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Köln/Lorient (ots) - Im Hochgeschwindigkeits-Sprint über mehr als 3000 Seemeilen
(ca. 5500 Kilometer) von New York bis nach Lorient an der französischen
Westküste. Dies erlebte der deutsche Segelprofi Boris Herrmann mit seiner Crew
vom Team Malizia beim Ocean Race Atlantic - einem der der anspruchsvollsten
Segelrennen überhaupt. In wenigen Stunden steht fest, welche der sechs
beteiligten Imoca-Hochleistungssegelyachten heute (Donnerstag, 10.09.) als erste
den Zielhafen Lorient erreicht. Der Stand des Rennens ist hier im Live-Tracker
(https://www.theoceanrace.com/en/atlantic/2026/tracker) zu sehen. Beim Ocean
Race Atlantic 2026 traten erstmals Mixed Crews aus zwei Frauen und zwei Männern
an. Beim Team Malizia sind es die weiblichen Segelprofis Cole Brauer (USA) und
Justine Mettraux (Schweiz) sowie der Franzose Julien Villion und Skipper Boris
Herrmann.
Neben sportlichen Siegen stellt die Crew ein weiteres Ziel in den Mittelpunkt:
den globalen Klimaschutz. " A Race We Must Win (https://www.team-malizia.com/new
s/the-message-behind-our-slogan-a-race-we-must-win) " ist die Mission von Team
Malizia, seit vielen Jahren unterstützt von der Zurich Versicherung. Im Rahmen
dieser Partnerschaft wurde 2021 auch der Planet Hero Award
(https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award)
ins Leben gerufen, der umwelt- und klimafördernde Initiativen stärkt.
Empathie als Superpower im Sport und für den Schutz der Meere
Engagement, Teamgeist und Zusammenhalt - Empathie spielt dabei für Boris
Herrmann eine entscheidende Rolle: " An Bord ist kein Platz für Ego. Jeder muss
verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das
Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander
einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen
hinausgehen."
Im folgenden exklusiven Interview spricht er über die Superpower Empathie und
den Wert dieser trainierbaren Fähigkeit weit über den Sport hinaus.
Boris, das Ocean Race Atlantic führt euch als Crew an extreme mentale
Belastungsgrenzen, das Zusammenspiel ist ein wichtiger Faktor. Welche Rolle
spielt für dich dabei Empathie?
Boris Herrmann: Empathie spielt eine große Rolle für Team Spirit und Teamwork.
Nur wenn du die emotionale Situation, die Fähigkeiten, Präferenzen, das Know-how
und die Persönlichkeit deiner Teamkollegen erkennst, verstehst und respektierst,
kannst du das volle Potenzial an Bord ausschöpfen und echte High Performance
erreichen. Viele professionelle Seglerinnen und Segler sind es gewohnt, solo zu
segeln. Dadurch wird diese empathische Fähigkeit, die für Team Performance
absolut entscheidend ist, nicht unbedingt gefördert.
Was dabei viele nicht verstehen: An Bord ist kein Platz für Ego. Man muss
verstehen, wann es um die eigene Meinung geht und wann darum, das Beste für das
Team zu tun. Wenn du empathisch miteinander umgehst, kannst du dich aufeinander
einstellen, Vertrauen aufbauen und gemeinsam über die eigenen Grenzen
hinausgehen.
Ist empathisches Führen eine primäre Anforderung an dich als Skipper oder ein
Skill, das innerhalb der Crew als Superpower situativ gelebt wird?
Boris Herrmann: Ich bin davon überzeugt, dass jede und jeder im Team empathisch
sein muss. Und das gilt übrigens für das gesamte Team, nicht nur für die Crew an
Bord. Wie schon erwähnt, ist das in Segelteams nicht immer selbstverständlich,
obwohl es so wichtig ist.
Wir befinden uns ständig in unterschiedlichen Situationen und unter
unterschiedlichen Bedingungen. Jeder und jede hat eigene Herausforderungen,
einen eigenen Rhythmus und manchmal auch einfach eine andere Stimmung. Ohne
einen empathischen Umgang miteinander würde ein effizientes Miteinander nicht
funktionieren. Mir ist wichtig, dass das bei uns im Team anders ist. Als Skipper
gehört es für mich dazu, diese unterschiedlichen Situationen wahrzunehmen und zu
verstehen, was die Menschen um mich herum gerade brauchen.
