. Schätzungen zufolge wird dieser Markt bis 2034 auf umgerechnet
etwa 23,7 Milliarden Euro anwachsen, wobei insbesondere der asiatisch-pazifische
Raum Wachstumstreiber ist. Dazu Bonde: "Es gibt also ein enormes Potenzial für
innovative Lösungen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen, Energiekosten
und Rohstoffverbrauch."
Bender: Pulverlacke sind auch weitgehend ohne fossile Rohstoffe herzustellen
Genau dieser Nachweis sei "im tollen Projekt" gelungen, sagt Ingenieurin Dr.
Susanne Bender . Sie ist Geschäftsführerin des iLF Magdeburg GmbH
(https://ilf-magdeburg.de/) als Teil eines für das Projekt zuständigen
Konsortiums. Das iLF gilt als international anerkannter Prüfdienstleister mit
eigenen Forschungsaktivitäten in der Oberflächentechnik. Mit dabei waren
außerdem die Ganzlin Beschichtungspulver GmbH (https://www.ganzlin.com/) - ein
Betrieb mit rund 70 Beschäftigten, der Pulverlacke herstellt - sowie die Core
Facility Microscopy and Materials Analysis (CMMA) (https://cmma.ovgu.de/) der
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (https://www.ovgu.de/) .
iLF-Geschäftsführerin Bender: "Die Projektergebnisse zeigen grundsätzlich die
technische Machbarkeit, Pulverlacke auch weitgehend ohne fossile Rohstoffe
herzustellen." Besonders interessant sei "die Kombination aus nachhaltigeren
Rohstoffen und niedrigerer Einbrenntemperatur". Nach ihren Worten ist es im Zuge
des Forschungsvorhabens gelungen, "diese Einbrenntemperatur von etwa 200 auf 160
Grad Celsius zu minimieren" - mit sehenswertem Effekt: Es konnte rund ein
Drittel an Energie und entsprechenden Kosten eingespart werden. Hinzu kommt der
ökologische Effekt: Durch den Einsatz biobasierter Bindemittel wie Bioharz und
recyceltem PET sind Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase wie Kohlendioxid
(CO2) erheblich gesenkt worden, so Bender. Auch die Verwendung von Ruß,
Chlorophylin, Lignin und Indigo als Pigmente trage dazu bei. Bender: "Der
CO2-Fußabdruck konnte um mehr als 70 Prozent reduziert werden."
DBU-Tochter sichert Naturerbeflächen in ostdeutschen Bundesländern
Neben der DBU-Projektförderung profitiert Sachsen-Anhalt von der Arbeit des DBU
Naturerbes, einer gemeinnützigen Stiftungstochter. Sie kümmert sich allein in
diesem Bundesland um zehn Flächen des Nationalen Naturerbes
(https://www.dbu.de/naturerbe/flaechen/uebersichtskarte/) mit rund 11.100
Hektar, darunter etwa die Ringfurther Elbauen
(https://www.dbu.de/naturerbeflaechen/ringfurther-elbauen/) sowie die
Oranienbaumer Heide (https://www.dbu.de/naturerbeflaechen/oranienbaumer-heide/)
im Landkreis Dessau-Roßlau. Die Ziele: Wiesen, Heiden und andere offene
Lebensräume durch Pflege bewahren, strukturarme Forste zu naturnahen Wäldern
umwandeln und der natürlichen Entwicklung überlassen sowie Feuchtgebiete und
Gewässer erhalten und ökologisch aufwerten.
Pressekontakt:
Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -
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OTS: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
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