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WIESBADEN (ots) -
- Insgesamt 4,5 % mehr Strom produziert und eingespeist als im Vorjahreszeitraum
- Windkraft mit deutlichem Anstieg um 12,3 % weiterhin wichtigste Energiequelle,
gefolgt von Kohle, Photovoltaik und Erdgas
- Stromimporte sinken um 8,7 %, Stromexporte steigen um 14,9 %
Im 1. Halbjahr 2026 wurden in Deutschland 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom
erzeugt und in das Netz eingespeist. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis)
nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, waren das 4,5 % mehr Strom als im 1.
Halbjahr 2025 (220,7 Milliarden Kilowattstunden). Die Stromeinspeisung aus
erneuerbaren Energiequellen stieg dabei im Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 6,5
% auf 136,4 Milliarden Kilowattstunden. Damit stammten 59,1 % des gesamten
inländisch produzierten Stroms aus erneuerbaren Quellen (1. Halbjahr 2025: 58,0
%). Die Stromerzeugung aus konventionellen Energieträgern stieg im Vergleich zum
1. Halbjahr 2025 um 1,7 % auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden. Aufgrund der
höheren Gesamtstromerzeugung sank der Anteil der konventionellen Energieträger
aber auf einen Anteil von 40,9 % der inländischen Stromproduktion (1. Halbjahr
2025: 42,0 %).
Mehr Strom aus Windkraft nach außergewöhnlich windarmem 1. Quartal 2025
Die Stromproduktion aus Windkraft stieg im 1. Halbjahr 2026 gegenüber dem 1.
Halbjahr 2025 um 12,3 % auf 67,7 Milliarden Kilowattstunden. Dadurch erhöhte
sich ihr Anteil am gesamten inländisch produzierten und eingespeisten Strom auf
29,4 % (1. Halbjahr 2025: 27,3 %). Windkraft war damit im 1. Halbjahr 2026
weiterhin der wichtigste Energieträger in der Stromerzeugung. Im langfristigen
Vergleich war die Stromerzeugung aus Windkraft im 1. Halbjahr 2026 allerdings
durchschnittlich, die maßgebliche Ursache für den deutlichen Anstieg im
Vorjahresvergleich war ein außergewöhnlich windarmes 1. Quartal 2025.
Auch die Stromproduktion aus Photovoltaik nahm im 1. Halbjahr 2026 zu: Im
Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 erhöhte sie sich um 3,5 % auf 41,0 Milliarden
Kilowattstunden. Mit 17,8 % der gesamten Strommenge (1 Halbjahr 2025: 18,0 %)
war Photovoltaik erneut die drittwichtigste Energiequelle in der inländischen
Stromerzeugung .
Kohle trotz leichtem Rückgang der Stromproduktion zweitwichtigster Energieträger
Die in Kohlekraftwerken erzeugte Strommenge sank im 1. Halbjahr 2026 gegenüber
dem Vorjahreszeitraum leicht um 0,5 % auf 49,4 Milliarden Kilowattstunden und
einen Anteil von 21,4 % der Gesamtstromenge (1. Halbjahr 2025: 22,5 %). Damit
blieb Kohle der zweitwichtigste Energieträger in der inländischen
Stromerzeugung.
Die Stromerzeugung aus Erdgas legte dagegen um 6,4 % auf 38,0 Milliarden
Kilowattstunden zu. Erdgas hatte damit einen Anteil von 16,5 % der
Stromproduktion (1. Halbjahr 2025: 16,2 %) und war weiterhin der viertwichtigste
Energieträger.
Importüberschuss schrumpft von 8,3 auf 0,6 Milliarden Kilowattstunden
Die nach Deutschland importierte Strommenge sank im 1. Halbjahr 2026 im
Vergleich zum 1. Halbjahr 2025 um 8,7 % auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden.
