|
Rielasingen-Worblingen (ots) - Steigende Strompreise belasten
Wohnungsgenossenschaften und ihre Mitglieder gleichermaßen. Gleichzeitig bleiben
viele Dachflächen ungenutzt, obwohl sie das Potenzial hätten, einen Teil des
Strombedarfs direkt vor Ort zu decken. Mieterstrom- und Photovoltaikmodelle
ermöglichen es Genossenschaften, selbst erzeugten Solarstrom an ihre Bewohner
weiterzugeben. Das senkt nicht nur die Energiekosten für die Mitglieder, sondern
kann auch die Wirtschaftlichkeit der Immobilien langfristig verbessern und einen
Beitrag zur Energiewende leisten.
Genossenschaften können wirtschaftliche und soziale Interessen ideal verbinden.
Mit Photovoltaik und Mieterstrom profitieren die Mitglieder von günstigem Strom,
während vorhandene Dachflächen effizient genutzt werden. Nachfolgend erfahren
Sie, warum gerade Wohnungsgenossenschaften besonders von Solarstrom profitieren
können, welche wirtschaftlichen Modelle sich bewährt haben und welche
Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sich die Investition langfristig
rechnet.
Warum Genossenschaften besonders profitieren können
Wohnungsgenossenschaften nehmen bei der Nutzung von Solarenergie eine besondere
Position ein. Einerseits verfügen sie als Immobilieneigentümer über die
Dachflächen, andererseits vertreten sie die Interessen ihrer Mitglieder. Dadurch
lassen sich wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander verbinden: Während
eine bislang ungenutzte Fläche einen zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen
erhält, können die Bewohner Strom vom eigenen Dach beziehen, ohne selbst in eine
Anlage investieren zu müssen.
Hinzu kommt der langfristige Planungshorizont. Genossenschaften halten ihre
Immobilien häufig über Jahrzehnte. Das passt zur Nutzungsdauer einer
Photovoltaikanlage von 20 Jahren und mehr und ermöglicht es, energetische
Maßnahmen langfristig in die Bestandsentwicklung einzubeziehen.
Neben möglichen wirtschaftlichen Vorteilen können Solaranlagen zudem zur
Erreichung von Klimazielen beitragen. Auch angesichts wachsender
Nachhaltigkeits- und ESG-Anforderungen gewinnt die Nutzung erneuerbarer Energien
im Gebäudebestand an Bedeutung.
Eigeninvestition oder Betreibermodell?
Grundsätzlich kann eine Genossenschaft die Photovoltaikanlage selbst finanzieren
und betreiben. Dadurch verbleiben die Erlöse weitgehend im eigenen Haus.
Gleichzeitig bindet die Investition Kapital und bringt zusätzliche Aufgaben mit
sich. Neben dem technischen Betrieb müssen unter anderem Messung, Abrechnung,
Wartung und regulatorische Anforderungen organisiert werden.
Eine Alternative ist das Verpachtungs- beziehungsweise Betreibermodell. Dabei
stellt die Genossenschaft ihre Dachfläche zur Verfügung, während ein externer
Betreiber je nach Vertragsgestaltung Planung, Finanzierung, Bau und laufenden
Betrieb übernimmt. Auch das Messkonzept und die Abrechnung des Mieterstroms
können in dessen Verantwortungsbereich fallen. Im Gegenzug erhält die
Genossenschaft eine vereinbarte Pacht, während ein Teil der Wertschöpfung beim
Betreiber verbleibt.
Welches Modell sinnvoller ist, hängt deshalb vom Investitionsspielraum, den
vorhandenen personellen und technischen Kompetenzen sowie vom jeweiligen
Gebäudebestand ab.
Diese Voraussetzungen muss ein Projekt erfüllen
Nicht jede Dachfläche eignet sich für Photovoltaik. Zunächst müssen Statik und
Dachzustand geprüft werden. Steht in absehbarer Zeit eine Sanierung an, sollte
sie bei der Planung berücksichtigt werden, damit die Anlage nicht vorzeitig
demontiert werden muss.