Empathie ist eine erlernbare Fähigkeit. Ist sie auch Teil eures Trainings? Habt
ihr während des Rennens eine spezielle Person in der Shore Crew, die euch von
Land aus in Situationen, wo Empathie gefragt ist, zusätzlich zur Seite steht?
Boris Herrmann: Nein, wir haben keine spezielle Person, die uns Empathie
beibringt. Ich glaube, dass Empathie zum Skillset einer professionellen Seglerin
oder eines professionellen Seglers gehört, genauso wie Wetter-Routing,
körperliches Training oder der Umgang mit der Technik. Empathie ist bei uns vor
allem durch die Beständigkeit und Langlebigkeit unseres Teams zu einem festen
Bestandteil unseres Skillsets geworden. Das ist übrigens nicht
selbstverständlich in der professionellen Sportszene.
Wir kennen uns alle sehr gut, haben gemeinsam verschiedene Herausforderungen
gemeistert und sind miteinander gewachsen. Das merkst du in unserem empathischen
Umgang miteinander genauso wie in unserem Team an Land. Wir sind eine sehr
diverse Gruppe mit unterschiedlichen Persönlichkeiten und
Verantwortungsbereichen. Wenn wir empathisch miteinander umgehen und die Stärken
der anderen respektieren, können wir als Team mehr erreichen und gemeinsam eine
Kampagne auf die Beine stellen, die es uns ermöglicht, an den größten Rennen der
Welt teilzunehmen.
In der Segler-Familie seid ihr Freunde, im Wettbewerb jedoch Konkurrenten. Frage
an dich als Betriebswirt und Sport-Unternehmer: Prof. Dr. Jamil Zaki von der
Stanford University, einer der weltweit führenden Empathie-Forscher, ist davon
überzeugt, dass Führungskräfte empathischer werden müssen. Denn Empathie schafft
Mehrwerte innerhalb einer Organisation und zahlt positiv auf den Return on
Investment ein. Wie siehst Du das?
Boris Herrmann: Ich sehe das genauso. An Bord gibt es eigentlich keine
klassische Hierarchie. Jede Person bringt Wissen, eine Meinung oder eine
kreative Idee ein, die zur Gesamtperformance beitragen kann. Wenn du als
Führungskraft - oder in meinem Fall als Skipper - diesen Ideen keinen Raum
gibst, wirst du als Team nicht die beste Leistung erreichen. Wenn du deinen
Teamkollegen zuhörst, ihnen vertraust und ihnen Raum gibst, fühlen sie sich
empowered und übernehmen Verantwortung. Und genau das ist doch das Ziel eines
guten Teams: Menschen so zu unterstützen, dass sie die beste Version ihrer
selbst sein können und vielleicht sogar Dinge schaffen, die sie vorher für
unmöglich gehalten haben. High Performance im Team ist unser Ziel. Um Rennen zu
gewinnen, musst du deiner Crew vertrauen und ihr den Raum geben, über sich
selbst hinauszuwachsen.
Aufklärung zum Schutz der Meere und des Klimas ist fester Bestandteil der DNA
von Team Malizia. Empathie wird häufig als Fähigkeit betrachtet, die in erster
Linie Menschen miteinander verbindet. Doch es gibt starke Stimmen, die sagen,
dass auch Empathie für die Natur essentiell ist, um die Notwendigkeit von
Klimaschutz zu verinnerlichen und sich dafür einzusetzen. Stimmst Du dem zu?
Boris Herrmann: Absolut. Wir als Segler sind natürlich stark von der Natur
abhängig, denn sie ist unser Arbeitsplatz. Gleichzeitig erleben wir ihre
Schönheit unmittelbar und sehen, wie verletzlich sie sein kann. Diese Nähe
schafft eine besondere Verbindung. Wir wissen die Natur zu schätzen und sind
gleichzeitig auf sie angewiesen. Wenn ich die Kinder sehe, die wir unter anderem
mit unserem Bildungsprogramm My Ocean Challenge erreichen, spüre ich diese
Verbindung besonders. Kinder sehen die Natur oft noch mit einer ganz anderen
Selbstverständlichkeit. Sie erleben sie als etwas Wertvolles, das man schützen
muss.