Dagegen stieg die exportierte Strommenge um 14,9 % auf 33,9 Milliarden
Kilowattstunden. Damit wurden 0,6 Milliarden Kilowattstundenmehr Strom aus dem
Ausland importiert als dorthin exportiert. Im 1. Halbjahr 2025 hatte der
Importüberschuss noch 8,3 Milliarden Kilowattstunden betragen.
Der Rückgang des Importüberschusses führte zusammen mit der Zunahme der
inländischen Produktion dazu, dass die in Deutschland verfügbare und
nachgefragte Strommenge im 1. Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum leicht um
1,0 % von 229,0 Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2025 auf 231,2
Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2026 anstieg.
Energiemix im Wandel: Über ein Viertel mehr Strom aus erneuerbaren Quellen seit
2018
Im langfristigen Trend ist ein deutlicher Wandel in der inländischen
Stromerzeugung erkennbar: Während bis 2022 konventionelle Energieträger
dominierten, wurde seit 2023 mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Im 1.
Halbjahr 2026 wurde außer im Januar in allen Monaten mehr Strom aus erneuerbaren
als aus konventionellen Energieträgern eingespeist. Gegenüber dem gleichen
Zeitraum des Jahres 2018, dem ersten Jahr der Erhebung, wurden im 1. Halbjahr
2026 gut ein Viertel mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt und ins Netz
eingespeist. Parallel dazu nahm die Stromerzeugung aus konventionellen
Energiequellen deutlich ab. Waren im 1. Halbjahr 2018 noch 174,6 Milliarden
Kilowattstunden aus fossilen Quellen eingespeist worden, halbierte sich dieser
Wert fast auf 94,2 Milliarden Kilowattstunden im 1. Halbjahr 2026.
Methodische Hinweise:
In der Statistik erfasst werden alle Kraftwerke und Erzeugungsanlagen in
Deutschland, die Strom in das Netz für die allgemeine Versorgung einspeisen.
Nicht enthalten ist zum Beispiel Strom, der in Industriekraftwerken erzeugt und
direkt in den Industriebetrieben wieder verbraucht wird oder Strom, der durch
Photovoltaik-Anlagen privater Haushalte erzeugt und im Haushalt verbraucht wird.
Die im Inland erzeugte und ins Netz eingespeiste Strommenge ist auch deshalb
nicht gleichzusetzen mit dem Stromverbrauch, da auf dem Weg zu den
Verbrauchsstellen sogenannte Netzverluste auftreten sowie der Saldo aus
Stromimporten und -exporten berücksichtigt werden muss.
Weitere Informationen:
Weitere methodische Hinweise und Ergebnisse bietet die Themenseite
"Energieerzeugung" im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes.
Weitere Daten und lange Zeitreihen zur Monatserhebung über die Stromein- und
-ausspeisung bei Netzbetreibern können in der Datenbank GENESIS-Online über die
Tabelle stromeinspeisende Anlagen (43312-0001) abgerufen werden.
Einen Überblick über den Stromverbrauch und die Rolle von Stromimporten bietet
das Erklärvideo "Woher kommt unser Strom?".
Daten zur Nettostromerzeugung und weitere Indikatoren zum Energiemarkt in
Deutschland sind auch im "Dashboard Konjunktur" (www.dashboard-konjunktur.de)
verfügbar. In diesem Datenportal bündelt das Statistische Bundesamt
hochfrequente Indikatoren der amtlichen Statistik und weiterer Datenanbieter zu
den Themen Wirtschaft und Finanzen sowie Arbeitsmarkt, Bauen und Energie.
Diese Pressemitteilung ist, gegebenenfalls ergänzt mit weiteren Informationen
und Verlinkungen zum Thema, veröffentlicht unter
www.destatis.de/pressemitteilungen.
Weitere Auskünfte:
Energiestatistik
Telefon: +49 611 75 2929
www.destatis.de/kontakt
Pressekontakt:
Statistisches Bundesamt
Pressestelle
www.destatis.de/kontakt
Telefon: +49 611-75 34 44
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/32102/6347472
OTS: Statistisches Bundesamt
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