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Berlin (ots) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf der heutigen Sitzung
des EZB-Rats in Berlin die Leitzinsen um 25 Basispunkte angehoben; der für die
Geldpolitik maßgebliche Einlagesatz steigt damit auf 2,5 Prozent. Der
Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hält diesen
Schritt angesichts der anhaltenden Inflationsrisiken für angemessen. "Die EZB
sendet mit ihrem Zinsschritt ein klares Signal zur Sicherung der Preisstabilität
im Euroraum. Angesichts anhaltender Inflationsrisiken ist der Zinsschritt
maßvoll und richtig. Stabile Preise sind eine wichtige Voraussetzung für
Wachstum, Investitionen und Planungssicherheit, für Unternehmen ebenso wie für
private Haushalte", erklärt BVR-Präsidentin Marija Kolak.
Der Preisauftrieb im Euroraum hat sich zuletzt wieder verstärkt. Treiber sind
vor allem gestiegene Energiekosten, die Verbraucher und Unternehmen belasten.
"Die EZB kann höhere Energiepreise nicht direkt verhindern. Sie muss aber darauf
achten, dass sich die daraus entstehenden Preissteigerungen nicht über
Zweitrundeneffekte ausbreiten und verfestigen. Genau darum geht es jetzt. Es
gilt zu verhindern, dass sich die Folgen des äußeren Preisschocks dauerhaft in
den Inflationserwartungen, den Preisen und den Löhnen festsetzt", so Kolak
weiter.
Auch wenn sich die geopolitische Lage nicht weiter zuspitzt, dürften die
Energiepreise nach Einschätzung des BVR zunächst erhöht bleiben. Niedrige
Füllstände der Gasspeicher im Euroraum und die anhaltende Unsicherheit sprechen
dafür, dass die Belastungen nicht rasch verschwinden werden. Gleichzeitig zeigt
sich die Wirtschaft im Euroraum bislang robust. "Die wirtschaftliche Entwicklung
hat sich trotz des schwierigen geopolitischen Umfelds als widerstandsfähig
erwiesen. Das erleichtert es der EZB, frühzeitig auf erhöhte Inflationsrisiken
zu reagieren", sagt Kolak.
Die BVR-Präsidentin betont zugleich den vorsorgenden Charakter der Entscheidung:
"Bislang gibt es wenige Anzeichen dafür, dass sich Erwartungen dauerhaft höherer
Preise in der Breite verfestigen. Damit das so bleibt, sind ein vorsichtiger und
frühzeitiger Zinsschritt sowie ein klares Signal der EZB jetzt richtig. Wer
frühzeitig handelt, kann spätere und deutlich stärkere Eingriffe vermeiden und
damit die wirtschaftliche Entwicklung schonen."
Vor dem Hintergrund der zuletzt weltweit gestiegenen Renditen von Staatsanleihen
betont Kolak zudem die Bedeutung geldpolitischer Glaubwürdigkeit. "Die höheren
Kapitalmarktzinsen spiegeln wider, dass Investoren die Tragfähigkeit der
Staatsfinanzen und die weitere Zins- und Inflationsentwicklung sehr genau
beobachten. Umso wichtiger ist eine klare und verlässliche Geldpolitik. Mit
ihrer heutigen Entscheidung bekräftigt die EZB ihre Entschlossenheit, das
mittelfristige Inflationsziel von 2 Prozent zu sichern. Das schafft Orientierung
für Unternehmen, private Haushalte und die Finanzmärkte", so Kolak.
Pressekontakt:
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Melanie Schmergal, Abteilungsleiterin Kommunikation und
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ken
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