Daneben beeinflussen Ausrichtung, Verschattung und nutzbare Fläche den möglichen
Ertrag. Für Mieterstrom ist außerdem entscheidend, wie viele Wohneinheiten
versorgt werden können und wie hoch die voraussichtliche Stromabnahme innerhalb
des Gebäudes ist. Bei kleinen Objekten kann der laufende Aufwand im Verhältnis
zum Stromabsatz schnell zu hoch werden.
Ebenso müssen Netzanschluss und Zählerstruktur frühzeitig geklärt werden. Ein
tragfähiges Messkonzept bildet die Grundlage dafür, erzeugte und verbrauchte
Strommengen korrekt zu erfassen und abzurechnen. Gerade diese
organisatorisch-regulatorische Ebene kann bei Mieterstromprojekten
anspruchsvoller sein als die Installation der Photovoltaikanlage selbst.
Der langfristige Betrieb entscheidet mit
Mit der Inbetriebnahme der Anlage ist das Projekt nicht abgeschlossen. Über die
gesamte Laufzeit müssen Strommengen erfasst, Rechnungen erstellt und
Mieterwechsel berücksichtigt werden. Gleichzeitig fallen Wartungsaufgaben an,
technische Störungen müssen behoben und Ansprechpartner für die Bewohner
bereitgestellt werden.
Damit wird der laufende Betrieb zu einem wesentlichen Faktor für den Erfolg
eines Mieterstromprojekts. Bei einer Eigeninvestition muss die Genossenschaft
entsprechende Prozesse und Kompetenzen selbst aufbauen oder einzelne Leistungen
vergeben. Bei einem Betreibermodell sollte dagegen vorab geklärt werden, welche
Aufgaben der Partner dauerhaft übernimmt und wie die Verantwortlichkeiten über
die gesamte Vertragslaufzeit verteilt sind.
Nicht jedes Dach ist wirtschaftlich sinnvoll
Trotz der grundsätzlich guten Voraussetzungen ist Photovoltaik kein
Selbstläufer. Ein sanierungsbedürftiges Dach, eine ungeeignete Statik, starke
Verschattung oder eine geringe nutzbare Fläche können gegen ein Projekt
sprechen. Auch zu wenige Wohneinheiten oder eine niedrige Stromabnahme können
dazu führen, dass ein Mieterstrommodell wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
Deshalb sollten technische, wirtschaftliche und organisatorische Faktoren stets
gemeinsam betrachtet werden. Sind die Voraussetzungen gegeben, können
Genossenschaften jedoch ihre besondere Struktur nutzen: Die Dachfläche erhält
eine zusätzliche wirtschaftliche Funktion, während die Mitglieder von lokal
erzeugtem Strom profitieren können. Auf diese Weise lassen sich langfristige
Bestandsentwicklung, wirtschaftliche Interessen und der genossenschaftliche
Gedanke miteinander verbinden.
Über Olaf Zeh und Philipp Zeh:
Olaf Zeh und Philipp Zeh sind die Geschäftsführer der Ärzteversorger GmbH, einem
Tochterunternehmen der FW Faire Werte eG. Gemeinsam unterstützen sie
niedergelassene Ärzte, Zahnärzte und Apotheker in enger Zusammenarbeit mit deren
Steuerberatern dabei, durch gezielte Photovoltaik-Investitionen steuerlich
optimiertes Vermögen aufzubauen. Mehr Informationen unter:
http://www.dieaerzteversorger.de
Pressekontakt:
Die Ärzteversorger GmbH
Schloßweg 11
78239 Rielasingen-Worblingen
Ruben Schäfer
mailto:redaktion@dcfverlag.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/179528/6347464
OTS: Ärzteversorger GmbH
|