Ich bin davon überzeugt, dass Empathie auch durch Wertschätzung entsteht. Wenn
wir etwas wirklich kennen, erleben und schätzen, entwickeln wir eher das
Bedürfnis, es zu schützen.
Was war dein persönlicher Moment, der dazu führte, dass Du dich für den Schutz
der Meere und des Klimas engagierst?
Boris Herrmann: Während meiner Segeltouren um die Welt wurde mir schon früh die
Verschmutzung und Verletzlichkeit des Ozeans unmittelbar bewusst. Da ist mit der
Zeit ein starkes Verantwortungsgefühl entstanden. Als Segler verbringe ich einen
großen Teil meines Lebens auf dem Meer und habe das Privileg, Orte zu erleben,
die nur sehr wenige Menschen sehen. Dadurch entsteht auch die Verantwortung, das
zu schützen, was mir am Herzen liegt und wovon wir alle abhängig sind: unsere
Ozeane.
Was ist dein stärkstes Argument, um Menschen für Klimaschutz zu aktivieren?
Boris Herrmann: Begeisterung. Wenn wir Menschen für etwas begeistern, entsteht
Verbindung. Und aus dieser Verbindung kann Empathie entstehen: Empathie für
unsere Umwelt und damit auch die Motivation, sie zu schützen. Für mich ist das
sehr ähnlich wie im Team. Empathie für den Teamkollegen oder die Teamkollegin
schafft Vertrauen, Vertrauen ermöglicht High Performance. Und genauso kann
Empathie für die Natur dazu führen, dass wir Verantwortung übernehmen und aktiv
werden.
Gemeinsam mit der Zurich Planet Hero Stiftung setzt sich Team Malizia für den
Schutz unseres Planeten ein. Frage an dich als Klima-Botschafter: Was habt ihr
bereits zusammen erreicht - und welches Goal ist dir besonders wichtig?
Mit dem Planet Hero Award unterstützen wir tolle Lösungen, die zum Klima- und
Umweltschutz beitragen und unsere gemeinsame Mission "A Race We Must Win"
stärken. Besonders wichtig ist mir, Lösungen und junge Unternehmen zu
unterstützen, die Out of the Box denken, neue Wege gehen und sich kreativ mit
den Herausforderungen unserer Zeit auseinandersetzen. Solche Initiativen
brauchen Sichtbarkeit, aber natürlich auch finanzielle Unterstützung, damit sie
wachsen, skaliert und langfristig umgesetzt werden können.
Am 24. September wird der Planet Hero Award
(https://www.zurich.de/de-de/ueber-uns/nachhaltigkeit/zurich-planet-hero-award)
an Umwelt- und Klimaprojekte verliehen. Gibt es dabei ein Projekt, das dir
besonders am Herzen liegt? Was ist Deine Botschaft an Menschen und Unternehmen:
Worauf sollten sie noch mehr ihren Fokus legen und wie können sie sich konkret
engagieren?
Jedes Jahr werden so viele spannende Projekte eingereicht. Besonders
inspirierend finde ich die Vielfalt der Ansätze und wie kreativ sich die
Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen
auseinandersetzen. Natürlich liegen mir Lösungen rund um den Schutz der Ozeane
besonders am Herzen. Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen, dass der Ozean
nicht isoliert betrachtet werden kann. Unsere Ökosysteme sind miteinander
verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Deshalb sollten wir nicht nur
einzelne Probleme betrachten, sondern stärker in Zusammenhängen denken. Genau
dafür braucht es innovative Ideen, unterschiedliche Perspektiven und Menschen,
die bereit sind, neue Wege zu gehen.
Die Zurich Versicherung als Partner von Team Malizia hat außerdem in
Zusammenarbeit mit Civey den Empathie-Report veröffentlicht, der ein
hochaktuelles Bild zur Stimmungslage in Deutschland liefert. Weitere
Informationen dazu unter http://zurich.de/empathie . Bei Rückfragen melden Sie
sich gern.
Das Interview mit Boris Herrmann ist frei zu redaktionellen Verwendung. Zugang
zu Bildmaterial erhalten Sie hier (https://imagebank.team-malizia.com/Photos) .
Bitte beachten Sie die jeweils angegebenen Credits.
Pressekontakt:
Paul Heilig
mailto:paul.heilig@tr-st.de
Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/169468/6349268
OTS: tr-st GmbH
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