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Düsseldorf (ots) - Eine Sepsis kann sich aus einer zunächst alltäglichen
Infektion entwickeln und innerhalb kurzer Zeit lebensbedrohlich werden. Zum
Welt-Sepsis-Tag am 13. September erklären die Apotheken in Nordrhein, wie eine
Sepsis entsteht, welche Warnzeichen auf sie hindeuten und warum im Verdachtsfall
schnelles Handeln entscheidend ist.
Eine Lungenentzündung, ein Harnwegsinfekt oder eine entzündete Wunde können ganz
unterschiedliche Beschwerden verursachen. Gemeinsam ist ihnen, dass
Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder Pilze in den Körper eingedrungen
sind und das Immunsystem darauf reagiert. Mediziner sprechen dann von einer
Infektion. In den meisten Fällen gelingt es dem Körper, diese zu überwinden: je
nach Erkrankung auch mit medizinischer Unterstützung.
Gefährlich wird es, wenn die Reaktion des Körpers auf die Infektion außer
Kontrolle gerät. Die körpereigene Abwehr schädigt dann nicht nur die
Krankheitserreger, sondern auch eigenes Gewebe und lebenswichtige Organe. Diese
lebensbedrohliche Reaktion nennt man Sepsis. Sie ist ein medizinischer Notfall
und muss so schnell wie möglich behandelt werden.
"Viele Menschen kennen Sepsis noch unter dem Begriff Blutvergiftung und
verbinden sie vor allem mit einer entzündeten Wunde. Tatsächlich kann aber
grundsätzlich jede Infektion eine Sepsis auslösen", erklärt Apotheker Thomas
Preis, Vorsitzender des Apothekerverbandes Nordrhein e.V. "Ein entscheidendes
Warnsignal ist, wenn sich der Gesundheitszustand bei einer bestehenden oder
vermuteten Infektion plötzlich deutlich verschlechtert."
Sepsis erkennen: Auf diese vier Warnzeichen achten
Eine Sepsis ist nicht immer eindeutig zu erkennen. Auch Fieber ist kein
verlässliches Warnzeichen: Es kann auftreten, aber auch fehlen. Die Kampagne
#DeutschlandErkenntSepsis empfiehlt deshalb eine einfache Merkhilfe mit vier
Schritten:
1. An den Kopf fassen: Ist die Person plötzlich verwirrt, desorientiert oder
ungewöhnlich teilnahmslos? Das kann darauf hindeuten, dass das Gehirn durch die
schwere Reaktion des Körpers beeinträchtigt wird.
2. Hand auf die Brust legen: Fällt das Atmen schwer, besteht Atemnot oder wird
ungewöhnlich schnell geatmet? Eine deutlich veränderte Atmung kann zeigen, dass
der Körper stark belastet ist.
3. Hand aufs Herz legen: Rast der Puls, wird der Person schwindelig oder treten
Kreislaufprobleme auf? Bei einer Sepsis kann der Blutdruck stark absinken und
der Kreislauf instabil werden.
4. Den Körper fühlen: Fühlt sich die Person plötzlich außergewöhnlich krank oder
hat sie ungewöhnlich starke Schmerzen? Das Gefühl, "noch nie so krank gewesen zu
sein", kann ein wichtiges Warnsignal sein.
Nicht jedes dieser Warnzeichen bedeutet automatisch, dass eine Sepsis vorliegt.
Entscheidend ist das Gesamtbild: Besteht eine Infektion oder wird eine vermutet
und verschlechtert sich der Gesundheitszustand plötzlich deutlich, sollte auch
an eine Sepsis gedacht werden.
"Besonders ernst nehmen sollte man das Gefühl, plötzlich außergewöhnlich schwer
krank zu sein. Vor allem, wenn Atemnot, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme
auftreten", betont Apotheker Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer
Nordrhein. Bei Verdacht auf eine Sepsis oder einem anderen lebensbedrohlichen
Zustand gilt: Sofort den Notruf 112 wählen und den möglichen Sepsisverdacht
nennen.
Infektionen früh erkennen: Was die Apotheken vor Ort leisten können
Damit es möglichst gar nicht erst zu einer Sepsis kommt, sollten Infektionen
vermieden, früh erkannt und richtig behandelt werden. Die Apotheken vor Ort sind
dabei eine schnell und ohne Termin erreichbare Anlaufstelle. Bei Beschwerden wie
Husten, Fieber oder Schmerzen sowie bei entzündeten Wunden erhalten Betroffene
eine persönliche und qualifizierte Beratung.
Apothekerinnen und Apotheker können einschätzen, wann Beschwerden im Rahmen der
Selbstmedikation behandelt werden können und wann eine ärztliche Untersuchung
erforderlich ist. Ebenso wichtig ist die sichere Anwendung von Arzneimitteln:
Bei verordneten Antibiotika beraten Apotheken beispielsweise zur richtigen
Einnahme, zu möglichen Wechselwirkungen und dazu, was während der Behandlung zu
beachten ist. Bei kleineren Verletzungen unterstützen sie zudem bei der Auswahl
geeigneter Mittel zur Wundversorgung.
Auch ein ausreichender Impfschutz kann helfen, Infektionen vorzubeugen.
Apotheken beraten dazu, welche Impfungen sinnvoll sein können, und bieten
bestimmte Schutzimpfungen direkt vor Ort an. Werden Infektionen verhindert oder
schwere Krankheitsverläufe vermieden, sinkt damit auch das Risiko, dass sich
daraus eine Sepsis entwickelt.
"Die Stärke der Apotheke vor Ort liegt in der Verbindung von unmittelbarer
Erreichbarkeit und pharmazeutischer Kompetenz", sagt Apotheker Thomas Preis.
"Wir helfen dabei, gesundheitliche Beschwerden richtig einzuordnen, Infektionen
vorzubeugen und Arzneimittel sicher anzuwenden."
Für den akuten Notfall gilt dagegen eine klare Regel: Bei Verdacht auf eine
Sepsis nicht erst eine Apotheke oder Arztpraxis aufsuchen, sondern sofort 112
wählen.
Weitere Informationen sowie Entscheidungshilfen für Erwachsene und Kinder bietet
die Initiative #DeutschlandErkenntSepsis.
Pressekontakt:
Jens A. Krömer
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Apothekerkammer Nordrhein
Poststr. 4
40213 Düsseldorf
Tel. 0211 8388-119
https://www.aknr.de/presse
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/15266/6347349
OTS: Apothekerkammer Nordrhein
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